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Distributionen: OzonOS ist Fedora in chic

OzonOS Screenshot
OzonOS Screenshot

Es ist ein wenig aus der Not geboren, dass ich mir OzonOS auf dem Netbook installiert habe. Meine bisherige Linux-Distribution für das Laptop – Elementary OS –  wollte nicht mit dem Touchpad zusammenarbeiten. Jetzt bin ich aber sehr zufrieden.

OzonOS ist am 9. März 2015 als Beta erschienen und basiert auf dem aktuellen Fedora 21. Ziel des Projektes ist es vor allem, Linux wirklich schön zu machen. Dazu kooperieren die beiden Teams von Numix und Nitrux. Während Numix ein schönes Icon-Set beisteuert, kümmert sich Nitrux um die Software. So besteht OzonOS nicht nur aus den normalen Fedora-Komponenten. Es liefert für die Gnome 3 Oberfläche eigene Software, Themes und Icons mit.

In der Praxis

Die Chromebook-Tastatur hat zwei Lupe-Tasten, wo bei anderen Laptops die Windows-Tasten sind. Über die bekommt man eine Übersicht der geöffneten Fenster und man kommt in die Systemsuche. So lassen sich Programme schnell finden und starten. Die Suche durchsucht aber auch die Dokumente im System und sie greift sogar auf den Taschenrechner nur, wenn Rechenaufgaben eingegeben werden.

OzonOS hat am unteren Bildschirmrand so einen Starter, wie ihn MacOS-Nutzer kennen sollten. Dort kann man die wichtigsten Programme anpinnen und er dient auch als Taskleiste. Wenn ein Programm mehrere Fenster öffnet, kann man sich auch am besten über die Lupe-Taste orientieren.

Ich habe auch den Eindruck, dass OzonOS mehr aus der Hardware herausholt als die anderen Linux-Distributionen. Ich habe zum Test immer versucht ein HD-Video von Youtube abzuspielen. Das ging unter dem ursprünglichen ChromeOS als Referenz vollkommen problemlos. Die anderen Systeme hatten damit auf der gleichen Hardware ziemlich zu kämpfen. OzonOS hat damit aber auch keine Probleme.

Sehr gut integriert sind die Online-Accounts. Ich konnte darüber zum Beispiel eine Verbindung zu meinem Owncloud-Server herstellen und im E-Mail-Programm Evolution wurden automatisch die Kontakte und der Kalender aus Owncloud eingebunden. Eigentlich sollte der Datei-Manager auch noch die Dateien als externes Laufwerk anzeigen – das hat bei mir aber nicht geklappt.

Spannend finde ich, dass Steam bereits vorinstalliert ist. Und erstaunt hat mich, wie viele Spiele bereits unter Linux laufen. Nun ist mein Netbook keine Leistungskanone. Aber zum Beispiel Revenge of the Titans ließ sich sehr gut spielen.

Unterschiede und Ähnlichkeiten

Bisher habe ich fast ausschließlich mit Debian-Derivaten gearbeitet. Nun als Fedora. Allerdings hatte ich mir die Umstellung schwieriger vorgestellt. Am Ende sind doch beides Linux-Systeme und die Oberfläche greift zum Teil auf die gleichen Programme zu. Die Einstellungen zum Beispiel sind in OzonOS genauso gelöst wie in Ubuntu – nur mit schöneren Icons. Und statt apt-get nimmt man hier yum – die Syntax ist aber die gleiche und die Pakete heißen auch gleich. Eine Neuheit war für mich nur systemd – allerdings kommt das auch in Ubuntu 15.04.

Fazit

Zwar handelt es sich bei OzonOS noch um eine Beta-Version und noch nicht alle Ecken und Kanten sind abgeschliffen. Da es aber auf dem ausgereiften Fedora basiert, kann man auch mit der Beta schon gut arbeiten.

Die schöne und durchdachte Oberfläche macht Spaß. Allerdings steht bei einigen Icons die Schönheit über der Bedienbarkeit. Manchmal sind die Symbole nicht selbsterklärend. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Wer ein schönes Linux sucht, sollte sich OzonOS unbedingt anschauen.

Video

Links

Homepage: OzonOS

Kommentare

Marcus Moeller

Die Eigenentwicklungen be­stehen in ers­ter Linie aus Erweiterungen für die GNOME Shell. Diese las­sen si­ch auch Problemlos auf an­de­ren Linux Distributionen in­stal­lie­ren. Hier fin­dest du ei­nen Screenshot von ei­nem open­SU­SE OZON:

http://marcusmoeller.deviantart.com/art/openSUSE-GNOME-Ozon-Moka-525368383

Dort ha­be ich al­ler­dings die Moka Icons ge­wählt, da die­se sehr gut zu iden­ti­fi­zie­ren sind.

Normy

Tolle Olle. Nur 64-Bit. Und da­mit für mi­ch bzw. mein al­tes Notebook sinn­los.

tomx3

Also yum hat jetzt nicht wirk­li­ch die sel­be Syntax. Und die Pakete hei­ßen auch nicht al­le gleich. 🙂

KerstinW

Würde den­no­ch Fedora + die Gnome Erweiterungen ver­wen­den.

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