Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Informationsflut : RSS richtig nutzen

Zeitung zum Kaffee

Steffen Voß

Dieter Petereit beklagt sich bei Dr. Web über seinen überquellenden RSS-Reader: Lustlos klickt er sich durch zu viele, gleichförmige Informationen, ohne mehr etwas wahrzunehmen. Dabei ist doch RSS eine tolle Sache – wenn man sie richtig einsetzt. Hier ein paar Tipps von mir.­

Der Sinn von RSS ist eigentlich der, dass man auf neue Artikel auf Seiten hingewiesen wird, auf denen nicht täglich etwas passiert. Das Abonnieren von Spiegel-Online oder Heise Newsticker ist einfach nicht sinnvoll: Da hat man am Tag schon 100 Beiträge, die man nicht lesen kann. Bei dieser Art Seiten kann man lieber regelmäßig vorbeisurfen, um zu gucken, welches die Top-Themen sind.

Low Traffic

Ich würde davon abraten, Feeds mit mehr als 3 – 5 Posts am Tag zu abonnieren. Ich selbst aber finde RSS bei Blogs praktisch, die sich zum Beispiel mit der Entwicklung von Software, die ich verwende, beschäftigen. Da gibt es oft nur einmal im Monat etwas Neues und wenn ich RSS nicht hätte, würde ich vermutlich nie dort vorbeischauen. So aber bin ich immer auf dem aktuellen Stand.

Man kann also auch 1000 Feeds abonnieren, ohne in der Datenflut zu ertrinken – wenn da nicht so viel los ist.

Übersicht

Eine interessante Möglichkeit, einen Überblick zu bekommen, ist den Feed von Rivva.de zu abonnieren. Das ist so eine Art Google News für Blogs. Blogs greifen typischerweise die interessantesten Themen auf, verlinken und kommentieren sie. So bekommt man auch ganz gut mit, was in Politik, Technik und Lifestyle abgeht. Allerdings kommen dort pro Tag relativ viele Artikel.

Wenn man dazu dann noch ein paar thematische Blogs dazuabonniert und sie wieder rausschmeißt, wenn man merkt, dass die interessanten zu den uninteressanten Artikeln in einem zu schlechten Verhältnis stehen, kann eigentlich nix schiefgehen. Die Datenflut per RSS ist ein selbstgemachtes Problem.

Gleichförmigkeit?

Die Gleichförmigkeit, die Dieter Petereit beklagt, ist Vor- und Nachteil: Blogs sind selten von Profis gemacht und manchmal entsprechend schlecht zu lesen. Das Problem gibt es im Reader natürlich nicht. Da ich selbst Das Firefox-Plugin „Brief“ benutze, kann ich interessante Posts einfach im Tab öffnen. Das ist dann ohnehin die richtige Internet-Seite – Wer also das bekannte Surf-Gefühl behalten will, kann das ja auch so machen.

BTW: Ich habe zur Zeit 42 Feeds abonniert.

Links

Grafik: Dirceu Veiga

Kommentare

Dieter Petereit
Dieter Petereit:

Interessanter Beitrag. Ich gebe allerdings in Sachen Rivva zu bedenken, dass man da nur auf die immer gleichen sich untereinander verlinkenden Blogs trifft und so praktisch keine Chance hat, auch mal was Neues kennen zu lernen.

Das Plugin Brief kannte ich noch nicht. Werde ich mir mal ansehen. Danke für den Tipp!

19.10.2008 um 10:15
Steffen
Steffen:

„Brief“ habe ich damals in den Kommentaren bei Dr. Web gefunden 😉

Ja. Rivva ist manchmal ein wenig inzestuös. Aber es entwickelt sich… 😉

19.10.2008 um 12:37

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