Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Google Summer of Code – Was da so passiert (Teil 1)

Steffen Voß

Wie ich vor Kurzem schon schrieb, ist Postnuke als Projektgeber beim diesjährigen Google Summer of Code angenommen worden. Bei dieser Aktion können ausgewählte OpenSource Projekte bestimmte Aufgaben an Studenten vergeben, die nach deren Umsetzung 4500$ erhalten. Für Postnuke steht nun fest: Es gibt 4 Projekte, die von Google gesponsort werden und für eines davon werde ich der „Mentor“ sein.Am Anfang stand die Entwicklung von Ideen für Studentenprojekte. Das mussten klar abgegrenzte Entwicklungs-Aufgaben sein, die aus dem „Tagesgeschäft“ herausfallen. Zur Zeit arbeiten alle Core-Entwickler an der Fertigstellung des Final-Release von Postnuke .8, welches unter neuem Namen und der Versionsnummer 1.0 erscheinen wird. Dadurch war es relativ einfach Projekte zu finden, die über das Bugfixen hinaus gingen. Auf dem Plan standen dann:

Entwicklung einer vernünftigen Suchfunktion, die tatsächliche Seite, statt einzelnder Inhalte findet und all die cleveren Optionen enthält, mit denen man heute suchen kann.

Entwicklung eines Plans für die Einführung fortgeschrittener Semantik in Postnuke. OWL, RDF usw.

Eine zentrale Lösung für Revisions Kontrolle auf die die Module zurückgreifen können.

Die zentrale Unterstützung mehrsprachiger Inhalte. Während Postnuke schon lange mehrsprachige Oberflächen hat, ist echter mehrsprachiger Inhalt nur mit wenigen Modulen möglich. Dazu sollte eine API geschaffen werden.

Überarbeitung der Usability – Vor allem das Backend von Postnuke und 1-2 wichtigen Modulen soll überprüft werden und Standards für wiederkehrende Bedienelement sollen erarbeitet und implementiert werden.

Das zentrale Kategorien-System sollte erweitert werden. Zur Zeit müssen sich Modulentwickler nicht darum kümmern, wie sie hierarchische Kategorien in ihre Anwendungen integrieren – dafür gibt es eine API, die die Kategorien verwaltet. Dieses System existiert grundsätzlich, könnte aber noch einige zusätzliche Funktionen vertragen.

Auf diese 6 Projekte haben wir 21 Bewerbungen von 19 Studenten bekommen. Jeder musste mit unserer Unterstützung einen Plan mit Projektbeschreibung und Zeitplan einreichen. Dabei waren einige richtig gute Bewerbungen und einige, die eher als kläglicher Versuch beschrieben werden können: „Hallo ich bin XY und ich würde gerne was für Postnuke machen.“

Google hat uns nun 4 Projekte zugesagt und da wir keine wirklich guten Bewerbungen für die Mehrsprachigkeit und die Semantik gefunden haben, werden die beiden Projekte für dieses Mal über Bord fallen.

Die Postnuke Foundation wird aber aus eigener Kasse noch ein weiteres Projekt finanzieren und damit einen sehr engagierten Entwickler aus Kolumbien unterstützen.

Erstaunlich war die unterschiedliche Herkunft der Bewerber: Neben England und Frankreich waren auch Indonesien und Südamerika usw. vertreten. Daraus sind einige sehr interessante Chats mit den Bewerbern entstanden.

Nun werde ich mal sehen, was ich mit „meinem“ Studenten in Sachen Usability erreichen kann. Mich würde wirklich freuen, wenn wir es hinbekämen, ein einheitlicheren Backend mit vielen Standard-Lösungen zu entwickeln, auf die Modulentwickler einfach zugreifen können. Einige Ansätze gibt es dafür schon im Postnuke Core durch das Form-Validation Framework, die Account-API und verschiedene HTML-Beispiel-Lösungen. Im Moment werden aber Listen in Modulen von verschiedenen Entwicklern noch komplett unterschiedlich dargestellt, sortiert und geändert.

Zwei Berichte müssen die Mentoren dann über das jeweilige Projekt schreiben – einen zur Halbzeit und einen zum Ende. Als Abschluss gibt es den Mentor Summit, zu dem Google Repräsentanten aller beteiligten Projekte nach Mountain View einlädt. Um die Reise müssen wir uns dann wohl nochmal am Ende kloppen. Es kann nur einen geben 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du per E-Mail benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?