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Ebola-Epidemie: Waffenlieferungen nach Liberia!

Ebola Virus
Ebola Virus | Foto: NIAID - CC BY 2.0

Neulich wa­ren no­ch al­le für Waffenlieferungen in den Nord-Irak. Da ster­ben Menschen. Und man kann si­ch das im Internet an­gu­cken! Und weil man ahnt, dass das Problem mi­li­tä­ri­sch nicht zu lö­sen wä­re, will man auch die Bundeswehr nicht hin­schi­cken. Das sol­len die mal schön un­ter si­ch aus­ma­chen. Wir schi­cken die Waffen nur da­für.

Offiziell sind bis­her 2500 Menschen an Ebola ge­stor­ben. Die Krankheit be­kommt man ei­gent­li­ch ganz gut in den Griff, wenn man es schafft, ei­ne ver­nünf­ti­ge Quarantäne zu or­ga­ni­sie­ren. Schaffen die be­trof­fe­nen Länder aber nicht. Es gibt schlicht kein ver­nünf­ti­ges Gesundheitssystem. Ein Umstand, der schon län­ger be­kannt ist. Getan hat man nichts. Der Geschäftsführer von Ärzte oh­ne Grenzen, Florian Westphal, sag­te ges­tern im Deutschlandradio:

„[..] man muss lei­der da­von aus­ge­hen na­tür­li­ch, dass die Dunkelziffer der Infizierten und der ei­gent­li­chen Toten sehr viel hö­her ist als die of­fi­zi­el­le Zahl, die wir bis jetzt hö­ren, das kann si­cher­li­ch bis zu zehn­mal so hoch aus­fal­len. Die Krise, die Epidemie brei­tet si­ch wei­ter­hin ex­po­nen­ti­ell aus, das heißt, ten­den­zi­ell wird die Verbreitung im­mer schnel­ler, und man kann lei­der auch nicht aus­schlie­ßen, dass Nachbarländer, zum Beispiel die Elfenbeinküste, die di­rekt an Liberia an­grenzt, mitt­ler­wei­le auch schon be­trof­fen ist, so­wie Teile von Sierra Leone, zum Beispiel die Hauptstadt Freetown, von der man jetzt no­ch nicht so viel ge­hört hat. Also wenn nichts ge­tan wird, dann muss man lei­der da­mit rech­nen, dass die­se Krise im­mer schnel­ler im­mer schlim­mer wird.“

Leute! Nicht nur ist die Epidemie ei­ne hu­ma­ni­tä­re Katastrophe – Da wer­den doch auch die­se oh­ne­hin fra­gi­len Gesellschaften de­sta­bi­li­siert. Die nächs­ten be­waff­ne­ten Konflikte wer­den da ge­ra­de ge­bo­ren und Deutschland, Europa, der Westen, der Norden spie­len ein­mal mehr kei­ne gu­te Rolle. Bei den Waffenlieferungen in den Nord-Irak gab es ei­ne rie­sen Debatte und die Bundestagsabgeordneten for­der­ten in die Entscheidungen ein­ge­bun­den zu wer­den. Sie woll­ten nach ih­rem Gewissen zu­min­dest sym­bo­li­sch mit ent­schei­den. Und zu Westafrika? Nichts.

Wenn Frank-Walter Steinmeier von mehr Verantwortung in der Außenpolitik spricht, dann wür­de für mi­ch da­zu ge­hö­ren, dass Deutschland ein be­herz­tes, hu­ma­ni­tä­res Eingreifen in Westafrika or­ga­ni­siert. Stattdessen gibt es kos­ten­lo­se Flüge für NGOs und ein lee­res Feldlazarett.

Kommentare

Udo

100 Millionen Euro Soforthilfe für ei­ne sinn­lo­se Mauer in der Ukraine, aber auf Antwort auf ei­nen Hilferuf und Anweisung von knapp 10 Millionen Euro muss die Präsidentin von Liberia bis zum Sankt Nimmerlein war­ten, oder bis der le­thar­gi­sche Berliner Presse das Schreiben ge­leakt wird.

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