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Google Summer of Code 2008: Leaving San Francisco

Rückflug
Rückflug

Jetzt ha­be ich San Francisco hin­ter mir ge­las­sen – die Sonne ist ges­tern schon ab­ge­hau­en. Da es den hal­ben Tag reg­ne­te und ich kei­ne Lust auf Museum oder der­glei­chen hat­te, blieb der Tag recht er­eig­nis­los. Am Abend kam dann no­ch ein­mal rich­ti­ges Hostel-Feeling auf.

Das Amsterdam Hostel hat­te so et­was wie Geburtstag und für al­le Gäste ei­ne Runde Pizza ge­schmis­sen. Das net­te Pärchen aus „Reunion“ – was wohl ir­gend­wo bei Madagaskar liegt und trotz­dem zu Frankreich ge­hört – hat­te mi­ch auf das Mini-Event hin­ge­wie­sen. Also sa­ßen wir Pizza-essend im Aufenthaltsraum und schau­te wer no­ch so da ist. Zur Pizza gabs Bier und spä­ter „Meet the Fockers“ und „Austin Powers 2“ auf DVD. Nicht ge­ra­de auf­re­gend, aber sehr ent­span­nend.

Heute mor­gen ging es dann um 9 per Shuttle-Bus zum Flughafen. Wieder die­se lä­cher­li­chen Sicherheitskontrollen mit Schuhe-Ausziehen und so wei­ter. Ob so je­mals ei­ne Bombe ge­fun­den wur­de? Vielleicht kommt man ja in Zukunft schnel­ler durch die Kontrolle, wenn man ne­ben sei­nem Fingerabdruck no­ch ei­ne Versicherung auf dem Pass spei­chert, dass man kei­ne Bomben da­bei hat. Ich könn­te das von mir ziem­li­ch si­cher be­haup­ten.

Im Flugzeug ha­be ich dann Bekanntschaft mit der un­höf­lichs­ten Frau der Welt ge­macht: Ich hat­te ei­nen Platz di­rekt in der Mitte – kein Spaß bei mei­ner Beinlänge. Es wa­ren aber no­ch 3 Plätze vor mit frei und ein an­de­rer Passagier hat­te si­ch von der ei­nen Seite des Ganges auf ei­nen der frei­en Plätze in der Mitte ge­setzt. Die Flugbegleiterin bot mir dar­auf­hin sei­nen frei­ge­wor­de­nen Gangplatz an. Nur ge­fiel das der al­ten Frau da­ne­ben nicht. Ich wä­re viel zu groß, kräh­te sie und setz­te si­ch selbst auf den Gangplatz. 

Die Flugbegleiterin ver­such­te die Sache mit ihr zu klä­ren, doch auf ein­mal konn­te die Alte kein Englisch mehr. Es kam ein zwei­ter Flugbegleiter und ver­such­te zu hel­fen. Mir war die Sache mitt­ler­wei­le echt un­an­ge­nehm. Immerhin be­ka­men al­le um­lie­gen­den Passagiere mit dass ich ihr zu groß sei. Ich sag­te dann auch, dass ich nicht ne­ben je­man­den sit­zen wol­le, der mi­ch nicht will. 

Nun griff die Flugbegeleiterin durch und setz­te die Frau wie­der auf ih­ren Platz, den ers­ten Passagier da­ne­ben und mi­ch auf sei­nen Platz. Jetzt hat­te ich qua­si auf sei­ne Kosten ei­nen Gangplatz und zwei Plätze ne­ben mir frei. Was für ein Affentanz. Die Alten von heu­te, sind auch nicht mehr das, was sie mal wa­ren. Als Vorbild soll­te si­ch das je­den­falls nie­mand neh­men.

Nach mei­ner Zeit ist es jetzt 21 Uhr – ein Blick auf die Systemuhr zeigt mir aber, dass es schon 5 Uhr mor­gen früh sein muss. Das wird no­ch ein Spaß – vor 3 Uhr Nachmittags bin ich ver­mut­li­ch nicht zu­hau­se. Aber viel­leicht ist es ge­n­au die rich­ti­ge Zeit, no­ch ein­mal dar­über nach­zu­den­ken, was das Wochenende denn ei­gent­li­ch ge­bracht hat:

Der Google Summer of Code Mentor Summit hat mir vor al­lem ge­zeigt, dass es un­heim­li­ch vie­le Menschen gibt, die in ih­rer Freizeit Software ent­wi­ckeln. Das ist viel­leicht gar nicht so klar: Hinter je­dem Open Source Programm, hin­ter je­dem Bestandteil von Linux, hin­ter Open Office, Gimp, Thunderbird und Firefox, ste­he zwar zum Teil auch Firmen, aber de­ren Input ist zu Beispiel bei PHP doch eher be­schränkt. Die meis­te Arbeit ma­chen Menschen in ih­rer Freizeit. Bei ei­ner Textverarbeitung oder so et­was Praktischem kann man das ja no­ch ver­ste­hen. Aber es gibt auch Leute, die frei­wil­lig ein neu­es Dateisystem ent­wi­ckeln – ei­ne Sache von der be­stimmt 95% al­ler Computerbenutzer nicht ein­mal wis­sen, dass es sie gibt.

Der Mentor Summit ist ei­ne groß­ar­ti­ge Gelegenheit, si­ch ein­mal ge­ne­rell über die Herausforderungen der Open Source Entwicklung aus­zu­tau­schen: Wie kann man si­ch or­ga­ni­sie­ren, wie geht man mit der Community um, wie wer­den ge­mein­sa­me Aktionen fi­nan­ziert, wenn Geld be­nö­tigt wird? Der Vorteil ist, dass hier vie­le Menschen auf­ein­an­der tref­fen, de­ren Projekte nicht kon­kur­rie­ren: KDEler tref­fen son­st ver­mut­li­ch eher sel­ten auf Rails-Entwickler.

Ich fand vor al­lem auch den Kontakt zu James von Christmas Future sehr in­ter­es­sant. Ich bin mir ge­ra­de nicht si­cher, ob die bei­den Namen kor­rekt sind, aber bei dem Projekt geht es um ei­ne Software mit der Benutzer Spenden ver­schie­de­nen NGOs spen­den kön­nen, um dann ge­n­au zu ver­fol­gen, was mit ih­rem Geld pas­siert. Ich fin­de es ein­fach groß­ar­tig, wenn Software nicht nur Probleme löst, die man oh­ne den Computer gar nicht hät­te.

Insgesamt war das Wochenende sehr er­folg­reich und ich freue mi­ch schin aufs nächs­te Jahr. Ich hof­fe, dass ich es dann auch mit dem Mentoring bes­ser hin­be­kom­me. Genug Ideen da­zu ha­be ich je­den­falls mit­ge­nom­men.

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