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Datenschutz: Windows 10 ist Spyware

Mein Name tut nichts zur Sache
Mein Name tut nichts zur Sache | Foto: Thomas Leuthard - CC BY 2.0

Kostenlos!! Microsoft ver­schenkt das Update auf Windows 10. Warum wird da nie­mand stut­zig? „Wenn Du nicht der Kunde bist, dann bist Du das Produkt“ – Die Diskussion ist nicht ganz neu. Trotzdem scheint kaum je­mand zwei­mal hin­zu­schau­en.

Als lang­jäh­ri­gen Linux-Nutzer hau­en mi­ch kos­ten­lo­se Updates nicht mehr au­to­ma­ti­sch vom Hocker. Nun gibt es ein kos­ten­lo­ses Update für Windows. Ja, auch ich ha­be no­ch ei­ne Partition mit Windows. Zum Spielen. Deswegen ha­be ich über­legt, heu­te Abend die­ses Update zu in­stal­lie­ren.

45 DIN-A4-Seiten neue Nutzungsbedingungen

Ich bin no­ch mit ei­ner ge­wis­sen Microsoft-Skepsis auf­ge­wach­sen. Da mus­s­te ich mir er­st ein­mal an­le­sen, was es denn Neues bei Windows gibt. Im Kern scheint neu zu sein, dass es das al­te Startmenü wie­der gibt und es gibt neue Nutzungsbedingungen – 45 DIN-A4-Seiten.

Die neu­en Nutzungsbedingungen räu­men Microsoft of­fen­bar so ei­ne Art Universalvollmacht für den Umgang mit den Daten auf dem Rechner ein, ge­gen den die Vorratsdatenspeicherung ein Fliegenschiss ist: WebCam, Mikrofon, Standortdaten, Browser-Historie, E-Mails, SMS usw. Natürlich nur zur Qualitätssicherung!

All die­se Rechte wer­den ein­ge­räumt und die nö­ti­gen Funktionen ak­ti­viert, wenn man die Express-Installation wählt. Man kann das of­fen­bar auch wei­test­ge­hend nach­träg­li­ch wie­der ab­schal­ten. Trotzdem: Früher hät­te man das ei­ne Frechheit ge­nannt. Jetzt kling ich schon wie­der wie der Datenschutz-Opa, der die fröh­li­che Update-Party stört.

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Kommentare

MAWSpitau

Danke für den Beitrag. Ich bin mir nur si­cher, dass er in der Welt da drau­ßen ver­puf­fen wird. Die Sensationsgeilheit, des kos­ten­lo­sen OS wird sie­gen. „Schöne neue Welt.“

Anon

so ei­ne Art Uni­ver­sal­voll­macht für den Umgang mit den Daten auf dem Rech­ner

Was für ein Müll. Dein Propaganda-Niveau ist un­ge­fähr auf ei­nem Level mit dem von Microsoft.

Steffen Voß

Man muss si­ch ja auch auf Augenhöhe be­geg­nen. 😉

Es ist zu­ge­spitzt, aber wenn si­ch Microsoft die Rechte ein­räu­men lässt, auf Standortsdaten, Mikrofone, Kameras, Mails, Browserdaten usw. zu­zu­grei­fen, dann fra­ge ich Dich, was da no­ch zur Universalvollmacht fehlt.

Wie die ver­link­ten Artikel zei­gen, bin ich nicht der ein­zi­ge, der das so sieht. Bei heise.de ist auch ge­ra­de ein kri­ti­scher Artikel er­schie­nen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Windows-10-Neue-Datenschutzbestimmungen-Windows-wird-zur-Datensammelstelle-2765536.html

Windows ge­ne­riert nach Angaben der Datenschutzbestimmungen für je­den Benutzer ei­nes Gerätes ei­ne un­ver­wech­sel­ba­re Werbe-ID. Diese kann von App-Entwicklern und Werbenetzwerken da­zu ver­wen­det wer­den, um „re­le­van­te­re Werbung an­zu­bie­ten“.

Thomas S

Microsoft be­hält si­ch auch das Recht vor, auf Inhaltsdaten (z.B. E.MAil) zu­zu­grei­fen, wenn be­stimm­te Rechtsgüter ge­fähr­det sind. Staatliche Stellen brau­chen für so et­was i.A. ei­nen rich­ter­li­chen Beschluss. MS darf das selbst ent­schei­den.

Schließlich wer­den wir auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten zu­grei­fen, die­se of­fen­ba­ren und be­wah­ren, ein­schließ­li­ch pri­va­ter Inhalte (wie der Inhalt Ihrer E-Mails und an­de­re pri­va­te Mitteilungen oder Dateien in pri­va­ten Ordnern), wenn wir in gu­tem Glauben sind, dass dies not­wen­dig ist, um:

  • gel­ten­de Gesetze ein­zu­hal­ten oder auf ge­richt­li­che Verfahren zu ant­wor­ten, ein­schließ­li­ch de­nen von Strafverfolgungsbehörden oder an­de­ren staat­li­chen Stellen;
  • un­se­re Kunden zu schüt­zen, zum Beispiel, um Spam oder Versuche, Nutzer der Dienste zu be­trü­gen oder zu hel­fen, den Verlust von Leben oder schwe­ren Verletzungen von Personen zu ver­hin­dern;
  • den Betrieb und die Wartung der Sicherheit un­se­rer Dienstleistungen zu er­hal­ten, ein­schließ­li­ch ei­nen Angriff auf un­se­re Computersysteme oder Netzwerke zu ver­hin­dern oder zu stop­pen; oder
  • die Rechte oder das Eigentum von Microsoft, ein­schließ­li­ch der Durchsetzung der Bedingungen für die Nutzung der Dienste zu schüt­zen – aber, auch wenn wir Informationen er­hal­ten, dass je­mand un­se­re Dienstleistungen für den Verkehr mit ge­stoh­le­nem geis­ti­gen oder kör­per­li­chen Eigentum von Microsoft be­nutzt, wer­den wir Privatinhalte ei­nes Kunden nicht selbst in­spi­zie­ren, aber wir wer­den die Angelegenheit an die Strafverfolgungsbehörden wei­ter­lei­ten.
Normy

War ja klar. Ich mag Win10 auch nicht aber muss man wirk­li­ch wie Kleinkinder rum­bas­hen ? Und das ge­ra­de aus dem nei­di­schen Linuxlager mit we­ni­ger als 1% Marktanteil. Its al­bern und tut Linux ei­nen Bärendienst. Der Blogeintrag strotzt nur vor Polemik und fal­sch­ne Behauptungen. Spyware ? Könnte man auch von je­der Linuxdistri be­haup­ten. Oder lest ihr al­le er­st die Quelltexte des Kernels, be­vor ihr al­le Sofwtare selbst kom­pi­liert …

Man kann si­ch nur an den Kopf fas­sen bei so­viel Dummheit und Intoleranz.

Soll doch je­der das OS nut­zen, wel­ches für sei­ne Arbeit not­wen­dig und das sinn­volls­te ist. Ich bin nach lan­gen Jahren Linux frus­triert wie­der zu Windows 7 um­ge­stie­gen – ich konn­te das Rumgebastel für je­den Scheiss nicht mehr er­tra­gen – un­ter Windows 7 be­nö­ti­ge ich für mei­ne Arbeit im Bereich Design und Video nur no­ch den hal­ben Zeitaufwand – und kann die ge­spar­te Zeit mit sinn­vol­le­ren Dingen als dem PC ver­brin­gen.

Ich wet­te, die glei­chen Vollpfosten, die hier mit Worten wie Spyware etc po­le­mi­sch um si­ch wer­fen, sind be­stimmt auch auf Fratzenbuch, Gockel+ oder ähn­li­chem so­zia­len Dreck an­ge­mel­det. Schonmal de­ren AGBs und Datenschutzbestimmungen ge­le­sen ? Na, viel Spass …

Gerald

@Normy: Ersetze in dei­nem Kommentar ein­fach Windows durch Linux und um­ge­kehrt, dann wird dir viel­leicht klar, dass du ge­n­au das machst, was du den „Linux-Jüngern“ vor­wirfst. Psychologen nen­nen das „Projektion'“.

Torsten

Naja, Ubuntu ist laut RMS (Richard Stallman) aber auch „Spyware“, al­so die Verknüpfung von Dash und Amazon, bei­spiels­wei­se. Da darf man (wenn man Ubuntu-Nutzer ist), nicht gleich auf Windows 10 ein­dre­schen. Ich per­sön­li­ch be­vor­zu­ge ein frei­es und com­mu­ni­ty­ge­stüt­zes Linuxsystem, wie Debian, Lubuntu, Xubuntu, etc. Linuxe, wie Ubuntu, kom­men mir nicht mehr auf die Platte. Immer dort, wo ei­ne Firma da­hin­ter steht, muß man skep­ti­sch sein. Diese Skepsis tä­te dem ein- oder an­de­ren Linuxnutzer auch ein­mal ganz gut.

Marko

Meine Güte, was für ein Aufriss. Jedes die­ser „Spyware“ Einstellungen kann man ab­schal­ten. Jedes ein­zel­ne, wel­ches hier er­wähnt wird. Und da­für muss man no­ch nicht ein­mal gross su­chen. Einfach mal die Einstellungen durch­ge­hen und so ziem­li­ch al­les auf aus stel­len. Aber nein, da muss man ja den­ken.

Steffen Voß

@Marko: Die Nutzungsbedingungen mus­st Du aber trotz­dem an­neh­men.

@Torsten: Die Verbindung zu Amazon in Ubuntu fin­de ich auch fal­sch. Auf mei­nem Laptop läuft un­ter an­de­rem des­we­gen Fedora. Die Funktion ist aber ein Fliegenschiss ge­gen das, was si­ch Microsoft ein­räu­men lässt. 

@Normy: Zugespitzt si­cher. Bisher ha­be ich aber kei­ne Anhaltspunkte da­für ge­se­hen, dass es fal­sch ist, dass si­ch Microsoft um­fang­rei­che Rechte für mei­ne Inhalte ein­räu­men lässt. Das sagt ja nichts dar­über aus, ob Windows ein brauch­ba­res Betriebssystem ist. Ja, es ist im­mer no­ch Standard. Ja, die meis­te Software wird no­ch da­für ge­schrie­ben. Und durch das klar de­fi­nier­te System greift da auch vie­les bes­ser in ein­an­der. Das aber hat auch sei­nen Preis. Ob Du nun Windows 10 nutzt oder nicht, kann­st Du Dir selbst aus­su­chen. Du soll­test nur wis­sen, auf was Du Dich ein­lässt… Außerdem hat Microsoft auch im­mer no­ch die Chance die Nutzungsbedingungen zu än­dern und die gan­zen Spy-Features aus­zu­bau­en. Dann blie­be es wei­ter­hin ein funk­tionables System.

MArko

@Steffen Voß Die Bedingungen mus­st du bei je­der Software, die du in­stal­lier­st zu­stim­men. Ich bin mir si­cher, das grad mal 1% (wenn über­haupt) si­ch über­haupt die Mühe ma­chen und die­se le­sen. Es gab mal ei­nen Softwarehersteller ( es war ein recht gros­ser), der in sei­nen el­len­lan­gen Nutzerbedingungen ir­gend­wo mit­ten­drin ste­hen hat­te, das der­je­ni­ge, der die­se liesst und ei­ne e-mail mit ei­nem be­stimm­ten Text an den Suppurt schickt, 5000 Dollar be­loh­nung be­kommt. Was glaub­st du? Genau, ein ein­zi­ger user hat si­ch ge­mel­det. Bin grad et­was ab­ge­schweift. Back to top­pic:

Es ist doch so, nur weil es MS jetzt öf­fent­li­ch macht und eben Microsoft ist, wird hier so ei­ne het­ze be­trie­ben. Sie ha­ben es schon im­mer ge­macht und nun ma­chen sie es of­fen und Oh mein Gott, man kann es so­gar ab­schal­ten. Ist doch al­les gut. Jeder soll doch ein­fach da­mit glück­li­ch wer­den, wo­mit er am bes­ten zu­recht kommt. 

Ich muss zum Schluss no­ch da­zu sa­gen, das ich seit über 7 Jahren haupt­säch­li­ch Linux nut­ze. Auch in den Bereich ist nicht al­les ei­tel son­nen­schein.

Steffen Voß

@Marko: Wenn Du Kritik nicht von Hetze un­ter­schei­den kann­st, wür­de ich mi­ch freu­en, wenn Du mein klei­nes Blog in Zukunft igno­rier­st. Ich möch­te nicht, dass Du Dich an­ge­grif­fen fühl­st, wenn Du hier liest.

Thomas S

Vielleicht ist das Thema hier wirk­li­ch et­was fal­sch auf­ge­ho­ben, weil Linuxanwender we­nigs­tens teil­wei­se ei­ne Alternative ha­ben. Aber ge­ra­de weil Mircosoft mit Windows das ver­brei­tets­te Betriebssystem ver­treibt, soll­te Kritik nicht nur er­laubt, son­dern auch ge­bo­ten sein. Gerade wenn vie­le Nutzer kei­ne Alternative in an­de­ren Systemen se­hen, muss man m.E. die Belange des Persönlichkeitsrechts und des Datenschutzes ver­tre­ten. Und Nutzungsbedingungen, die dem Herausgeber ei­nes Betriebssystems ggf. ge­gen mei­nen Willen Zugriff auf die Inhaltsdaten mei­ner Kommunikation ge­ben, hal­te ich für ei­ne Unverschämtheit. Und das kann man üb­ri­gens nicht ab­stel­len.

Matthias

@Marko: Und dir tä­te es ein­mal ganz gut, die deut­sche Grammatik und Rechtschreibung her­un­ter­zu­la­den. Daran ha­pert es näm­li­ch GEWALTIG bei dir! Und dann auch no­ch fal­sche Anglisizsmen ver­wen­den, das ha­be ich ger­ne.

Johannews

Hallo,
ich fin­de den Beitrag gut und der ver­link­te Artikel ent­hält die nö­ti­gen Hintergrundinformationen.
Ich hal­te das Verhalten von MS sehr frag­wür­dig, da die we­nigs­ten Windows Nutzer si­ch mit dem System aus­ein­an­der­set­zen. Vor al­lem wenn es dann auch no­ch vor­in­stal­liert ist. Andererseits kann ich MS auch ver­ste­hen da die Menschheit ver­blö­det und wenn man nicht al­les vor­kaut und au­to­ma­ti­sch spei­chert und syn­chro­ni­siert wird mein ei­nen gro­ßen Teil die­ser Konsumenten un­glück­li­ch wer­den.

Zuletzt no­ch ein Kommentar zu den Kommentaren. Ich hal­te den Artikel nicht für „ba­shing“ ge­gen MS. Es ist doch mehr als ein­deu­tig, dass hier der Datenschutz mit Füßen ge­tre­ten wird. Und sol­chen frus­trier­ten und be­lei­di­gen­den Kommentatoren wie MArko die no­ch nicht mal Rechtschreibung be­herr­schen soll­te man gar kei­ne PlattForm lie­fern…

Normy

@Johannews

Bezüglich Rechtschreibung: Wer im Glashaus sitzt …. 

Deine Rechtschreibung ist, ge­lin­de ge­sagt, auch schlecht. Also soll­test Du dir Bemerkungen die­ser Art lie­ber spa­ren. Aber so sind sie halt, die eli­tä­ren Linuxer – nur zu­frie­den, wenn sie Andere run­ter ma­chen kön­nen. Schämt eu­ch.

Marek Walther

Ach Steffen, das ist doch heu­te Standard. Die Zeit wo bei ei­ner Volkszählung die Barrikaden bren­nen, sind doch schon lan­ge vor­bei. Die Generation Google hat halt nichts zu be­fürch­ten, da sie nichts zu ver­ber­gen hat.

Microsoft hinkt doch den an­de­ren Anbietern wie Google, Apple, Facebook und Co. nur hin­ter­her und hat sicht­li­ch Mühe, ihr Geschäftsmodell an das neue Jahrtausend an­zu­pas­sen. Und der Anwender nimmt es doch ger­ne. Der Tagesablauf wird mit Google Now ge­plant, der Rauchmelder von Nest warnt uns, wenn die Bude ab­brennt und Apple ent­eig­net die di­gi­ta­len Audioschätze sei­ner Nutzer. Alles völ­lig nor­mal, so­lan­ge man si­ch als Ventil bei Twitter vir­tu­ell über die Vorratsdatenspeicherung auf­re­gen kann. Alles Easy, so­lan­ge Internet und Facebook funk­tio­nie­ren. Und wenn nicht, dann ru­fen wir ein­fach die Polizei an, die macht das dann schon. Wer es be­quem ha­ben möch­te, darf sei­ne Datenkomfortzone nicht zu weit aus­brei­ten und muss halt be­reit sein zu tei­len und zu ge­ben. Der Rest wird halt in in­ter­es­san­ten Zeiten le­ben und fest­stel­len, das man Konspiration im­mer wie­der neu de­fi­nie­ren kann. Irgendwann ist man dann oh­ne Facebook-, Twitter-, Google- und Microsoftkonto ver­däch­tig und muss si­ch halt recht­fer­ti­gen.

Also flux das neue Windows in­stal­lie­ren, am bes­ten im Expressmodus, da­mit man schön an­ge­passt nicht aus der Masse her­aus­sticht. Und wel­ches Fossil liest bit­te die 15 Seiten Nutzungsvereinbarung? So et­was war schon im­mer schlecht für die Augen und ver­wirrt nur. Vielleicht wenn es das dann zu­künf­tig als Video gibt, am bes­ten mit sü­ßen Katzen als Hauptakteur, dann könnt so et­was even­tu­ell et­was Aufmerksamkeit ge­ne­rie­ren.

Ich für mei­nen Teil ha­be jetzt mei­nen Trangia Sturmkocher ge­tes­tet und wer­den dann wohl mit dem Zelt für ein paar Tage in die wil­den Weiten der Welt ent­schwin­den. Ohne Internet, Facebook, Microsoft und Co. Mir stellt si­ch jetzt nur no­ch die Frage, Sommerschlafsack oder Winterschlafsack?

Ach was, gar kei­nen Schlafsack. Ich fan­ge mir halt ei­nen Bären und „lei­he“ mir sein Fell aus. Der Exhibitionismus die­ser Gesellschaft darf halt vor der Tierwelt nicht halt­ma­chen. Oder hat der Bär et­wa et­was zu ver­ber­gen?

Jana

Jämmerlich! Da lässt si­ch je­mand (der Autor) ein biss­chen scharf über MS aus und schon wird MS von Linuxusern in Schutz ge­nom­men. Geht’s ei­gent­li­ch no­ch? Wortwahl hin oder her – des­halb soll­te man si­ch nicht ein­fach ins an­de­re Lager be­ge­ben und plötz­li­ch Datenschutzuntergrabungen ver­tei­di­gen. Ob man ab­wäh­len kann, spielt hier kei­ne Rolle, da die meis­ten Unwissenden das so­wie­so nicht be­werk­stel­li­gen, wie ei­ni­ge oben be­reits an­ge­merkt ha­ben. Und ge­n­au das weiß MS auch!

LiveWireBT

Ich ha­be mir vor­her schon im Insider Programm auf ei­ner VM an­ge­schaut wie das neue Windows auf dem Desktop wird und be­nut­ze ne­ben­bei als zwei­tes Smartphone ein Lumia 730 mit der Windows 10 Preview. Die sicht­ba­ren Verbesserungen in der User Experience ge­fal­len mir, ich hat­te aber auch zu Windows 8 ei­ne neu­tra­le Einstellung und ha­be mi­ch dran ge­wöhnt. Auf mei­nem be­ruf­li­chen Computer läuft no­ch Windows 7, ob­wohl die Firma auch Windows 8 be­reit­stellt.

In den letz­ten Tagen ha­be ich nun auch mei­nen pri­va­ten Laptop auf Windows 10 um­ge­zo­gen, auf wenn er haupt­säch­li­ch mit Ubuntu läuft. Mircosoft kon­so­li­diert end­li­ch sein Ökosystem, Apps und Online Speicher wie un­ter Android hal­ten nun über­all Einzug und ich kann mei­ne aut­ma­ti­sch er­stell­ten Xbox Mitschnitte auf dem Desktop an­gu­cken. Das Modern Interface ge­fällt mir und dürf­te für vie­le ein­fa­cher zu beut­zen sein als z.B. die al­te Systemsteuerung, die no­ch im­mer vor­han­den ist. Auch den „Updatezwang“ se­he ich po­si­tiv, weil mei­ner Erfarung nach der Druchschnittsanwender eher faul ist und mit Sicherheitslücken rum­gurkt die schon längst ge­patcht sind. Eigentlich al­les ei­ne hei­le Welt mit Windows 10.

Bis man si­ch dann schlag­ar­tig be­wusst wird dass man un­ter sol­chen ver­don­gel­ten Systemen kei­ne Privatsphäre oder Eigentum mehr hat. Ob Windows Desktop, Windows Mobile oder Xbox/PS4 im Prinzip ist heu­te al­les gleich; ihr be­kommt nur ei­ne Lizenz es be­nut­zen zu dür­fen so­lan­ge ihr nicht ge­gen die Geschäftsbedingungen ver­stoßt, dann ist näm­li­ch al­les fut­sch. Der Anbieter hat auf­grund Rechtssprechung in sei­nem Land vor­sorg­li­ch ma­xi­ma­le Verwertungsrechte an eu­ren Inhalten für si­ch in sei­nen Geschäftsbedingunen be­an­sprucht und muss eu­ch auch ge­ne­rell un­ter Verdacht stel­len und eu­ch über­wa­chen um Anfragen von Geheimdiensten nach­zu­kom­men. Da steckt man nun heu­te in der Zwickmühle, denn ei­gent­li­ch will man all die­se Angebote und Dienste nut­zen bzw. kön­nen si­ch man­che gar nicht mehr vor­stel­len wie die Benutzung von Computern oh­ne die­se Dienste über­haupt mög­li­ch wä­re oder was über­haupt die­se „Computer“ sind.

Als Androidbenutzer war der Übergang flie­ßend, bei ei­nem tra­di­tio­nel­len bzw. stan­dard Betriebssystem wie Windows über­kom­men mi­ch nun Gefühle von Klaustrophobie und Paranoia: SCHEIẞE DAS WIRD ALLES ÜBERWACHT! Egal ob Login, Suchanfrage im Browser oder Dinge die ei­gent­li­ch Offline, auch wenn ich mei­ne Ansprüche an Komfort ver­rin­ge­re und ver­su­che Funktionalität ab­zu­schal­ten. Und für den Durchschnittsanwender*in ist das ganz nor­mal bzw. die Verwunderung groß wenn es un­ter Linux nicht so ist. (Wie z.B. Anfragen im KeePassDroid Bugtracker ob Restores für Datenbanken er­stellt wer­den.)

Übrigens, wo ich hier so ei­ni­ge Kommentare über­flie­ge: Du mus­st nicht je­den pu­bli­zie­ren. Positives Beispiel Holger Klein von WRINT.

Steffen

Danke für den tol­len Kommentar!

peter

Nicht auf­re­gen über Rechtschreibfehler. Mit der Rechtschreibreform wur­den die Regeln auf­ge­ho­ben. Am bes­ten, si­ch über nichts auf­re­gen. Die Menscheit ist im kol­lek­ti­ven Wahnsinn an­ge­kom­men, kein Weg führt hin­aus. Wer das ak­zep­tie­ren kann ( ist schwer ), der soll­te am bes­ten nur no­ch la­chen. Steht schon im Buch der Bücher : “ Am Lachen er­kennt man den Narren…“ und die sind wir doch al­le.

Udo Springfeld

Entwickler hor­ten un­ter­schied­li­che Geräte für ih­re Funktionstests, hier bspw. liegt ein Phone-/Tablet-Stack mit Android, iOS, Windows. Das lo­ka­le Netzwerk wird im Rahmen der Funktionstests über­wacht. Und trotz­dem mei­ne pro­duk­ti­ven Geräte, al­so je­ne mit de­nen ich ar­bei­te, auf Windows ba­siert, und so­wohl Android als auch iOS-Geräte – so­weit über­haupt mög­li­ch* – sind nicht re­gis­triert oder nut­zen Netzwerkdienst, sind aber zah­len­mä­ßig über­le­gen sind: Was da nach Hause ge­funkt wird bringt Windows nicht in hun­dert Jahren zu­sam­men.

Makrotron [Q2 ESL]

Ich selbst ha­be das gan­ze seit Windows8 für mi­ch per­sön­li­ch so ge­löst: Windows auf ei­ner 250 GB SSD + Firefox + Steam (Big Picture Modus). Sonst gar nichts! Dann ha­be ich no­ch ei­ne wei­te­re SSD für Fedora Linux (+ Steam und Firefox + Rest was ich Benutze) und ei­ne zu­sätz­li­che ext3 Datenplatte für mei­ne Daten.
Natürlich hilft das nichts da­ge­gen wenn Microsoft ei­nen ge­hei­men ext3 Festplattentreiber hat um mei­ne Daten aus­zu­spä­hen, aber ich den­ke der­ar­ti­ge Szenarios sind wie der Bundestrojaner mit zu­mut­ba­ren Aufwand nicht bei­zu­kom­men.
Unter Windows mach ich nur no­ch Zocken, nicht mal Emails. Beim Steam Kauf ach­te ich dar­auf be­vor­zugt Linux Games zu Kaufen. Ich hof­fe in ein paar Jahren wer­de ich auf der Windows SSD was an­de­res ma­chen kön­nen.

Gerriet Selent

Als ich den Artikel las, war ich ein we­nig sprach­los. Und wenn ich nun die gan­zen Kommentare hier le­se, da stel­le ich mir die Frage, wer hier al­les bei Facebook und Co ist ? Weil da wird ei­gent­li­ch ge­n­au das­sel­be ge­macht, was nun Microsoft macht, näm­li­ch Daten sam­meln. Klar kann man si­ch schüt­zen, nur der nor­ma­le Anwender weiss doch gar nicht was er da ein­stel­len muss. Die nor­ma­len Anwender muss ei­nen ex­tra Menschen an­heu­ern, der si­ch das gan­ze asieht und halt dann die Einstellungen ma­chen muss. Und ge­nauso ist es doch auch bei Win10, Win8 ist an mir vor­bei ge­gan­gen. Ob ich auf Win10 um­stei­ge, k.a Ich spie­le ei­gent­li­ch auch nur no­ch un­ter Windows, als zwei­tes BS hab ich Linux Mint. Hab Win7BooPartition ex­tra auf ne klei­ne Sata ge­legt und gut ist. Updates las­se nur die wich­tigs­ten durch.
Hier wur­de was von Neutralität ge­schrie­ben, wenn ein Mac User die­sen Artikel er­stellt hät­te, wä­re das be­stimmt auch als Bashing durch­ge­gan­gen.

Have a nice Time ;D

Axel

„Was für ein Müll.“, „wie Klein­kin­der rum­bas­hen“, „dem nei­di­schen Linux­la­ger“, „Könnte man auch von je­der Linuxdis­tri behaup­ten.“, „so­viel Dumm­heit und Intoleranz“, „Rum­ge­bas­tel für je­den Scheiss“, „Voll­pfos­ten“, „Aber so sind sie halt, die eli­tä­ren Linu­xer — nur zufrie­den, wenn sie Andere run­ter ma­chen kön­nen.“

Ich möch­te hier ein­mal an ei­ni­ge Kommentatoren ap­pel­lie­ren, bit­te et­was we­ni­ger zu pau­scha­li­sie­ren und da­für mehr zu dif­fe­ren­zie­ren. Nur weil Steffen sei­ne Sicht der Dinge dar­stellt, ist das ers­tens kein Grund, ag­gres­siv zu wer­den, und zwei­tens no­ch we­ni­ger Grund, al­le Linux-Nutzer über ei­nen Kamm zu sche­ren. Polemisiert doch wo­an­ders…

Ich per­sön­li­ch nut­ze ein Linux mit KDE und kom­me da­mit seit Jahren pri­ma zu­recht. Und nein, ich bin nicht bei Facebook an­ge­mel­det. Deswegen pos­te ich no­ch lan­ge nicht Schmähungen über Windows- und Facebook-Nutzer. Also wer ist of­fen­bar nur dann zu­frie­den, wenn er an­de­re run­ter­ma­chen kann?

Linuxer

Ich ha­be Windows auf mei­ner zwei­ten Platte zum Zocken. Weil Steam lei­der der­zeit un­ter Linux no­ch nicht so­vie­le AAA Games hat. Primär OS ist UbuntuMate. Bin sehr zu­frie­den. Windwos10 wird mein Windows7 nicht wer­den. 2020 ist mein li­nux jahr. Vielmehr das Windows Go To Trash jahr 🙂

Jörg

Ich möch­te no­ch ei­nen Aspekt hin­zu­fü­gen. Aus mei­ner Brille als Datenschützer den­ke ich an die ver­mut­li­ch vie­len zu­künf­ti­gen be­ruf­li­chen Nutzer von Win10. Wenn Chef oder Firma ent­schei­den aif Win10 zu wech­seln, wer­den die meis­ten Mitarbeiter kaum ei­ne Chance ha­ben, si­ch da­ge­gen zu weh­ren. Zwar wird die be­ruf­li­che Nutzung nicht so vie­le per­sön­li­che Informationen preis­ge­ben wie pri­va­te Nutzung. Allerdings las­sen si­ch vor­züg­li­ch Nutzungsprofile er­stel­len. In ei­nem Land, in dem die Leistungs- und Verhaltenskontrolle ge­setz­li­ch ver­bo­ten ist und selbst staat­li­chen Stellen ho­he ju­ris­ti­sche Hürden auf­er­legt wer­den, könn­ten im­men­se Begehrlichkeiten von vie­len Seiten ent­ste­hen. Somit ge­hört Win10 in sei­ner jet­zi­gen Auflage für den ge­werb­li­chen Gebrauch aus Datenschutzgründen ver­bo­ten. Firmen, die Win10 ein­set­zen, muss die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes ab­erkannt wer­den.

ManaHerz

Hallo und dan­ke für Deinen Beitrag Steffen.

Ich kann die Polemik ver­schie­de­ner Kommentatoren zu die­sem Beitrag durch­aus nach­voll­zie­hen, lässt si­ch doch nie­mand ger­ne sa­gen, dass er in sei­ner Urteilskraft ge­trübt ist. Egal wie sehr man die­se Aussage auch aus den von Dir ge­schrie­be­nen Worten her­aus­fan­ta­sie­ren muss. Doch das ist nicht der Grund mei­nes Kommentars.

Die Frage, war­um si­ch ein Mensch für ein be­stimm­tes Produkt ent­schei­det oder eben nicht, un­ter­liegt in der über­wie­gen­den Anzahl al­ler Fälle kei­nem be­wuss­ten und klar dif­fe­ren­zier­ten Entscheidungsprozess, son­dern den äu­ße­ren Umständen un­se­rer Lebenssituation, den ge­sell­schaft­li­chen Normen, de­nen wir ganz un­ter­be­wusst zu ent­spre­chen ver­su­chen, in Verbindung mit un­se­rem Belohnungszentrum. Der Mensch strebt nach Bestätigung, Anerkennung und al­lem vor­an ei­nem Gefühl für Sicherheit in­ner­halb der Gesellschaft und so ist es nur lo­gi­sch, dass die Entscheidung, ob man si­ch der of­fen­sicht­li­chen Überwachung durch Microsoft un­ter­wirft oder nicht, eben ge­n­au der glei­chen Prozesse un­ter­wor­fen ist. Denn nur we­ni­ge sind in der Lage, si­ch selbst ge­gen­über sei­ner Umwelt er­klä­ren zu kön­nen, war­um er si­ch ge­gen das ent­schei­det, was in der brei­ten Masse als ak­zep­tiert und an­ge­nom­men gilt.
Schwimmt man al­so ge­gen den Strom, in­dem man si­ch, im hie­si­gen Fall auf­grund be­rech­tig­ter Zweifel an den Datenschutzbestimmungen von Windows 10, ge­gen die Nutzung von Microsoft-Diensten auf dem hei­mi­schen PC ent­schei­det, so läuft man Gefahr von eben sei­ner Umwelt zu­min­dest teil­wei­se aus­ge­schlos­sen zu wer­den. Egal in wel­cher Form, wird er aber auf je­den Fall als Sonderling be­trach­tet wer­den. Ohne ei­ne ge­fes­tig­te Persönlichkeit, bleibt dann nur no­ch der Schritt zu­rück in die brei­te Masse.
Denn je­de Entscheidung, si­ch ge­gen die brei­te Masse der ver­meint­li­ch Sicherheit ver­spre­chen­den ge­sell­schaft­li­chen Zugehörigkeit zu stel­len, steht auf ganz na­tür­li­che Weise dem mensch­li­chen Grundbedürfnis nach Bestätigung, Anerkennung und Sicherheit ge­gen­über. Dieser Prozess wür­de ver­lan­gen, dass man si­ch ganz be­wusst und mit lo­gi­schem Kalkül aus sei­ner Komfortzone be­gibt und in die da­mit ein­her­ge­hen­de Unsicherheit.
Der be­tref­fen­de Nutzer ei­nes Produktes wie Windows 10 kann al­so, so­fern er die­sen Prozess nicht aus ei­ner be­ob­ach­ten­den Position her­aus an si­ch selbst er­kennt, ana­ly­siert und aus­wer­tet, nie­mals an­ders als si­ch dem, was ge­sell­schaft­li­ch ak­zep­tiert ist und von ge­n­au die­ser Gesellschaft an Verhaltensregeln auf­ge­bür­det wird, zu un­ter­wer­fen, an­statt auf si­ch selbst und sein lo­gi­sches Verständnis für die rich­ti­ge Entscheidung zu ver­trau­en.
Es er­for­dert un­glaub­li­ch viel Selbstbewusstsein, Charakterstärke und Selbstvertrauen, aber vor al­lem Kraft, die ei­ge­nen, un­be­ein­fluss­ten Entscheidungen zu tref­fen, sie zu ver­tre­ten und si­ch ent­ge­gen der Umwelt für ei­ne Handlungsweise zu ent­schei­den, die si­ch ge­gen die ei­ge­nen im Menschen in­stink­tiv ver­an­ker­ten Grundbedürfnisse stellt. Der mensch­li­che Organismus scheut die­sen Kraftaufwand in al­ler Regel, da er wie be­reits er­wähnt Sicherheit vor­zieht.
Doch im Leben war es eben ge­n­au im­mer die­ser Entscheidungsprozess, es an­ders zu ma­chen als all die an­de­ren, si­ch zu zei­gen, si­ch aus­ein­an­der­zu­set­zen, die Konfrontation zu su­chen und die ei­ge­ne Sicherheit für die rich­ti­ge Entscheidung aufs Spiel zu set­zen, der die Weiterentwicklung er­mög­licht hat. Evolution ent­steht nicht durch die, die al­les so ma­chen, wie man es von ih­nen er­war­tet. Evolution ent­steht durch den Aufwand von Kraft und den Willen und die Stärke si­ch ge­gen das all­ge­mein Akzeptierte zu stel­len.

Warum nun al­so das lan­ge Vorgeplänkel? Die Frage ist nicht, ob man si­ch dem Diktat der Microsoft’schen Datenschutzbestimmungen, die kei­ne mehr sind, un­ter­wer­fen soll oder nicht, son­dern, ob man die Kraft und den Willen hat, si­ch trotz des ei­ge­nen Geltungsbedürfnisses in­ner­halb der Gesellschaft, ge­gen ei­ne of­fen­sicht­li­ch per­fi­de Überwachngsmaschinerie zu ent­schei­den. Denn für so pa­ra­no­id, wie es hier ei­ni­ge hal­ten mö­gen – die Kunst des Betrügers ist es, si­ch in der Masse zu ver­ste­cken und eben die­ser die ei­ge­ne Hinterlist er­folg­reich zu ih­rem Vorteil zu ver­kau­fen.

Fakt ist, Microsoft be­spit­zelt sei­ne „Kunden“ nicht nur, son­dern lässt si­ch von je­dem Nutzer das Recht ein­räu­men auf al­les voll­um­fäng­li­ch zu­grei­fen zu dür­fen und kei­ne no­ch so sa­ma­ri­tär er­schei­nen­de Option und kein no­ch so hilf­reich aus­se­hen­der Schieberegler in­ner­halb des Betreibssystems wird dies auch wirk­li­ch tun. Nachzulesen hier: 

http://arstechnica.com/information-technology/2015/08/even-when-told-not-to-windows-10-just-cant-stop-talking-to-microsoft/

Man darf im­mer nicht ver­ges­sen, dass Micrsoft hier ein Produkt ver­mark­tet, dass als Service ge­dacht ist, der auf den Daten der Kunden auf­baut. Wäre je­der die­ser Kunden in der Lage oh­ne Weiteres ge­n­au die­se Funktionen zu un­ter­bin­den, wä­re die­ser Service un­brauch­bar, wit­schaft­li­ch nicht trag­bar und eben dann auch von vorn­her­ein gar­nicht er­st zu­stan­de ge­kom­men. Niemand hat et­was zu ver­schen­ken. Auch Microsoft nicht.

Ich je­den­falls stel­le mi­ch der brei­ten Masse, be­ge­be mi­ch in die Unsicherheit und scheue nicht da­vor zu­rück die viel­leicht un­be­lieb­te, aber für mein Verständnis rich­ti­ge Entscheidung zu tref­fen. Ich möch­te an die­ser Stelle her­vor­he­ben, dass ich den gan­zen Weg ge­gan­gen bin. Nach über zwan­zig Jahren un­be­wuss­ten Konsumierens und der Nutzung al­ler­mög­li­chen di­gi­ta­len Angebote, die man in die­sem Zeitraum nutz­bar ma­chen konn­te, ha­be ich mi­ch, nach ei­nem lan­gen Entscheidungsprozess, vor we­ni­gen Wochen da­zu ent­schie­den, das ein­zig Richtige zu tun, zu dem heut­zu­ta­ge nur no­ch die we­nigs­ten über­haupt ge­willt sind. Kein Microsoft, kein Amazon, kein Google, kein Apple, kein Facebook, kein WhatApp, kein Sony, kein Smartpone, kein Tablet. Und auch nicht­freie und pro­prie­tä­re Software wur­de, zu­guns­ten mei­ner Privatsphäre, auf die Nutzung ei­nes un­frei­en Linuxbetriebssystems auf mei­nem Spiele-PC re­du­ziert. Für al­le die­se Entscheidungen gab es sehr gu­te, per­sön­li­che Gründe, die mi­ch da­zu be­wo­gen ha­ben, mein ei­ge­nes Werteempfinden über die wirt­schaft­li­chen Belange die­ser Firmen zu stel­len, auf de­ren Dienste und Leistungen nicht ein ein­zi­ger auf die­sem Planeten wirk­li­ch und wahr­ha­fig an­ge­wie­sen ist. Ich sag­te be­wusst, dass „nur die Wenigsten no­ch ge­willt sind“ und nicht „in der Lage sind“, denn das wür­de be­deu­ten, dass ei­nem die die Möglichkeit si­ch ge­gen das mo­ra­li­sch Falsche zu ent­schei­den, ab­ge­nom­men wä­re und man si­ch sei­nem Schicksal fü­gen müs­se. Doch dem ist nicht so. Wir sind frei in un­se­ren Entscheidungen, nur ma­chen wir nur no­ch zu sel­ten da­von Gebrauch.
Um aber im Themenbereich zu blei­ben, kann ich nur sa­gen, dass all die Argumente, die hier für die Nutzung von Windows 10 ge­nannt wur­den, für mi­ch kei­ner­lei Bestand ha­ben. Es gibt NICHTS, auf das man so an­ge­wie­sen wä­re, als dass man si­ch da­für in die selbst­ver­schul­de­te Vollzeitüberwachung be­ge­ben müss­te. Ich ha­be da no­ch die Worte mei­nes Vater in Erinnerung, der sag­te, er wüss­te gar­nicht, was er oh­ne sein Navigationsgerät ma­chen wür­de, da sei­ne Software ja nur für Windows exis­tie­re. Von dem Mann, der sei­ne ge­sam­te Familie jahr­zen­te­lang mit ei­ner ein­fa­chen Karte und der Fähigkeit si­ch räum­li­ch zu ori­en­tie­ren si­cher und ziel­stre­big durch die Campingurlaube ge­bracht hat. Das nur als Beispiel, wie selbst­ver­schul­det wir uns in die­se Abhängigkeit ge­bracht ha­ben, pu­rer Gewohnheit und Bequemlichkeit nicht mehr fä­hig sind un­se­re ei­ge­nen Entscheidungen no­ch ra­tio­nal zu tref­fen oder es zu­min­dest ver­su­chen.
Ich für mei­nen Teil ha­be den Großteil mei­ner Freizeit über den Verlauf von nun­mehr über zwan­zig Jahren mit Computerspielen ver­bracht. Microsoft war für mi­ch in all der Zeit, bis no­ch vor ei­ni­gen Wochen, mein ste­ti­ger Begleiter, wenn es um Computerspiele ging. Doch nun muss ich fest­stel­len: es geht auch sehr gut oh­ne. Vortrefflich so­gar.
Schaut man si­ch das Angebot an hoch­ka­rä­ti­gen Spielen an, die man für Linux der­zeit fin­det und sich­tet die Liste de­rer Titel, die si­ch in die­sem jahr no­ch für ei­ne Portierung oder ei­ne na­ti­ve Unterstützung an­schlie­ßen wer­den, dann muss ich schlicht­weg sa­gen, dass es nie leich­ter war, die Akte Microsoft ad ac­ta zu le­gen.

In die­sem Sinne dan­ke ich für den Artikel und die dar­ge­brach­ten Kommentare, ha­ben sie mi­ch doch al­le zu­sam­men da­zu be­wo­gen, eben die­sen, zu­ge­ge­ben et­was aus­schwei­fen­den, Kommentar zu ver­fas­sen.

Ich wün­sche al­len an der Stelle ein glück­li­ches neu­es Jahr.

Beste Grüße

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