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Der Besten Player der Welt: Amarok

Standardmäßig ist bei Ubuntu „Rhythmbox“ als Musik-Player in­stal­liert. Leider ist Rhythmbox eher karg. Von der Funktionalität be­schränkt si­ch Rhythmbox auf das wich­tigs­te und ent­spricht in et­wa iTu­nes. Ich ha­be auch kei­ne Möglichkeiten ge­fun­den da ir­gend­wie viel nach­zu­rüs­ten. Ganz an­ders Amarok: Das hat so schon 1 Millionen Funktionen und of­fen­bar lässt es si­ch über ei­ne API sehr ein­fach er­wei­tern.Amarok ist ei­gent­li­ch ei­ne KDE Software – man kann sie aber auch ein­fach un­ter Gnome in­stal­lie­ren. Einfach den Paketmanager auf­ru­fen, Amarok aus­wäh­len und au­to­ma­ti­sch wer­den al­le an­de­ren nö­ti­gen Pakete mit­in­stal­liert. Danach steht Amarok wir je­des an­de­re Programm zur Verfügung.

Amarok durch­fors­tet als ers­tes die an­ge­ge­be­nen Verzeichnisse nach MP3s & Co. und spei­chert die ge­fun­de­nen Daten aus den ID3-Tags in ei­ner Datenbank. Normalerweise nutzt Amarok da­zu SQlite – die ist bei Ubuntu im­mer mit­in­stal­liert. Leider ist SQlite nicht be­son­ders leis­tungs­fä­hig und ent­spre­chend lahm, wenn man über ei­ne um­fang­rei­ches MP3-Audiothek ver­fügt. Amarok lässt si­ch aber auch auf Postgres oder MySQL um­stel­len.

Es funk­tio­niert so­gar mit ent­fern­ten Datenbanken. Wer al­so ei­ne Datenbank auf ei­nem zen­tra­len Server oder im Internet be­nut­zen will, kann auch dies tun. Mein Amarok hat sei­ne Datenbank auf mei­nem Webserver und läuft recht flott da­mit. Vorteil: Backups der Datenbank sind über­flüs­sig. Das macht ja schon mein Web-Space Provider. Aber Achtung: Die meis­ten Provider er­lau­ben ex­ter­ne DB-Zugriffe nicht. all-inkl.com er­laubt es.

Die Oberfläche des Programmes ist über­sicht­li­ch: Auf der ei­nen Seite kann man zwi­schen Playlisten, der Sammlung, Mobilen Geräte usw. hin- und her­wech­seln and der an­de­ren Seite steht die ak­tu­el­le Playlist. Welchselt man links auf „Context“ be­kommt mein ver­schie­de Informationen zum ak­tu­ell lau­fen­den Song: Künster, Album Titel, wel­che Alben ha­be ich no­ch von dem Künstler? Über Links kann man di­rekt auf die pas­sen­den Wikipedia-Einträge zu Künstler, Album, Titel zu­grei­fen und es kön­nen die Lyrics ab­ge­ru­fen wer­den. Die Einbindung von LastFM zeigt ei­nem wei­ter­hin „ähn­li­che Künstler“ aus der ei­ge­nen Sammlung an.

Über die­se Funktion wird auch die „Suggested Playlist“ ge­steu­ert. Hier kann man ei­ni­ge Songs in die Playlist zie­hen und dann die „Suggested Playlist“ ak­ti­vie­ren. Dann sucht Amarok au­to­ma­ti­sch im­mer wei­te­re pas­sen­de Songs aus der Sammlung. Leider ist der Zufallsgenerator nicht be­son­ders „mu­tig“ so dass die Playlist teil­wei­se zwi­schen 5-6 Bands pen­delt.

Amarok hat ein Bewertungssystem, dass si­ch vor al­lem nach der Abspielhäufigkeit rich­tet und von 0 bis 100 reicht. Überspringt man ein Lied, lei­det au­to­ma­ti­sch die Bewertung.

Die Podcast-Verwaltung ist re­la­tiv prak­ti­sch – wenn auch no­ch nicht 100% zu­frie­den­stel­lend. Immerhin kann man pro Podcast Einstellungen da­zu vor­neh­men, wie­vie­le Episoden ge­spei­chert wer­den sol­len, wel­che Podcasts au­to­ma­ti­sch auf den mo­bi­len MP3-Player über­tra­gen wer­den sol­len usw. Das ist we­sent­li­ch fle­xi­bler als bei iTu­nes zum Beispiel.

Der Clou an Amarok ist aber vor al­lem, dass es si­ch über ei­ne Script-Schnittstelle be­lie­big er­wei­tern lässt. So kann man auf ein um­fang­rei­ches Repository von fer­ti­gen Skripten zu­grei­fen oder selbst Hand an­le­gen.

Amarok ist für mi­ch DIE Killerapplikation für die es auf der Window-Plattform kei­ne Entsprechung gibt. Winamp geht in ei­ne ähn­li­che Richtung. Aber Amarok ist mei­ner Meinung nach über­sicht­li­cher und we­ni­ger „auf­bla­sen“. Die Entwickler kon­zen­trie­ren si­ch näm­li­ch auf die MP3-Player Funktion und bau­en nicht auch no­ch Video-Player, CD-Ripper oder CD-Brenner ein. Dafür gibt es wie­der an­de­re prak­ti­sche, klei­ne Programme un­ter Ubuntu. Wer zum Beispiel ei­ne Playlist bren­nen will, kann sie ein­fach in Serpentine zie­hen und bren­ne.

Links:
Amarok (Deutsch)

Kommentare

Schrottie

Bleibt ei­ne Frage: Wie kommt die Weblösung mit grö­ße­ren Sammlungen (jen­seits der 30K Titel) klar?

Steffen

Das kann ich na­tür­li­ch nicht ob­jek­tiv be­ur­tei­len, weil mei­ne Sammlung nicht so groß ist. Ich muss aber in­zwi­schen auch sa­gen, dass ich zwar no­ch die DB im Netz ha­be, dass das aber ei­gent­li­ch kei­nen grö­ße­ren Wert hat. Wenn si­ch die Pfade än­dern muss man oh­ne­hin die Dateien neu ein­le­sen. Der SInn ei­ner DB im Netz wä­re ja dann ge­ge­ben, wenn man da­mit von an­de­ren Rechnern aus dann et­was per Internet tun könn­te – kann man aber nicht. Da kann man si­ch auch gleich ne lo­ka­le DB in­stal­lie­ren. Unter Linux ist die ja eh im­mer nur ei­nen Klick ent­fernt…

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