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Vorratsdatenspeicherung umgehen

Dank un­se­rer über­flei­ßi­gen aber tech­ni­sch lei­der völ­lig un­be­leck­ten Volksvertreter wer­den zu­künf­tig al­le Verbindungsdaten für Telefon, Handy und Internet für 6 Monate ge­spei­chert. Dabei lässt si­ch für je­den, der wirk­li­ch un­be­ob­ach­tet sein will, die­se Datensammlung leicht um­ge­hen. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung sam­melt ge­ra­de die ver­schie­de­nen Möglichkeiten. Viele da­von nutzt ein durch­schnitt­li­cher Surfer oh­ne es zu wis­sen schon jetzt.In der Liste des AK VDS fin­den si­ch eher un­prak­ti­sche Tipps wie „Briefe schrei­ben“ und kom­pli­zier­te Szenarien wie:
„Gründung ei­nes Unternehmens in Panama oder den Cayman Inseln. Der tat­säch­li­che Firmeninhaber wird dort nicht pu­bli­ziert und für aus­län­di­sche Behörden ist es sehr schwie­rig über­haupt an Informationen zu kom­men. Das Bankkonto wird bei ei­ner dor­ti­gen Bank ge­führt, ei­ne an­ony­me Visakarte gibt es auch. Dieses Unternehmen mie­tet dann Server in Russland und dort läuft dann der Mailservice.“

Wer aber auf ganz ein­fa­che Weise un­be­ob­ach­tet kom­mu­ni­zie­ren will, kann Instant Messenger und die Voice-Funktionen von Computerspielen be­nut­zen oder ei­nen ei­ge­nen Mailserver auf­set­zen. Auch wer si­ch ei­nen Internetzugang mit meh­re­ren an­de­ren Benutzern teilt, kann nicht mehr ein­deu­tig zu­ge­ord­net wer­den.

Anhand der auf­ge­führ­ten Beispiele kann man aber se­hen, dass das Gesetz im Hinblick auf die Verhinderung oder Aufklärung von schwe­ren Straftaten völ­lig un­zu­rei­chend ist – Es wird nur die Dummen er­wi­schen.

Weil es bei der Vorratsdatenspeicherung nicht um die Terrorbekämpfung geht, wird ver­mut­li­ch bald in die­sen Daten nach­ge­schaut, ob je­mand laut Handydaten tat­säch­li­ch auf ei­ner be­stimm­ten Straße ge­fah­ren sein kann, wenn er Widerspruch ge­gen ein ein Ticket we­gen Geschwindigkeitsüberschreitung ein­ge­legt hat. Auch die Musikindustrie will so dem­nächst ein­fa­cher ge­gen il­le­ga­le Downloads vor­ge­hen – Leider hat Herr Wiefelspütz auch das nicht ver­stan­den.

Die Frage ist, wie lan­ge es no­ch er­laubt ist, ei­nen Liste wie die­se zu ver­öf­fent­li­chen. Beim Kopierschutz sind ja in­zwi­schen Anleitungen und Programme zur Umgehung ver­bo­ten (§ 95a Abs. 3 UrhG), auch wenn es durch­aus le­ga­le Nutzungsmöglichkeiten (Sicherheitskopien, Privatkopien) gibt.

Links:
How to „VDS um­ge­hen“

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