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Finanzkatastrophe: Wir bauen unsere eigene Pleite?

Es geht bergab...
Es geht bergab...

Matthias Kamann be­rich­tet bei Welt-Online dar­über, wie die Mittelschicht die welt­wei­te Finanzkrise sel­bst aus­ge­löst hat und nun um ihr Geld bangt. So lau­tet je­den­falls die um­strit­te­ne These von Wolfgang Streeck, Direktor am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Seit Jahren wür­den die Menschen – nicht nur in Deutschland – da­zu­auf­ge­for­dert, si­ch nicht auf den Staat zu ver­las­sen, son­dern selbst für Arbeitslosigkeit und Alter vor­zu­sor­gen, so Streeck. Vor al­lem die Mittelschicht tue dies auch, denn die Unterschicht kann nicht und die Oberschicht muss nicht vor­sor­gen.

Nun gilt das Sparbuch nicht als be­son­ders se­xy Anlageform: Aktien und Fonds ver­spre­chen halt weit mehr Rendite und wer si­ch um si­ch selbst küm­mert, ver­sucht so viel her­aus­zu­schla­gen, wie es geht. Nun be­kom­men die Banken das vie­le Geld der Sparer in die Hand und wis­sen gar nicht, wo­hin mit der gan­zen Kohle. So wer­den dann ab­stru­se Produkte ver­mit­telt, bis der Laden zu­sam­men­bricht.

Und jetzt sind al­le sau­er, weil ih­nen doch ver­spro­chen wur­de, dass das Geld bis zum Ruhestand nur im­mer mehr wer­den wür­de. Und dar­an sol­len nun wie­der nur die Bänker Schuld sein.

Aber da ist ja jetzt die Kanzlerin, die all den bra­ven Mittelstands-Sparern ver­spricht, dass ih­re Guthaben si­cher sei­en – zu­min­dest so­lan­ge es kei­ne Aktien sind. „Der Staat“ springt im Notfall ein und gleicht die Verluste aus. Wovon? Von ge­lie­he­nem Geld, das dann wie­der­um al­le Bürger per Steuer nach und nach zu­rück­zah­len sol­len.

Also: Auch die Leute, die selbst nicht spa­ren kön­nen, müs­sen mit­haf­ten, wenn de­nen die spa­ren kön­nen, das Geld ab­han­den kommt. Ich hal­te das hier nur mal fest. 

Sei es wie es ist: Die Situation ist im Moment so ver­fah­ren, dass man zu­nächst das Schlimmste ver­hin­dern muss. Danach soll­te man si­ch aber ein­mal über­le­gen, ob ein ak­ti­en­ba­sier­tes Rentensystem wirk­li­ch Sinn macht. Das hat schon in den USA nicht funk­tio­niert, als die Amerikaner die Renditen für ih­re Altersversorgung auf dem Weltmarkt ge­sucht ha­ben. Wie soll das funk­tio­nie­ren, wenn nun auch Deutschland und vie­le an­de­re Staaten auf ein sol­ches System set­zen?

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