Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Sport : Ja zu Olympia in Kiel und Hamburg!

1972: Eröffnungsfeier im Olympiazentrum Schilksee, Olympisches Feuer.
1972: Eröffnungsfeier im Olympiazentrum Schilksee, Olympisches Feuer. | Foto: George Gasch, CC BY-SA 3.0

Steffen Voß

Kiel und Hamburg stimmen heute darüber ab, ob sie sich gemeinsam für Olympia 2024 bewerben wollen. Obwohl ich kein großer Fan des öffentliches Zuschauens bei anderer Leute Sportaktivitäten bin, werde ich für Olympia stimmen.

Kiel lebt heute von dem, was Olympia 1972 der Stadt gebracht hat: In Schilksee standen davor kaum drei Hütten und Kiel hatte nicht einmal einen Autobahnanschluss. „Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole,“ erzählt Günther Bantzer, Kiels Oberbürgermeister von 1972.

Vieles braucht aber mal mehr als einen Eimer Farbe, um auch in Zukunft noch attraktiv zu sein. Wir können aber auf diese Substanz aufbauen, wir müssen sie ohnehin modernisieren und wir können die Chance nutzen, sie zukunftssicher zu ergänzen.

Selbst die erfolglose Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 hat Kiels Profil als Segelstadt geschärft und zum Beispiel die wichtige Diskussion um eine Stadtregionalbahn und die Zukunft des Verkehrs in Kiel angeschoben.

Städte brauchen solche Impulse. Deswegen stimme ich mit „Ja“.

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  1. Zusammenfassung der Woche ab 23.11.2015 | Iron Blogger Kiel

Kommentare

keraM rehtlaW
keraM rehtlaW:

Grundsätzlich gebe ich dir da recht, solche Ereignisse können einer Region wirtschaftlich und strukturell positiv beeinflussen. Allerdings lehrt uns die Expo, das nicht jede Region die Effekte positiv umsetzen kann. Solche Ruinen würde ich Kiel und Schleswig-Holstein gerne ersparen. Auch in Kiel sehe ich schon vor meinem geistigen Auge die Schweine auf die gefüllten Tröge warten.

Aber macht mal ruhig. Mir als Misanthrop kann das relativ egal sein. Ich meide Kiel schon aktiv zur Weihnachtsmarktzeit oder zur Kieler Woche. Da werde ich es wohl sich zu ein paar Segelwettbewerben schaffen, Kiel weiträumig zu umfahren. Hauptsache ihr geht mit mit dem ganzen Kram nicht auf den Senkel.

29.11.2015 um 20:07
Steffen Voß
Steffen Voß:

Mag sein, dass das Expo-Gelände in Hannover nicht Hort des prallen Lebens geblieben ist. Hannover hat aber für die Expo eine Stadtregionalbahn bekommen, die weit ins Umland reicht und Dörfer anbindet, die früher jwd waren. Heute sind die Haltepunkte Katalysationspunkte von Entwicklung. Kiel könnte es gut gebrauchen, dass nicht der gesamte Wohndruck auf die Innenstadt geht. Wer aber heute außerhalb wohnen will, muss zwingend ein Auto haben und einen Parkplatz im Zentrum. Meine Hoffnung wäre gewesen, dass sich Rendsburg-Eckernförde das mit der SRB noch einmal überlegt, wenn die Olympischen Spiele nach Kiel gekommen wäre.

29.11.2015 um 22:50
keraM rehtlaW
keraM rehtlaW:

Puh, Glück gehabt. Wenn auch nur auf dem zweiten Entscheidungsweg.

Hamburg hat sich gegen Olympia 2014 entschieden, damit sollte die Sache auch für Kiel erledigt sein. Ich bin da nicht wirklich traurig drüber, denn neben viel Trubel, Baustellen und sinnlosem Politikergeschwätz hätte uns das auch Terrordiskussion, erhöhte Polizeipräsenz, vermehrte Überwachungsmaßnahmen und massive Einschränkungen beschert. Insbesondere die Überwachungsmaßnahmen wären uns mit Sicherheit auch langfristig erhalten geblieben. Darauf verzichte ich doch gerne.

Ich gebe Dir aber gerne recht, wenn Du sagst, das Kiel sich weiter entwickeln muss. Insbesondere der Gettoisierung einiger Kieler Stadtteile und Randgebiete muss entgegengewirkt werden. Inwiefern hier der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs Besserung bringen könnte, kann ich leider nicht abschätzen. Auch muss man bedenken, dass die Anbindung der Außenbezirke insbesondere mit der Bahn in den letzten Jahren teilweise zurückgefahren wurde. Auch sind die Fahrkosten teilweise zu hoch. Ergo zieht es eher die gut Betuchten in die Randbereiche und es entwickelt sich um Kiel ein „Hamburger Speckgürtel“, mit allen Vor- und Nachteilen. Ich bezweifle auch, das Olympia hier Besserung gebracht hätte.

Aber es ist wie es, der Traum von Olympia ist ausgeträumt und der Kelch ist an uns vorübergegangen. Jetzt kann sich die Stadt um gezielte Infrastrukturförderung Gedanken machen und das Leuchtturmprojekt beiseite legen. Ich denke zwar nicht das es bei unserer derzeitigen Vertretung im Rathaus und Land passieren wird, aber vielleicht kommt da jetzt doch mal jemand auf den Trichter, wie sich verplante und nicht benötigten Ressourcen positiv neu einsetzten lassen.

30.11.2015 um 13:43

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