Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Sexgott oder nicht? Eine Lektion im Schützen der eigenen Daten

Steffen Voß

Zur Zeit kursiert eine Internetseite, die auf eindrucksvolle Weise klar macht, was Datenschutz bedeutet und wie man seine Daten selbst oft nicht schützt. Dabei wollen die Benutzer nur testen, ob sie ein Sexgott sind oder nicht.Unter sexgott-or-not.com gibt es einen von diesen kleinen Tests, die einem normalerweise am Ende sagen, was man für ein Typ Mensch ist.

In diesem Fall aber kommt kein Ergebnis, sondern der Hinweis: „Ätsch! Du wurdest verarscht. Alle Deine Angaben gehen an den Typen, der Dir den Link geschickt hast.“ Und der wird sicher etwas mit Deinem Vornamen anfangen können und die Sache sicher aufschlussreich finden.

Also: Niemals richtige Daten angeben, wenn es nicht unbedingt nötig (Bestellungen, Anträge…) ist. Und immer daran denken, ob das was man da abschickt auch im E-Mail-Eingang irgendeines Bekannten sehen möchte. Betreiber von solchen Seiten haben nämlich eventuell verschiedene Möglichkeiten, festzustellen wer Du bist.

Es wäre zum Beispiel möglich, dass auf einer andere Site des gleichen Betreibers eCards verschickt werden können. Dort gibt man normalerweise den richtigen Namen als Absender an. Der Anbieter markiert Deinen Browser mit einem Cookie – einer kleinen Datei mit einer Art Seriennummer. Diese kann wieder ausgelesen werden, wenn Du den Sextest ausfüllst. Und schon gibt es zu Deinem Name eine Liste Deiner sexuellen Vorlieben.

Wenn solche Daten erst einmal erhoben sind, werden sie auch verwendet. Ein interessantes Beispiel liefert da „Dr. Billy Baypack.

Kommentare

Susi Sonnenschein
Susi Sonnenschein:

ich glaube aber, dass die leute alles machen mit der aussicht bei soundso viel millionen gesammelter punkte einen entsafter oder toaster zu gewinnen. wenn man damals bei der volkszählung paybackpunkte vergeben hätte oder ein auto verlost, hätte es keine probleme gegeben.

„Positiv wertet Kosellek, dass die GEZ Billy Baypack trotz seines offenbar illegalen Aufenthalts nicht an die Ausländerbehörde oder die Polizei meldete – zumindest bekam er von dort bisher weder Besuch noch Post. Bei der Weitergabe scheint die Behörde also möglicherweise den Datenschutz etwas ernster zu nehmen, als bei der Beschaffung. Andererseits wäre die Abschiebung von Billy Baypack natürlich auch der Verlust eines Gebührenzahlers – was offenbar nicht im Interesse der zentralen Einnahmestelle liegt.“

29.12.2007 um 12:42

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