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Kinostammtisch: Film-Rückblick 2014

Kino
Foto: Thomas Berg - CC BY-SA 2.0

Auch in die­sem Jahr war der Kino­st­amm­tisch wie­der ein­mal im Monat im Kino. Wie­der durf­te reih­um ei­ner ei­nen Film aus­su­chen, den die Ande­ren dann oh­ne Wider­spruch mit­sehen muss­ten. Da der Tag im­mer fest­steht und die Aus­wahl be­schränkt ist, kom­men da­bei manch­mal recht eigen­wil­lige Filme her­aus.

Januar – Only Lovers left alive

Ein Jim Jarmusch Film ist im­mer ein ge­setz­ter Termin beim Kinostammtisch. Der er­s­te Film des Jahres, ein Vampirfilm und ich war lei­der nicht da­bei.

Keine Wertung

Februar – Illusion

Tja, die­ser Film. Eigentlich hat­te ich mir vor­ge­nom­men, die­sen Blogartikel nicht er­st wie­der am Ende des Jahres zu be­gin­nen, son­dern nach und nach die Einträge zu er­gän­zen. Da ich aber im Januar nicht da­bei war und dann die­ser Film kam, ha­be ich dann doch kei­nen Anfang ge­fun­den. Deswegen sind die Bemerkungen zu den fol­gen­den Filmen aus der Erinnerung ge­schrie­ben und ent­spre­chend kurz und ober­fläch­li­ch.

Illusion ist ein Film, der so nur ge­macht wer­den kann, oh­ne die üb­li­che Filmförderung. Ein ech­ter Indie-Film. Ein echt schrä­ger Film mit viel se­xu­el­len Fantasien und ka­put­ten Typen, die merk­wür­di­ge Dialoge füh­ren. Der Regisseur tritt in der Figur von Gott auf und fährt Motorrad. Ich weiß bis heu­te nicht, was ich mit dem Film an­fan­gen soll. Aber viel­leicht soll Kunst ge­n­au das. Hurz.

Keine Wertung

März – Osage County

Action-Filme funk­tio­nie­ren vor al­lem durch tol­le Effekte. So ein Familiendrama wie „Osage County“ aber funk­tio­niert nur mit rich­tig gu­te Schauspielerinnen und Schauspielern. Und in die­sem Film gibt es da­von je­de Menge: Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch. In den zwei Stunden Spielzeit macht man ei­ni­ges mit.

13 von 15 Punkten

April – Alles Inklusive

Der Film im April ist wohl ein Beispiel da­für, was für Filme mit Filmförderung in Deutschland ge­macht wer­den – mit Hippie-Mutter Hannelore Elsner und ih­rer Spießer-Tochter Nadja Uhl. Und dann kommt auch no­ch ein Flüchtling aus Afrika vor, der dann die gan­zen Problemchen in Perspektive setzt.

7 von 15 Punkten

Mai – Kurzfilmtage Oberhausen 2013

Für den Mai hat­te ich ge­dacht, dass wir mal wie­der et­was echt ki­no­st­amm­tischi­ges gu­cken müs­sen und den Abend zu den Kurzfilmtagen Oberhausen raus­ge­sucht. Ich selbst war dann aber in Berlin auf der re:publica und ha­be es ver­passt. Die Reaktionen mei­ner Club-Kollegen war dann eher ge­mischt. Da wa­ren wohl auch ei­ni­ge an­stren­gen­de Filme da­bei. So solls sein.

Keine Wertung

Juni

Ausgefallen

Juli – Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Krebskranke Jugendliche. Und die ver­lie­ben si­ch in ein­an­der. Ein schma­ler Grat, denn leicht kann so et­was trau­ri­ger Kitsch wer­den. Wird es aber nicht.

13 von 15 Punkten

August – Monsieur Claude und seine Töchter

Im letz­ten Jahr war die Sommerkomödie „Papa­do­pou­los und Söhne“ – in die­sem Jahr „Monsieur Claude und sei­ne Töchter“. Wieder ei­ne Familie, Multi-Kulti und vie­le Turbulenzen. Und dies­mal ging es nicht um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, son­dern den klei­nen Fremdenfeind in je­dem.

12 von 15 Punkten

September – Can a Song Save Your Life?

Jörg hat na­tür­li­ch ei­nen Musikfilm aus­ge­sucht. Jan war es zu kit­schig: „Solche Filme muss ich stän­dig mit mei­nen Kindern gu­cken.“ Und viel­leicht hat er recht, dass der Film ein we­nig zu glatt ist. Aber ist das nicht manch­mal auch schön? Ich fand ihn je­den­falls toll. Vielleicht liegt das auch dar­an, dass Keira Knightley so ge­filmt wur­de, dass man si­ch al­le 30 Sekunden in sie ver­lie­ben muss. Ich ha­be das mit­ge­stoppt.

Was al­ler­dings tie­ri­sch nervt, ist das Product-Placement. Eigentlich soll­te man sol­che Film boy­kot­tie­ren, wenn man da­von weiß. Das macht wirk­li­ch ei­nen Film ka­putt.

10 von 15 Punkten

Oktober – Guardians of the Galaxy

Eigentlich hat­ten wir uns ver­ab­re­det, um „Gone Girl“ zu gu­cken. Vor dem Kino hat­ten wir dann aber kei­ne Lust mehr auf 2 1/2 Stunden Film und wir ha­ben uns um­entschie­den zu „Guardians of the Galaxy“:

Mal wie­der ei­ne Marvel-Verfilmung. Da weiß man ja im­mer ziem­li­ch ge­n­au, was man be­kommt: Action, Spaß und coo­le Sprüche. Allerdings ha­be ich lang­sam oft ge­nug ge­se­hen, wie ir­gend­wer die Welt ret­tet.

8 von 15 Punkten

November – 5 Zimmer, Küche, Sarg

Der zwei­te Vampirfilm in die­sem Jahr: Eine Mockumentary über ei­ne Vampir-WG. Mir war nach den ers­ten 10 Minuten nicht so ganz klar, wie lan­ge man das so er­zäh­len kann. Den bei­den Filmemachern von der Comedy-Band Flight of the Conchords ge­lingt es aber her­vor­ra­gend, im­mer no­ch ei­nen drauf zu set­zen. Wirklich lus­tig.

13 von 15 Punkten

Dezember – Das Leben ist nichts für Feiglinge

Eines der un­ter­schätz­tes­ten Kinos in Kiel ist der Hansafilmpalast. Da lau­fen ei­gent­li­ch im­mer in­ter­es­san­te Filme und man kann si­ch be­quem auf Sofas lüm­meln. Im Dezember ha­ben wir dort „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ ge­se­hen. Der zwei­te Krebs- und Todfilm in die­sem Jahr. Und wie­der der schma­ler Grat – und mit ei­nem Soundtrack von Thees Uhlmann ten­diert der Film dann doch eher zum Kitsch.

8 von 15 Punkten

Fazit

So rich­tig zwin­gend muss man kei­nen der Filme in die­sem Jahr ge­se­hen ha­ben. Wer ei­nen schö­nen Film für die Weihnachtstage sucht, soll­te si­ch „Can a Song Save Your Life“ an­schau­en. Wer auf Quatsch steht, soll­te „5 Zimmer, Küche, Sarg“ gu­cken.

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Kommentare

Olaf

Hallo Steffen,

ein wirk­li­ch schö­ner Jahresrückblick zum Kinostammtisch 🙂
Das er­freut na­tür­li­ch auch die Ehemaligen Stammtischfreunde 😉

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