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Einführung: Erste Schritte mit Open Writer

Als ich damals meine Examensarbeit schrieb, kannte ich die ganzen Horror-Stories von Word-Benutzern, deren Diplomarbeiten nur m­it großer Mühe und auf den letzten Drücker ihren Weg aus dem Rechner aufs Papier fanden. Mit OpenWriter sollte es eine Alternative geben, die zuverlässiger arbeitet. Das tut er auch – aber nur, wenn man das Prinzip verstanden hat, wie diese Textverarbeitung funktioniert.

Ein längerer Text besteht aus dem Inhalt, der Struktur und dem Layout.

Er hat einen Titel, ein Inhaltsverzeichnis, Kapitel, Zwischenüberschriften und besteht aus Absätzen, Grafiken, Zitaten, Quellenangaben und so weiter. Das ist die Struktur.

Wie genau der Titel lautet, ist bestimmt durch den Inhalt. Auch hat jedes Kapitel einen Inhalt.

Und zuletzt werden die Schriftarten, -größen und farben, Abständige und Effekte für jedes Element eingestellt: Die Überschriften sind größer als der Text und haben vielleicht auch eine andere Farbe.

Falsch

Viele Anfänger machen den Fehler während des Schreibens Überschriften einfach dadurch hervorzuheben, dass sie sie markieren und dann über die Formatierungs-Symbolleiste die Schrift vergrößern und fett machen. Woher soll aber dann das Programm wissen, dass es sich dabei um eine Überschrift handelt? Ein ganz praktischer Nachteil ist: Will man später das Aussehen der Überschriften verändern, muss man es wieder manuell bei jeder einzelnen machen und es lässt sich kein Inhaltsverzeichnis daraus generieren.

Richtig

Besser ist es, beim Schreiben OpenWriter mitzuteilen, um was für eine Art Strukturelement es sich bei einem Inhalt handelt. Dazu drück man F11, um die Formatvorlagen zu öffnen. Es geht ein kleines Extra-Fenster auf, in dem man schon die ersten Formatierungen sieht: Überschrift1-10, Textkörper und so weiter.

Handelt es sich bei einem Text um eine Kapitelüberschrift, markiert man sie und wählt die Formatvorlage „Überschrift 1“. Unterkapitel werden „Überschrift 2“ und so weiter. Die sehen dann standardmäßig recht komisch aus. Aber wie wir ja bereits wissen, haben wir Struktur und Inhalt getrennt vom Layout zu betrachten und ignorieren das erst einmal.

Wählt man in dem Fenster unten im Dropdown „Alle Vorlagen“ bekommt man noch mehr voreingestellte Vorlagen. Dort kannst Du zum Beispiel auch „Zitat“ auswählen für Absätze, die Blockzitate sind.

Layout

Wenn Du das konsequent im gesamten Text machst, hast Du Deinen Inhalt mit einer ordentlichen Struktur versehen. Nun kannst Du Dir überlegen, wie der Text aussehen soll. Im Fenster mit den Formatvorlagen kannst Du nun per Rechtsklick > Ändern für jede der benutzten Vorlagen einstellen, wie sie aussehen soll. Da kannst Du dann auch gleich sehen, dass alle Überschriften auf einmal und einheitlich geändert werden.

Außerdem kannst Du Dir die Struktur zunutze machen, und ein Inhaltsverzeichnis erzeugen. Das geht unter Einfügen > Verzeichnisse > Verzeichnisse.

Ein anderer praktischer Nebeneffekt: Bei F5 öffnet sich der „Navigator“ mit dem kann man Überschriften und damit ganze Kapitel verschieben oder auch zu Unterkapitel machen, ohne dass man mit Copy&Paste im Dokument herumfuchteln muss.

Wer dieses Prinzip „Inhalt / Struktur / Formatierung“ einhält wird auch mit langen Dokumenten gut zurecht kommen.

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Kommentare

aristokitten

Ich teste Open Office jetzt bald ein halbes Jahr und bin sehr zufrieden. Hab mich so gut eingegroovt, dass ich mittlerweile in Versuchung bin, alle MS Office-Programme zu entsorgen.

Brauch ich das neue Paket?

Steffen

Ich hab schon einmal ein wenig rumgeguckt und mir das OOo3 sogar auf der CeBit zeigen lassen. Es hilft Dir immer noch nicht, wenn Du nicht weißt, was Du schreiben sollst 😀 Aber es sind ein paar nette, neue Features drin. Da wollte ich nochmal nen Artikel zu schreiben. Aber wenn Du häufiger Diagramme erstellst, ist das neue Calc sicher interessant.

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