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Sport: Ja zu Olympia in Kiel und Hamburg!

1972: Eröffnungsfeier im Olympiazentrum Schilksee, Olympisches Feuer.
1972: Eröffnungsfeier im Olympiazentrum Schilksee, Olympisches Feuer. | Foto: George Gasch, CC BY-SA 3.0

Kiel und Hamburg stimmen heute darüber ab, ob sie sich gemeinsam für Olympia 2024 bewerben wollen. Obwohl ich kein großer Fan des öffentliches Zuschauens bei anderer Leute Sportaktivitäten bin, werde ich für Olympia stimmen.

Kiel lebt heute von dem, was Olympia 1972 der Stadt gebracht hat: In Schilksee standen davor kaum drei Hütten und Kiel hatte nicht einmal einen Autobahnanschluss. „Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole,“ erzählt Günther Bantzer, Kiels Oberbürgermeister von 1972.

Vieles braucht aber mal mehr als einen Eimer Farbe, um auch in Zukunft noch attraktiv zu sein. Wir können aber auf diese Substanz aufbauen, wir müssen sie ohnehin modernisieren und wir können die Chance nutzen, sie zukunftssicher zu ergänzen.

Selbst die erfolglose Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 hat Kiels Profil als Segelstadt geschärft und zum Beispiel die wichtige Diskussion um eine Stadtregionalbahn und die Zukunft des Verkehrs in Kiel angeschoben.

Städte brauchen solche Impulse. Deswegen stimme ich mit „Ja“.

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  1. Zusammenfassung der Woche ab 23.11.2015 | Iron Blogger Kiel

Kommentare

keraM rehtlaW

Grundsätzlich ge­be ich dir da recht, sol­che Ereignisse kön­nen ei­ner Region wirt­schaft­li­ch und struk­tu­rell po­si­tiv be­ein­flus­sen. Allerdings lehrt uns die Expo, das nicht je­de Region die Effekte po­si­tiv um­set­zen kann. Solche Ruinen wür­de ich Kiel und Schleswig-Holstein ger­ne er­spa­ren. Auch in Kiel se­he ich schon vor mei­nem geis­ti­gen Auge die Schweine auf die ge­füll­ten Tröge war­ten.

Aber macht mal ru­hig. Mir als Misanthrop kann das re­la­tiv egal sein. Ich mei­de Kiel schon ak­tiv zur Weihnachtsmarktzeit oder zur Kieler Woche. Da wer­de ich es wohl si­ch zu ein paar Segelwettbewerben schaf­fen, Kiel weit­räu­mig zu um­fah­ren. Hauptsache ihr geht mit mit dem gan­zen Kram nicht auf den Senkel.

Steffen Voß

Mag sein, dass das Expo-Gelände in Hannover nicht Hort des pral­len Lebens ge­blie­ben ist. Hannover hat aber für die Expo ei­ne Stadtregionalbahn be­kom­men, die weit ins Umland reicht und Dörfer an­bin­det, die frü­her jwd wa­ren. Heute sind die Haltepunkte Katalysationspunkte von Entwicklung. Kiel könn­te es gut ge­brau­chen, dass nicht der ge­sam­te Wohndruck auf die Innenstadt geht. Wer aber heu­te au­ßer­halb woh­nen will, muss zwin­gend ein Auto ha­ben und ei­nen Parkplatz im Zentrum. Meine Hoffnung wä­re ge­we­sen, dass si­ch Rendsburg-Eckernförde das mit der SRB no­ch ein­mal über­legt, wenn die Olympischen Spiele nach Kiel ge­kom­men wä­re.

keraM rehtlaW

Puh, Glück ge­habt. Wenn auch nur auf dem zwei­ten Entscheidungsweg.

Hamburg hat si­ch ge­gen Olympia 2014 ent­schie­den, da­mit soll­te die Sache auch für Kiel er­le­digt sein. Ich bin da nicht wirk­li­ch trau­rig drü­ber, denn ne­ben viel Trubel, Baustellen und sinn­lo­sem Politikergeschwätz hät­te uns das auch Terrordiskussion, er­höh­te Polizeipräsenz, ver­mehr­te Überwachungsmaßnahmen und mas­si­ve Einschränkungen be­schert. Insbesondere die Überwachungsmaßnahmen wä­ren uns mit Sicherheit auch lang­fris­tig er­hal­ten ge­blie­ben. Darauf ver­zich­te ich doch ger­ne.

Ich ge­be Dir aber ger­ne recht, wenn Du sagst, das Kiel si­ch wei­ter ent­wi­ckeln muss. Insbesondere der Gettoisierung ei­ni­ger Kieler Stadtteile und Randgebiete muss ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Inwiefern hier der Ausbau des öf­fent­li­chen Nahverkehrs Besserung brin­gen könn­te, kann ich lei­der nicht ab­schät­zen. Auch muss man be­den­ken, dass die Anbindung der Außenbezirke ins­be­son­de­re mit der Bahn in den letz­ten Jahren teil­wei­se zu­rück­ge­fah­ren wur­de. Auch sind die Fahrkosten teil­wei­se zu hoch. Ergo zieht es eher die gut Betuchten in die Randbereiche und es ent­wi­ckelt si­ch um Kiel ein „Hamburger Speckgürtel“, mit al­len Vor- und Nachteilen. Ich be­zweif­le auch, das Olympia hier Besserung ge­bracht hät­te.

Aber es ist wie es, der Traum von Olympia ist aus­ge­träumt und der Kelch ist an uns vor­über­ge­gan­gen. Jetzt kann si­ch die Stadt um ge­ziel­te Infrastrukturförderung Gedanken ma­chen und das Leuchtturmprojekt bei­sei­te le­gen. Ich den­ke zwar nicht das es bei un­se­rer der­zei­ti­gen Vertretung im Rathaus und Land pas­sie­ren wird, aber viel­leicht kommt da jetzt doch mal je­mand auf den Trichter, wie si­ch ver­plan­te und nicht be­nö­tig­ten Ressourcen po­si­tiv neu ein­setz­ten las­sen.

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