Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Webmontag, Februar 2008

Steffen Voß

Ist Kiel eigentlich tatsächlich eine der wenigen Städte, die es schafft monatlich ca. 20 Leute zu einem WebMontag zu versammeln? Liegt das daran, dass hier sonst nix los ist, oder daran, dass wir hier besonders aktiv sind? Am 18.2. haben sich jedenfalls wieder 20 Fans und Förderer des Web 2.0 im Kiel KITZ getroffen und über verschiedenste Themen ausgetauscht. Mit dabei: Freifunk, Aptana, MDSDZunächst stellte Thilo Pfennig die Freifunk-Idee vor. Dabei geht es um eine Vernetzung der Bürger “von” unten. Die alte Idee der Mailbox lebt somit weiter. Damals stellten sich Privatleute Computer mit Mailboxsoftware und Modem hin, auf die dann andere Leute mit Computer und Modem zugreifen konnte um sich im Usenet oder per E-Mail auszutauschen. Inzwischen nutzt man für diese Vernetzung umkonfigurierte WLAN-Router: Statt sternförmig Rechner an einen zentralen Router anzubinden, verbinden sich die Router untereinander und bilden dadurch ein vermashtes Netz. Das OLPC arbeitet auch auf diese Weise: Die Schule hat einen Internetzugang und ein OLPC in nächste Nähe leitet sozusagen das Signal weiter an einen weiter entfernten, das wieder an den nächsten usw. So wird keine große Infrastruktur benötigt. Die OLPC sind selbst die Infrastruktur.

In Deutschland steht einer Nutzung des Freifunks für freie Internetzugänge allerdings das Recht im Weg: Bietet jemand per Freifunk anonymen Benutzern Zugriff auf seine Internetverbindung, so ist er zwar strafrechtlich nicht verantwortlich, kann aber zivilrechtlich als Störer haftbar gemacht werden. So kann Freifunk nur ein Netz neben dem Internet sein – es sei denn wirklich jeder stiege auf Freifunk um.

Durch den wieder einmal ausgefallenen Vortrag zum “Datenschutz im www” mussten wir die Lücke spontan füllen und Stephan Reimar stellte mit Aptana eine Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung zur Bearbeitung von AJAX-Projekten vor. Mit der IDE lassen sich verschiedene Standard-Bibliotheken wie MooTools und Scriptaculous direkt für eigene Entwicklungen nutzen und per eigenem Server testen.

Ich habe mich dann an einer ungeprobten Live-Verfordung von Axel Guckelsbergers MDSD-Tools “ModuleStudio” probiert. Auch dieses Tool ist Eclipse-basiert. Es ist das Ergebnis seiner Diplomarbeit zum Thema Module-Driven-Software-Development (MDSD). MDSD-Tools sollen je nach Domäne, die Entwicklung von Software vereinfachen. Statt einer abstrakten Modellierung per UML kann das Tool an die Sprache zum Beispiel einer Branche angepasst werden.

Setzt man das Tool zum Beispiel im Banken-Bereich ein, kann man direkt “Kunden” und “Konten” anlegen und je nachdem, welches System unterliegt, weiß es, wie die Software zu generieren ist. In diesem Fall ist das ModuleStudio zunächst geeignet zur Modellierung von Modules für das Web-Application Framework “Postnuke”. Innerhalb von Minuten lassen sich damit Codemengen in höchster Qualität erzeugen, die manuell erstellt wochenlange Arbeit bedeuten würden.

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