Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Der Besten Player der Welt: Amarok

Steffen Voß

Standardmäßig ist bei Ubuntu „Rhythmbox“ als Musik-Player installiert. Leider ist Rhythmbox eher karg. Von der Funktionalität beschränkt sich Rhythmbox auf das wichtigste und entspricht in etwa iTunes. Ich habe auch keine Möglichkeiten gefunden da irgendwie viel nachzurüsten. Ganz anders Amarok: Das hat so schon 1 Millionen Funktionen und offenbar lässt es sich über eine API sehr einfach erweitern.Amarok ist eigentlich eine KDE Software – man kann sie aber auch einfach unter Gnome installieren. Einfach den Paketmanager aufrufen, Amarok auswählen und automatisch werden alle anderen nötigen Pakete mitinstalliert. Danach steht Amarok wir jedes andere Programm zur Verfügung.

Amarok durchforstet als erstes die angegebenen Verzeichnisse nach MP3s & Co. und speichert die gefundenen Daten aus den ID3-Tags in einer Datenbank. Normalerweise nutzt Amarok dazu SQlite – die ist bei Ubuntu immer mitinstalliert. Leider ist SQlite nicht besonders leistungsfähig und entsprechend lahm, wenn man über eine umfangreiches MP3-Audiothek verfügt. Amarok lässt sich aber auch auf Postgres oder MySQL umstellen.

Es funktioniert sogar mit entfernten Datenbanken. Wer also eine Datenbank auf einem zentralen Server oder im Internet benutzen will, kann auch dies tun. Mein Amarok hat seine Datenbank auf meinem Webserver und läuft recht flott damit. Vorteil: Backups der Datenbank sind überflüssig. Das macht ja schon mein Web-Space Provider. Aber Achtung: Die meisten Provider erlauben externe DB-Zugriffe nicht. all-inkl.com erlaubt es.

Die Oberfläche des Programmes ist übersichtlich: Auf der einen Seite kann man zwischen Playlisten, der Sammlung, Mobilen Geräte usw. hin- und herwechseln and der anderen Seite steht die aktuelle Playlist. Welchselt man links auf „Context“ bekommt mein verschiede Informationen zum aktuell laufenden Song: Künster, Album Titel, welche Alben habe ich noch von dem Künstler? Über Links kann man direkt auf die passenden Wikipedia-Einträge zu Künstler, Album, Titel zugreifen und es können die Lyrics abgerufen werden. Die Einbindung von LastFM zeigt einem weiterhin „ähnliche Künstler“ aus der eigenen Sammlung an.

Über diese Funktion wird auch die „Suggested Playlist“ gesteuert. Hier kann man einige Songs in die Playlist ziehen und dann die „Suggested Playlist“ aktivieren. Dann sucht Amarok automatisch immer weitere passende Songs aus der Sammlung. Leider ist der Zufallsgenerator nicht besonders „mutig“ so dass die Playlist teilweise zwischen 5-6 Bands pendelt.

Amarok hat ein Bewertungssystem, dass sich vor allem nach der Abspielhäufigkeit richtet und von 0 bis 100 reicht. Überspringt man ein Lied, leidet automatisch die Bewertung.

Die Podcast-Verwaltung ist relativ praktisch – wenn auch noch nicht 100% zufriedenstellend. Immerhin kann man pro Podcast Einstellungen dazu vornehmen, wieviele Episoden gespeichert werden sollen, welche Podcasts automatisch auf den mobilen MP3-Player übertragen werden sollen usw. Das ist wesentlich flexibler als bei iTunes zum Beispiel.

Der Clou an Amarok ist aber vor allem, dass es sich über eine Script-Schnittstelle beliebig erweitern lässt. So kann man auf ein umfangreiches Repository von fertigen Skripten zugreifen oder selbst Hand anlegen.

Amarok ist für mich DIE Killerapplikation für die es auf der Window-Plattform keine Entsprechung gibt. Winamp geht in eine ähnliche Richtung. Aber Amarok ist meiner Meinung nach übersichtlicher und weniger „aufblasen“. Die Entwickler konzentrieren sich nämlich auf die MP3-Player Funktion und bauen nicht auch noch Video-Player, CD-Ripper oder CD-Brenner ein. Dafür gibt es wieder andere praktische, kleine Programme unter Ubuntu. Wer zum Beispiel eine Playlist brennen will, kann sie einfach in Serpentine ziehen und brenne.

Links:
Amarok (Deutsch)

Kommentare

Schrottie
Schrottie:

Bleibt eine Frage: Wie kommt die Weblösung mit größeren Sammlungen (jenseits der 30K Titel) klar?

23.8.2008 um 21:09
Steffen
Steffen:

Das kann ich natürlich nicht objektiv beurteilen, weil meine Sammlung nicht so groß ist. Ich muss aber inzwischen auch sagen, dass ich zwar noch die DB im Netz habe, dass das aber eigentlich keinen größeren Wert hat. Wenn sich die Pfade ändern muss man ohnehin die Dateien neu einlesen. Der SInn einer DB im Netz wäre ja dann gegeben, wenn man damit von anderen Rechnern aus dann etwas per Internet tun könnte – kann man aber nicht. Da kann man sich auch gleich ne lokale DB installieren. Unter Linux ist die ja eh immer nur einen Klick entfernt…

24.8.2008 um 23:43

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