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Open-Software Services: Das Internet soll offener werden

By: Alfred Schierholz - CC BY 2.0

Das Internet basiert auf verschiedenen offenen Standard und offener Software. Was wäre das World Wide Web zum Beispiel ohne Apache für die Webserver und Firefox als Browser? Die Offenheit endet dann aber schnell an der virtuellen Haustür: Kaum ein Internet-Service stellt seine Dienste basierend auf einer offenen Struktur an. Das soll anders werden, findet ­Evan Prodromou­, der mit seiner offenen Twitter-Version „Laconica“ schon einmal vorgelegt hat.

­Schritt 1: Walled Gardens öffnen

Walled-Gardens“ sind also nur ein Teil des Problems proprietärer Internet­-Angebote: Wer derartige Dienste nutzt, kann sie nur auf die Art nutzen, die der Anbieter vorgibt: Im StudiVZ kann man alle möglichen Profildaten angeben, Fotos hochladen, Freunde finden, diskutieren und so weiter. All diese Informationen, die man selbst erstellt hat, bekommt man selbst aber nicht wieder von dieser Plattform, um sie zum Beispiel auf Facebook nicht noch einmal eingeben zu müssen („Data-Portability“).

Für derartige Interaktionen haben viele Anbieter inzwischen APIs eingerichtet, über die die Daten abrufbar sind. Mit Open Social gibt es sogar einen Standard für derartige APIs. Aber trotzdem bin ich beim StudiVZ noch darauf angewiesen, dass der Betreiber seinen Service aufrecht erhält. Sollte sich das Geschäft eines Tages nicht mehr lohnen, und das StudiVZ würde geschlossen, wären alle meine Kontakte, geistreichen Kommentare und Fotos verloren.

Schritt 2: Offene Software Services

Evan Prodromou war ein begeisterter Twitter-Benutzer, doch ihn störte, dass er nicht im Griff hatte, was Twitter mit seinen Informationen anstellte – dazu kamen die ständigen Aussetzer des Dienstes. Also machte er sich daran eine eigene Server-Software zu schreiben, die im Prinzip das gleiche tat („Laconica“).

Im Gegensatz zu Twitter aber, arbeitet Laconica mit einer verteilten Struktur, bei der sich jeder Interessierte den Server installiert und an das Laconica Netzwerk anhängt.

Solange also mindestens einer einen solchen Server betreibt, gibt es den Dienst – unabhängig davon, ob er sich finanziell lohnt oder nicht.

Evan Prodromou:

„One of the suggestions of the Franklin Street Declaration is for programmers to ‚[d]evelop software that can replace centralized services.‘ I’ve taken that suggestion to heart in creating the Laconica microblogging platform, which powers my site Identi.ca. I was using microblogging services a lot, and I wanted to have one that would preserve my autonomy; so I created my own.“­ – An Open Software Services Ecology­­

­In seinem Artikel „An Open Software Service Ecology“ macht Evan eine ganze Reihe von Vorschlägen für weitere Projekte zur Ablösung beliebter „Web 2.0“-Angebote durch offene Software Dienste: Von Flickr bis Amazon S3 reicht die Liste seiner Ideen.

Was hiess nochmal „Internet“?

Ich denke, dass Evan die Idee des Internets damit konsequent auf alle Dienste überträgt. Das Internet ist ein Medium für grenzenlose Kommunikation. Zur Zeit wird aber auf vielen kleinen Inseln in verschiedenen Sprachen gesprochen. In den nächsten Jahren wird sich das stark ändern – nicht zuletzt durch offene Software und die Tatsache, dass es sehr günstig geworden ist, einen eigenen Webserver zu mieten, auf dem Angebote in professionellen Größenordnungen laufen können.

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