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Google Summer of Code: Being in San Francisco

Sonne, Palmen!
Sonne, Palmen!

Der zwei­te Tag des Google Summer of Code Mentor Summit war nicht ganz so dicht ge­spickt mit Informationen und Sessions. Schon das Frühstück fiel ein we­nig kar­ger aus: Marmelade, Peanut Butter, Cornflakes. Ich bin ein­fach kein Süßfrühstücker. Ganz so schlimm wie Axel, der am liebs­ten ein Vollkornbrot mit Käse ge­habt hät­te, fand ich es dann doch wie­der nicht.

Vor al­lem ha­ben ich mi­ch Sonntag mit Leuten aus an­de­ren Projekten un­ter­hal­ten und ge­merkt, wie prak­ti­sch es ist, wenn man ein Problem mit PHP hat und gleich die Entwickler von PHP fra­gen kann.

Ein we­nig über­flüs­sig fand ich den Vortrag zu „Melange“ – dem System mit dem der Summer of Code in Zukunft or­ga­ni­siert wer­den soll. Das Programm ist in Python ge­schrie­ben und läuft auf der Google Apps Engine. Der Source Code steht frei zur Verfügung. Die Googler ha­ben um Hilfe bei der Entwicklung ge­be­ten. Aber ich fra­ge mi­ch, wer ein sol­ches System braucht – au­ßer Google. Als Abschluß-Thema ein we­nig lang­wei­lig. Vielleicht wä­re an die­ser Stelle der Android-Vortrag bes­ser auf­ge­ho­ben ge­we­sen.

Nett war das Fotoshooting an der 5 Meter ho­hen Android-Figur „Andy“. Dort ka­men no­ch ein­mal al­le Teilnehmer zu­sam­men. Danach wur­den al­le zu­rück zu ih­ren Hotels ge­fah­ren – Der Google Summer of Code Mentor Summit 2008 war vor­bei.

Auf zu Hostel 

Axel und ich ha­ben uns so ge­gen 7 mit Taxi und „Caltrain“ – der ört­li­chen Regionalbahn“ auf den Weg in die City ge­macht. In San Francisco an­ge­kom­men, konn­ten wir un­se­ren Bus nicht fin­den und muss­ten Laufen. Besonders Axel hat das mit sei­ner Roll-Tasche nicht so gut ge­fal­len. Ich ha­be mi­ch über die abend­li­che Stimmung ge­freut und das er­s­te Mal wirk­li­ch das Gefühl ge­habt, in den USA zu sein.

Shopping, Schimmel und schöne Aussichten

Am Montag sind wir er­st ein­mal Shoppen ge­gan­gen. Bzw. Axel ist shop­pen ge­gan­gen und ich ha­be ihm beim iPod-Kauf be­ra­tend zur Seite ge­stan­den. Ich selbst ha­be nicht so recht et­was fin­den kön­nen, was mi­ch an­ge­sprun­gen hät­te – ich war aber zu­frie­den, als ich ei­nen or­dent­li­chen Kaffee be­kam.

Apropos Kaffee: In un­se­rem Hostel soll­te es ei­gent­li­ch Frühstück ge­ben. Das be­steht hier aber nur aus ei­ner rie­si­gen Kanne Kaffee und ei­nem Waffeleisen samt Teig. Der Kaffee schmeckt er­st schei­ße und dann nach schwar­zem Tee. Für ei­ne Waffel muss man ewig an­ste­hen. Ich ha­be da­von no­ch kei­ne ge­ges­sen und den Kaffee rüh­re ich auch nicht mehr an. Das Hostel ist an si­ch nicht so der Hammer. Ich hat­te kei­nen Luxus er­war­tet, aber die Decken sind löch­rig und das Bad vol­ler Schimmel. Leider gibt es nicht ein­mal ei­nen rich­ti­gen Aufenthaltsraum und last but not least ist das gan­ze Haus vol­ler fran­zö­si­scher Design-Studenten. Rappadapapp. 

Schon beim Einchecken war das Tresenmädel we­gen al­lem mög­li­chen „con­fu­sed“: Man hat­te Axel und mi­ch in ver­schie­de­ne Zimmer ge­bucht und als wir ver­sucht ha­ben, in ein ge­mein­sa­mes zu kom­men war das ent­spre­chend schwie­rig.

Am Montag Nachmittag sind wir dann durch Chinatown und das al­te Beat-Viertel zum Coit-Tower auf dem Telegraph Hill ge­gan­gen. Chinatown ist wirk­li­ch so wu­se­lig, wie man es si­ch vor­stellt: Alles voll klei­ner, al­ter Chinesen und Geschäfte über und über voll mit Obst, Gemüse und al­ler­lei Merkwürdigkeiten. Das meis­te dient si­cher als Potenzmittel.

Vom Coit Tower kann man ei­nen gro­ßen Teil der Stadt über­bli­cken: Den Financial District mit sei­nen Hochhäusern und die an­de­ren Viertel mit tau­sen­den klei­ner, bun­ter Häuschen. Der Eintritt kos­tet – wie al­les hier – 5 Dollar.

Einmal Golden Gate Park und zurück 

Dienstag sind Axel und ich in den Golden Gate park ge­gan­gen. Ja: ge­gan­gen. Das ist vom Hostel nen gan­zen Stück. Ich tip­pe mal auf 7km. Nur um da auch spa­zie­ren zu ge­hen und dann zu­rück zu lat­schen. Abends war ich echt im Arsch aber wir hat­te ei­ne Menge von der Stadt ge­se­hen und der Golden Gate Park ist wirk­li­ch schön.

Entdecken per Velozipät 

Heute ist Axel dann mor­gens ab­ge­reist und ich war auf mi­ch al­lein ge­stellt. Zunächst ha­ben ich wie­der nen Kaffee bei Starbucks ab­ge­grif­fen und bin dann fri­sch ge­stärkt zur „Crookedest Street“ ge­lau­fen. Das ist die­se ko­mi­sche Straße n San Francisco, die im Zick-Zack zwi­schen Blumen ei­nen Block lang berg­ab geht. Sehr nett. Aber da hin zu kom­men war echt an­stren­gend: Die Straßen sind hier wirk­li­ch arsch steil – lä­cher­li­ch Steil zum Teil. Und die Straße, die ich ge­nom­men ha­ben – ge­gen die ist die Bergstraße fast eben.

Ich ha­be mi­ch dann wie­der den gan­zen Weg run­ter fal­len las­sen, bin zum Fishermans Warf und ha­ben mir dort ein Fahrrad ge­mie­tet. Ich hat­te näm­li­ch no­ch ei­ne al­te Rechnug mit der Golden Gate Bridge of­fen: Als wir 2005 in San Francisco wa­ren, konn­te ich sie bei drü­ber­fah­ren fast nicht se­hen, weil es so neb­lig war. Das woll­te ich nach­ho­len und sie per Fahrrad über­que­ren, um auch mal an­hal­ten und gu­cken zu kön­nen.

Leider war der Nebel an die­sem Tag so dicht, dass man von un­ten nicht ein­mal die Brücke se­hen konn­te. Oben konn­te man viel­leicht 100 m se­hen. Das Wasser un­ter der Brücke je­den­falls konn­te ich er­st se­hen, als ich fast drü­ben war. Gen Sausalito klar­te es näm­li­ch auf und ich be­kam die ka­li­for­ni­sche Sonne zu se­hen – und sie mi­ch. Ich glau­be, ich ha­be mir auf der Tour ei­nen klei­nen Sonnenbrand im Gesicht ge­holt.

Ich bin dann durch Sausalito und Mills Valley um die Richardson Bay ge­gon­delt. Und dann fast am Ende war ich bei­na­he zu­sam­men­ge­klappt: Nach der Wanderung durch die Stadt, die Erklimmung der Crookedest Street, der Fahrradtour am Strand lang die Brücke hoch und rü­ber und ein­mal um die gan­ze Bucht, kam ich no­ch ein­mal an ei­ne Steigung, die es mit der an der Crookedest Street auf­neh­men konn­te. Da mus­s­te ich dann echt 3x pau­sie­ren und ich ha­ben ernst­haft die Alternative er­wo­gen, um­zu­keh­ren. Das wä­re we­sent­li­ch län­ger aber nicht so steil ge­we­sen.

Ich bin dann aber doch no­ch an der Fähre in Tiburon an­ge­kom­men. Dort gab es ei­nes der le­ckers­ten Eise, die ich je ge­ges­sen ha­be: Black Cherry Vanilla! Großartig. Vielleicht ge­n­au die rich­ti­ge Belohnung nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Strapazen. Die Fähre war auch cool: Während die Fördedampfer in Kiel ge­müt­li­ch von ei­nem Halt zum nächs­ten zu­ckeln, gibt der Katamaran hier rich­tig Schub – Mt ei­ner Beschleunigung wie ei­ne Flugzeug. 

Zurück in San Francisco ha­be ich das Fahrrad wie­der ab­ge­ge­ben und mi­ch mit nem Cabel Car auf den Heimweg ge­macht. Hier lie­ge ich jetzt, es ist un­ge­fähr halb 8 und ich bin jetzt schon sau-müde.

Kommentare

Coki

Du bist in den Staaten, na so­was. Und nun mus­st du auch no­ch als Tourist auf­fal­len, in­dem du Fahrrad fähr­st und zu Fuß gehst…du Exot!
Greetings to Allan Ginsberg, bis bald mal wie­der, co­ki

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