Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Yahoo Fire Eagle : Location-based Services 2.0

Steffen Voß

Yahoo hat mit Fire Eagle die Idee der Location-based services ins Web 2.0 geholt und stellt seit einigen Tagen für einen eingeladenen Testerkreis die Fire Eagle API zur Verfügung. Fire Eagle ist eine Art zentraler Datenbank für die Standorte von Benutzern. Und das Gute daran: Es scheint wirklich wenig Möglichkeiten zum Missbrauch durch Yahoo oder die anderen Anbieter zu geben.Die Idee war schon immer gut: Ich befinde mich in einer fremden Stadt und möchte wissen, wo der Bahnhof, wo der nächste Italiener ist, oder wo ich eine Werkstatt für mein Auto finde. Bisher gibt es da eine Menge Insellösungen: Navigationsgeräte wissen ohnehin, wo man sich befindet und die Mobiltelefon-Anbieter versuchen einen anhand der Funkzelle zu orten. Die Zusatzdienste sind aber immer nur so gut, wie es die jeweiligen Hersteller zulassen. Die kaufen die Informationen ein, die dann auf den Geräten angezeigt werden. Dabei zeigt doch der Boom von Google Maps & Co. wie gut diese Service genutzt werden, wenn man sie kreativ benutzen kann.

Hier kommt nun Fire Eagle ins Spiel. Fire Eagle ist eine Datenbank, die über bestimmt Funktionen (API) die Position von Benutzern speichert und über andere Funktionen wieder ausgibt. Die Datenbank speichert nur ein Pseudonym und die Location – Yahoo kann also selbst nicht sagen, wer man ist.

Die Applikationen zur Eingabe der Daten werden nicht von Yahoo selbst programmiert. Jeder kann selbst Programme schreiben, mit denen die Location ermittelt und übertragen wird: Einen Java-Client für das Mobiltelefon, dass für Lage der Funkzelle ermittelt und diesen Standort an die Datenbank weiter gibt ist genauso denkbar, wie eine einfache Karte, auf der der Benutzer selbst anklickt, wo er sich gerade befindet.

Die Daten aus der Datenbank können dann von Anbietern entsprechender Dienste nur genutzt werden, wenn der Benutzer sie freigibt. Dabei kann der Benutzer die Erlaubnis jederzeit zurückziehen und bekommt von Yahoo eine Übersicht, wann wer seine Daten wie genutzt hat.

Das klingt für mich recht viel versprechend:
1. Der Benutzer ist Herr seiner Daten
2. Yahoo selbst kann relativ wenig direkt mit der Datenbank Schabernack treiben
3. Und endlich gibt es eine frei zugängliche Grundlage für Location-based Services.

Links:
Fire Eagle
Video-Einführung

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