Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Einführung : Was sind Location-Based Services?

Steffen Voß

Location-Based Services (standort-bezogene Dienste) sind die Schnittmenge aus Internet, den Möglichkeiten mobiler Endgeräte und raumbezogene Daten aus einem geografischen Informationssystemen (GIS). Im Rahmen eines Vortrages an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein habe ich eine Präsentation zu diesem Thema ausgearbeitet, die ich heute abend auf dem WebMontag in Kiel noch einmal kurz zusammenfassen werde.

Stell Dir diese Situation vor: Du sitzt im Park, genießt die Sonne und bekommst plötzlich Durst. Du holst Dein Mobiltelefon raus, schmeißt das Internet an und schaust, wo in der Umgebung das nächste Café ist. Im Prinzip ist das ein Beispiel für Location-Based Services (LBS), denn Du hast dort die drei Elemente:

  1. Internet
  2. Mobiles Endgerät
  3. raumbezogene Daten

Raumbezug?

Wie man Daten mit Raumbezug verwalten kann, ist relativ einfach: Man hat eine Datenbank mit Informationen („Cafés“) und diese Informationen sind zum Beispiel Adressen zugeordnet. Systeme, in denen man raumbezogene Daten eingibt, verarbeitet und ausgibt, nennt man Geografische Informationssysteme (GIS).

Wo bin ich?

Um herauszufinden, welches Café Dir das System empfehlen soll, muss es wissen, wo Du Dich befindest. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Darüberhinaus gibt es Methoden, die sich für speziellere Anwendungen eigenen:

Hindernisse

LBS setzen sich erst nach und nach durch. Zum einen haben die teuren, mobilen Onlinetarife viele Benutzer abgeschreckt, zum anderen haben die Mobilfunkanbieter das Internet sehr restriktiv gehandhabt: Zugang gab es fast nur über deren eigene Portale.

Dazu kommt, dass die kleinen Bildschirme der Telefone und die Bedienung per 0-9-Tastatur nicht gerade schnell geht und Spaß macht.

Probleme durch LBS

Wer seinen Standort weitergibt, muss damit rechnen, dass er gespeichert wird. Und wer häufig genug seinen Standort weitergibt, über den kann ein detailliertes Bewegungsprotokoll erstellt werden.

Abhilfe will da zum Beispiel Yahoo mit der Fire-Eagle API schaffen: Dort werden die Standortdaten unter der Kontrolle der benutzer anonym und unabhängig von anderen Diensten verwaltet.

Die Möglichkeiten von Location-Based Services sind sicher noch nicht ausgeschöpft und stellen einen großen Teil des Wachstumspotentials dar, das dem Markt der Geoinformation immer wieder prognostiziert wird.

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