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Ich bin dann mal weg: Twitter vs. Laconica

Meine These ist ja: Sobald je­mand ei­nen coo­len Webservice an­bie­tet, dau­ert es et­wa ei­ne hal­be Stunde und je­mand fängt an, si­ch ei­ne freie Lösung zu über­le­gen und um­zu­set­zen. Beispiele: Google Maps/Openstreetmap, iPhone/Android usw. So war es nur ei­ne Frage der Zeit bis je­mand mit ei­ner frei­en Version von Twitter an­kommt.

Laconica heißt der freie Twitter Clone. Er ba­siert auf PHP und MySQL und ist un­ter AGPL er­schie­nen. Jeder kann si­ch das Programm her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren – und das Tolle ist: Man hat da­mit kei­ne "Insel" auf der al­le an­ge­mel­de­ten Benutzer nur Freunde der an­de­ren an­ge­mel­de­ten Benutzer sein kön­nen. Laconica im­ple­men­tiert ein ei­ge­nes Protokoll, das auf OAuth ba­siert und er­mög­licht, dass Benutzer kreuz und quer über ver­schie­de­ne Laconica-Installationen Freundschaften schlie­ßen kön­nen.

Verteilte Last ist kaum Last… 

Mit die­sem ver­teil­ten System soll­te es ei­gent­li­ch re­la­tiv schwie­rig sein, den Dienst in die Knie zu zwin­gen – so wie es mit der zen­tra­len Lösung auf den Servern von Twitter im­mer wie­der pas­siert.

Der direkte Vergleich

Laconica hat no­ch ei­ni­ge Features we­ni­ger als Twitter – da­für ist nicht die Hälfte ab­ge­schal­tet. Nachrichten per Jabber zu schrei­ben und emp­fan­gen ist zum Beispiel bei bei­den, Laconica und Twitter, mög­li­ch – Bei Twitter ist das Feature aber seit Wochen we­gen zu gro­ßer Überlastung ab­ge­schal­tet. Bei Laconica kann man sein Benutzerprofil da­für no­ch nicht mit ei­nem ei­ge­nen Hintergrundbild und ei­ge­nen Farben an­pas­sen.

Mehr Möglichkeiten

Ich hab mir die Software no­ch nicht selbst in­stal­liert. Interessant wä­re es aber zu er­fah­ren, ob man den Dienst auch nach au­ßen ab­schlie­ßen kann, um zum Beispiel unternehmens-intern zu twit­tern. Bei ReadWriteWeb ist da­zu ge­ra­de ein in­ter­es­san­ter Beitrag er­schie­nen: Is Email In Danger?

Warum?

Eine in­ter­es­san­te Begründung für sei­ne Initiative lie­fert
der Entwickler Evan Prodromou in sei­nem Blog:

"As a so­cie­ty we re­jec­ted "wal­led gar­dens" li­ke AOL, Compuserve, and MSN in the ear­ly 90s in fa­vor of the dis­tri­but­ed, open na­tu­re of the World Wide Web. And I think that the new wal­led gar­dens li­ke Facebook and Google, need to be re­pla­ced wi­th ­open pro­to­cols and stan­dards."

­Genau die­ser Meinung bin ich auch – und des­we­gen bin ich ab so­fort auch bei identi.ca zu finden­. Wer möch­te, kann mi­ch da ger­ne heim­su­chen!

Twitter: "Ich bin dann mal weg…"

Links

Kommentare

Bascht

Gibts so­was wie ei­nen „Legacy Transport“ zu Twitter?
So im Stile der ICQ-Gateways von Jabber.
Das wä­re echt reiz­voll, um zu mi­grie­ren oh­ne sei­ne al­ten Buddys zu ver­lie­ren… 🙂

Steffen

Dazu gibt es schon nen Feature Request im Tracker. Sollte nicht so schwer sein. Es gibt ja schon 1 Mio Twitter-Clients. Dann ist Laconica eben no­ch ei­ner 😀

CarlS

Wozu identi.ca, wo es doch jetzt bleeper.de gibt (ba­siert auch auf la­co­ni­ca OpenSource). Endlich ist ein ver­nünf­ti­ger deut­scher Dienst am Start und ihr wollt schon wi­der ei­nen ame­ri­ka­ni­schen be­vor­zu­gen. Wer jetzt jam­mert, dass auf blee­per no­ch zu we­nig los ist, kann das ja än­dern !

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