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Basiswissen Web2.0: Blog, Blogger, Blogosphäre

Blogs sind Websites, die als zen­tra­len Bestandteil ei­ne chro­no­lo­gi­sche Liste von Text-Beiträgen ent­hal­ten. Sie wer­den ty­pi­scher Weise von ei­ner ein­zel­nen Person be­trie­ben und be­fas­sen si­ch Inhaltlich mit dem, was die­se Person be­wegt. Die Bezeichnung "Online-Tagebuch" ist den­no­ch ir­re­füh­rend, weil si­cher die we­nigs­ten Betreiber die­sen öf­fent­li­chen Seiten ih­re pri­va­tes­ten Geheimnisse an­ver­trau­en.

Das Wort "Blog" ist die Kurzform von "Weblog", wel­ches si­ch laut Wikipedia zu­sam­men­setzt aus engl. "World Wide Web" und "Log" für Logbuch. 

Selbst wenn in­zwi­schen vie­le Blogeinträge kom­plet­te Artikel sind, ha­ben klas­si­sche Blogeinträge kei­ne so fes­te Form: Oft neh­men sie ein in­ter­es­san­tes Zitat, ein Video oder ein Bild von ei­ner an­de­re Website oder aus ei­nem an­de­ren Blog und kom­men­tie­ren die­ses kurz und regt da­durch zu Leserfeedback an. Jedes Blog ver­fügt des­we­gen über ei­ne Kommentarfunktion, die auch oh­ne Anmeldung an­onym ver­wen­det wer­den kann. Darüberhinaus gibt es Möglichkeiten ei­ge­ne Blogposts als Kommentare als Feedback ein­zu­rei­chen.

Die Blogosphäre

In der Folge ent­ste­hen in­ter­net­wei­te Diskussionen, die in Ihrer Gesamtheit als "Blogosphäre" be­zeich­net wer­den. In der Blogosphäre gibt es be­lieb­te Blogs, die von vie­len Lesern re­gel­mä­ßig be­sucht und kom­men­tiert wer­den. Diese Blogs nennt man A-Blogs, dar­un­ter staf­feln si­ch die B-Blogs, C-Blogs usw. Natürlich wird nicht ob­jek­tiv fest­ge­legt, wer A und wer B ist, aber es gibt so ei­ne Clique von Bloggern, auf die si­ch wohl die meis­ten an­de­ren Blogger als A-Blogger ei­ni­gen kön­nen.

Wer wis­sen will, was in der Blogosphäre – vor al­lem in der deut­schen Blogosphäre ge­ra­de dis­ku­tiert wird, kann auf rivva.de ei­nen gu­ten Überblick be­kom­men. Da Rivva auf quan­ti­ta­ti­ven Analysen ba­siert, herr­schen hier Themen vor, die man viel­leicht als "Internet-Boulevard" be­zeich­nen könn­te: Der neus­te StudiVZ-Skandal (weil nie­mand das StudiVZ mag, der si­ch ein biß­chen da­mit kri­ti­sch be­schäf­tigt), das neue iPho­ne (weil die ei­nen es ha­ben wol­len und die an­de­re es doof fin­den) und das be­lieb­tes­te Thema ist: "Warum steckt die deut­sche Blogosphäre in der Krise?"

Krise welche Krise?

Jaja, die deut­sche Blogosphäre tut auch im Internet, wo­für der Deutsche so be­rüch­tigt ist: Jammern. Und war­um? Weil kaum je­mand Geld ver­dient mit Blogs und weil Blogger im­mer we­ni­ger auf die oben ge­nann­te Art dis­ku­tie­ren. Dabei stellt si­ch zum ei­nen die Frage:

  • Wieviel Diskussion ist nor­mal?

Und zum an­de­ren:

  • Warum soll­ten Blogger die ein­zi­gen im Internet sein, die mit Content Geld ver­die­nen?

Die A-Blogger ha­ben ein gro­ßes Glaubwürdigkeits-Problem: Blogs le­ben ei­gent­li­ch da­von, dass die Blogger nur dann schrei­ben, wenn sie wirk­li­ch et­was zu sa­gen ha­ben. Im Gegensatz zu an­de­ren Medien müs­sen sie nicht je­den Tag 24h Programm ma­chen oder 30 Seiten fül­len – die Leser abon­nie­ren den RSS-Feed und wer­den so auch dann auf neue Artikel auf­merk­sam, wenn nur al­le 3 Wochen mal ei­ner kommt. 

Als A-Blogger, der von Werbung le­ben will, muss ich wie je­de an­de­re kom­mer­zi­el­le Internetseite je­den Tag so vie­le Besucher wie mög­li­ch auf die Seite be­kom­men. Das geht aber nicht, wenn sie nur schrei­ben, wenn ih­nen ein in­ter­es­san­ter Gedanke kommt. Dabei kom­men dann zu vie­le Artikel her­aus, als dass man da no­ch als Leser wirk­li­ch je­den Artikel liest. Und schon ist der Feed wie­der ab­be­stellt.

Für mi­ch kommt hin­zu, dass es zur Zeit out ist, po­li­ti­sch zu sein, oder zu Dingen ei­ne Meinung zu ha­ben und sie tat­säch­li­ch zu ver­öf­fent­li­chen. So kann man we­nig gu­te Ruflektionen zu ak­tu­el­len Themen le­sen und tech­ni­sch ist Deutschland weit weg von den Innovationen, die im­mer no­ch aus den USA kom­men. Während deut­sche Blogs das iPho­ne im T-Punkt fei­ern, gibt es we­sent­li­ch mehr ame­ri­ka­ni­sche Blogs, die viel brei­ter Trends im Internet auf­grei­fen und dis­ku­tie­ren. 

Ich den­ke nicht, dass auch nur ein deut­sches A-Blog auch in den USA in­ter­es­sant wä­re. Ich selbst abon­nie­re deut­sche Blogs von Bekannten, um zu er­fah­ren, mit was die si­ch ge­ra­de be­schäf­ti­gen. Und dann ha­be ich no­ch die Webkrauts abon­niert, wo­bei ich sa­gen muss, dass ich dort auch scha­de fin­de, dass die so sel­ten schrei­ben, wenn sie et­was be­wegt und häu­fi­ger Aktionen ha­ben, bei de­nen dann auch Artikel da­bei sind, bei de­nen je­mand da­bei sein woll­te, oder es fehl­te no­ch ei­ner, da­mit der Adventskalender voll ist.

Trotzdem den­ke ich, dass si­ch auch ei­ne deut­sche Blogosphäre ent­wi­ckeln kann, die auch dau­er­haft in­ter­es­san­te Diskussionen auf ho­hem Niveau lie­fert. 

Foto: Accela

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