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Gesellschaft: Ein neues Mittelalter?

By: george erws - CC BY-SA 2.0

Wir werden wieder in ein Mittelalter verfallen? Die Welt wird bestimmt sein von Nationalismus, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Unwissenschaftlichkeit, wenn wir es nicht schaffen, die Globalisierung so zu gestalten, dass unterschiedliche Wertesysteme nebeneinander existieren. Das ist das Fazit einer geopolitischen Analyse des dänischen Ex-Diplomaten Joergen Oerstroem Moeller.

Während der amerikanische Lebensstil noch weltweit Strahlkraft besitze, hätten die Politik und Wirtschaft der USA sie mittlerweile sogar bei der eigenen Bevölkerung verloren. Der Welt sei damit eine moralische Kraft verloren gegangen, die nun ein Vakuum hinterlasse in das alle möglichen Arten von oft extremistischen Ideologien hinein strömten.

Hatte das anglo-amerikanische Wirtschaftssystem lange Zeit genügend Vorteile für viele Menschen gebracht, um Gräben zuzuschütten, so brechen sie heute wieder auf, da immer mehr Vermögen in den Händen immer kleinerer Eliten versammelt würde.

Vor allem in den USA sieht Joergen Oerstroem Moeller darüber hinaus die Tendenz, dass die politischen Repräsentanten immer weniger das Volk repräsentierten – allein durch die Tatsache, dass der finanzielle Aufwand für eine Erfolgreiche Kandidatur immer größer wird. „Oligarchisierung“ nennt er das.

Die wirtschaftliche, soziale Spaltung würde darüber hinaus verstärkt durch immer häufiger nur noch medial vermittelte Kommunikation und die geistige Selbstbefruchtung in digitalen Filterblasen. Parallelgesellschaften blühten.

Eine Lösung sieht Joergen Oerstroem Moeller nur in einer Abwendung vom blanken Materialismus der westlichen Welt. Die asiatischen Kulturen böten eine Alternative, die weniger materialistisch seien und ein anderes Verständnis von der Natur und dem Menschen lehrten.

Ihr Erfolg hinge aber vom Willen der asiatischen Länder ab, diese moralische Führung zu übernehmen. Andernfalls könnte die Welt in ein neues dunkles Mittelalter fallen – so wie es häufiger schon in China nach dem Kollaps von Dynastien oder in Europa nach dem Ende des Römischen Reiches passiert sei.

Natürlich spielt bei der Lektüre auch der Gruselfaktor eine faszinierende Rolle und ich würde Joergen Oerstroem Moeller auch nicht in allen Punkten seiner Analyse folgen. Der Artikel ist aber nun einmal der Versuch das gesamte Weltgeschehen in die Zukunft zu projizieren – auf wenigen Seiten. Das muss eigentlich schon im Ansatz scheitern und wir können davon ausgehen, dass die Zukunft ganz anders aussehen wird.

Es stecken aber verschiedene, interessante Gedanken in dem – für Internet-Verhältnisse – relativ langen Text. Und ich bin gespannt, was Du davon hältst.

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