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Yeaaaaaah!: Metallica – Death Magnetic

By: ComerZhao - CC BY-SA 2.0
By: ComerZhao - CC BY-SA 2.0

Ich ha­be mi­ch ewig nicht mehr auf das Erscheinen ei­nes Albums ge­freut – ich weiß nicht ein­mal, ob das in die­sem Jahrtausend schon pas­siert ist. Aber seit ich Anfang letz­ter Woche das er­s­te Mal „The Day that Never Comes“ ge­hört ha­be, war ich nicht mehr zu hal­ten: Ich ha­be mir „Death Magnetic“ vor­be­stellt und mi­ch wie ein Teenager ge­freut, als der Postbote es am Tag des Erscheines end­li­ch brach­te. Und das Warten hat si­ch ge­lohnt!

Eigentlich woll­ten Metallica ja schon mit dem Vorgänger „St. Anger“ zu den Wurzeln zu­rück­ge­kehrt sein, nach­dem sie vor­her mit den me­di­o­cren Alben „Load“ und „Reload“ ei­ne Menge Fans ver­schreckt ha­ben. Doch auch der Sound von „St. Anger“ mus­s­te nur mit ge­misch­ten Kritiken le­ben: „Monoton und ner­vi­ge Drums“ – da­für aber wie­der we­sent­li­ch här­ter.

Bei „Death Magentic“ ist vie­les an­ders und no­ch mehr so wie in der „gu­ten al­ten Zeit“. Die wich­tigs­te Änderung ist ei­ne Personalie: Bob Rock ist nicht mehr an den Reglern. Seit dem „Black Album“ hat­te er den Sound von Metallica de­fi­niert. Obwohl das schwar­ze Album sei­ner Zeit sehr er­folg­reich war, ist es doch auch ei­ne Abkehr vom un­ge­schlif­fe­nen Metal Sound der frü­hen Jahre ge­we­sen und mit der Ballade „Nothing Else Matters“ schaff­te Metallica den Durchbruch in den Mainstream. Vielen al­ten Fans ge­fie­len die al­ten Sachen den­no­ch bes­ser.

Der neue Produzent ist kein Unbekannter

Rick Rubin ist in der Vergangenheit schon ver­ant­wort­li­ch für ei­ne gan­ze Reihe Klassiker ge­we­sen: Mit der Kooperation der Rapper von Run DMC und den Rockern von Aerosmith bei „Walk this Way“ schaff­te er ein kom­plett neu­es Genre – Crossover war ge­bo­ren. Er pro­du­zier­te das er­s­te Album von Danzig, „Black Sugar Sex Magik“ von den Red Hot Chili Peppers und vor al­lem das Spätwerk Johnny Cashs mit dem des­sen Legende ze­men­tiert wur­de.

Death Magnetic

Death Magnetic ist wie­der ein Metal Album der al­ten Schule und klingt trotz­dem nicht alt­mo­di­sch oder gar al­bern – da könn­ten si­ch ei­ni­ge ty­pi­sche Wacken-Acts ne di­cke Scheibe von ab­schnei­den. Kein Song ist un­ter 5 Minuten und schon des­we­gen völ­lig un­taug­li­ch fürs Radio. 

Kann man den Sound be­schrei­ben, oh­ne in mie­se Metal-Magazin-Klischees zu fal­len? „Lars Ulrich hat sei­nen be­kann­ten, stau­bi­gen, stamp­fen­den Schlagzeugsound wie­der und die Gitarren tür­men si­ch zu Wänden auf, die im­mer wie­der durch klas­si­sche Metal-Soli zer­sägt wer­den.“ Ich lass es lie­ber, aber: Das sind Sounds, die ICH seit Jahren nicht ge­hört ha­be. Ich muss aber auch sa­gen, dass mi­ch Metal seit 10-15 Jahren nicht mehr in­ter­es­siert hat. „Toxicity“ von System of a Down war no­ch mal ein Highlight (üb­ri­gens auch ei­ne Rubin-Produktion) und son­st bin ich in mu­si­ka­li­scher Hinsicht recht ver­weich­licht in den letz­ten Jahren: Ich hab so­gar an­ge­fan­gen Springsteen gut zu fin­den!

Daran än­dert auch Metallica 2008 nichts. Aber „Death Magnetic“ läuft bei mir zur Zeit hoch und run­ter ich freu mi­ch über die star­ken Sounds. Fans von „frü­her“ soll­ten ein­fach mal rein­hö­ren. „Death Magnetic“ ist die Wiedergeburt der al­ten, star­ken Metallica.

Kommentare

cokibert

Wusstest du’s: James Hatfield sagt, er fin­det Frauen, die sei­ne Musik mö­gen, ko­mi­sch. Dann sag ich mal nix. gree­tings from the sym­bol for­mer­ly known as co­ki

Die Studienrätin

Richtig muss es sein!

Gast

Ein we­nig ha­ben si­ch Metallica schon rück­be­son­nen. Die Begeisterung kann ich aber lei­der nicht tei­len. Vergleiche ich die neue Scheibe mit den Metallica Klassikern wie „And ju­s­ti­ce…“ mit dem „Death Magnetic“ all­zu oft in Bezug ge­setzt wird, gibt es auf dem neu­en Album nicht ei­nen Song der auch nur im Ansatz mit ei­nem „One“ mit­hal­ten kann. Für mi­ch klingt die neue CD wie ei­ne gu­te Band, die ver­sucht wie Metallica zu klin­gen, es aber doch nicht ganz schafft. Das Ergebnis ist si­cher bes­ser als St. Anger aber al­te Stärken kom­men auch nicht voll durch.

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