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Web 3.0 = Das Semantische Netz

Schon vor einigen Monaten initiierte Thilo Pfennig auf dem WebMontag in Kiel eine Diskussion zum Thema „Web 3.0 – Die Zukunft des Internets“. Sein Fokus lag auf der Klärung der rechtlichen Fragen, die durch die Möglichkeiten des Internets aufgeworfen werden – vor allem im Bereich des Urheberrechts scheinen Anpassungen an das neue Medium nötig geworden zu sein. Das ist sicher eines der Themen, mit denen wir uns in Zukunft beschäftigen müssen. Es steht aber auch das nächste große technische Thema vor der Tür: Das Semantische NetzIn seinem Artikel „11 Things To Know About Semantic Web“ beschreibt Bernard Lunn, dass die derzeitige Art, Daten in relationaler Art und Weise zu speichern der tatsächlichen Anwendung hinterher läuft. Selbst die schlausten Konstrukte treffen in der Realität auf Ausnahmen und Spezialfälle.

Wer einmal versucht hat, eine Datenbank-Anwendung zu programmieren, wird wissen, von was Lunn spricht: In jeder Eingabemaske werden immer Felder fehlen, zu viel sein oder misbraucht werden. Ein Problem ist da natürlich auch die sich ändernden Anforderungen.

Die Daten müssen sich mehr oder weniger selbst organisieren – und dabei geht es beim semantischen Web. Alle Daten müssen in Ihrer Art erkennbar sein. Egal ob es sich um eine Adresse oder ein Rezept handelt.

Ein wichtiger Faktor ist hier auch das Tagging mit dem Benutzer Daten Kategorisieren können: Das Foto einer Katze würde klassischerweise in einer Datenbank in einer Art Pfad abgelegt: /Fotos/Tiere/Katze – Damit ist aber nicht viel über das Foto gesagt. Beim Tagging können Benutzer Schlagworte vergeben: Katze, Tier, getiegert, grau, Sprung, fett, Aktion, Tisch, Stuhl,… Dieses Bild kann nun „aus verschiedenen Richtungen“ gefunden werden.

Wenn also von „Selbstorganisation“ gesprochen wird, handelt es sich um eine nicht gesteuerte Organisation durch die Benutzer selbst. Je mehr Meta-Daten zu einem Daten-Objekt verfügbar sind, desto gezielter kann es gefunden werden.

Ein erster Schritt neben dem Tagging sind Microformats als eine Art abgespecktes semantisches Web. Mit den Mitteln von xHTML werden dabei Daten wie Adressen, Termine oder Geo-Positionen semantisch ausgezeichnet – welcher Teil der Adresse ist welcher – welches ist die Straße, welches die Postleitzahl.

Microformats sind aber nicht mehr als eine Brücke in ein neues Zeitalter der Informationsverarbeitung – solange bis für jederman bedienbare Lösungen für die großen Standards RDF, OWL usw. verfügbar und verbreitet sind.

Kommentare

Thilo Pfennig

Hallo Steffen,
Ich hat­te drei Schwerpunkte:

1. Bedeutung (Semantic Web)
2. Teilen (er­leich­tern)
3. Rechte (wem ge­hö­ren Inhalte)

https://wiki.pfennigsolutions.de/Web3.0?action=AttachFile&do=get&target=Web30.pdf

Die hän­gen al­le zu­sam­men. Denn das schöns­te se­man­ti­sche Web nützt nichts, wenn nach­her ei­ner Firma die Tags oder Inhalte ge­hö­ren, die man sel­ber an­ge­legt hat. Man kann da si­cher no­ch ei­ne Vielzahl an Demos zu ma­chen rund um die­se Themen. Ich wür­de sa­gen das Web 2.0 hat vor al­lem am Punkt 2 viel ge­leis­tet. Die Communitybildung – aber recht­li­ch gibt es no­ch viel zu er­kämp­fen für die User – das Recht auf ih­re ei­ge­nen Daten. Und se­man­ti­sch sind die Web 2.0-Sites meist kaum.

Steffen

Da sieht man mal wie si­ch sol­che Sachen in der Erinnerung ver­än­dern. Aber jetzt da ich Dein Startbild sah, hab ich mi­ch wie­der er­in­nert. Vielleicht war für mi­ch der recht­li­che Teil in­ter­es­san­ter.

Das „Teilen“ wird auch no­ch mehr wer­den. Dank sol­cher Ideen wie OpenSocial wird die Konvergenz zwi­schen ver­schie­de­nen Internetdiensten im­mer grö­ßer wer­den. Da sind die Web2.0 Angebote no­ch al­le weit von ent­fernt. Jeder kocht no­ch sein ei­ge­nes Süppchen.

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