Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Literaturverwaltung – aber richtig!

Steffen Voß

Wer jemals eine größere wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat, wird das Problem vermutlich kennen: „Wo habe ich dieses Zitat bloß her?“ Mit einem ordentlichen Literatur­verwaltungs­programm wäre das nicht passiert.Ein modernes Literatur­verwaltungs­programm kann Quellendaten direkt aus den Datenbanken von Bibliotheken (z.B. GBV) übernehmen, listet alle nötigen Daten und verwaltet außerdem Zitate und ganze elektronische Texte. Über die Verschlagwortung lassen sich Quellen wiederfinden und Bezüge herstellen.

Mit einem solchen Programm lassen sich nämlich nicht nur die Quellen für eine Arbeit sammeln. Man kann mit so einem digitalen Zettelkasten generell alle Quellen, Zitate und Gedanken ordnen, die einem im akademischen Leben über den Weg laufen.

Niklas Luhmann ist wohl einer der bekanntesten Fans des Zettelkastens – was bei ihm noch auf tausenden Karteikarten in einem Schrank lagerte, kann inzwischen bequem im Computer gepflegt werden und vor allem von dort aus wieder in eigene Publikationen übernommen werden.

Beispiel: Synapsen
Ein Beispiel für ein solches Zettelkasten-Programm ist Synapsen. Das Programm von Markus Krajewski ist Shareware, kann kostenlos heruntergeladen und getestet werden. Er bei umfangreicherem Einsatz der Software werden die Einschränkungen der unlizensierten Version bemerkbar, die man sich aber für 69,-EUR (49,-EUR für Studenten) freischalten lassen kann:

synapsen ist ein hypertextueller Zettelkasten, d.h. ein altbewährtes Speichermedium auf Basis einer elektronischen Literaturdatenbank, das Bibliographien zu verarbeiten erlaubt. Doch entgegen herkömmlicher Literaturverwaltungssoftware bietet synapsen einen entscheidenden Vorteil: anhand eingegebener Schlagworte vernetzt das Programm einzelne Zettel automatisch und stellt somit bisweilen vergessene, aber auch gänzlich ungeahnte Verbindungen und Zusammenhänge zwischen den Einträgen her. synapsen ist daher nicht nur eine elektronische Literaturverwaltung, sondern vielmehr noch ein Schreibgehilfe beim Verfassen wissenschaftlicher Texte, der in ständiger Kommunikation mit dem Autor ebenso Argumentationen zu soufflieren in der Lage ist wie er beim Auffinden von Ideen Hilfe leistet.
Markus Krajewski

Synapsen 2.5 hat eine direkte Anbindung an Microsoft Word und OpenOffice Writer und kann dank der Programmierung in Java auf Windows, Mac, Linux bzw. jedem Betriebssystem mit einer Java-Umgebung betrieben werden. Wer im Team mit dem Zettelkasten arbeiten will, kann auf eine zentrale MySQL-Datenbank zugreifen.

Links:
literaturverwaltung.com
Synapsen Version 2.5
Über Literaturverwaltungsprogramme, Dokumentenmanager
und andere elektronische Helfer
, Joachim Eberhardt

Niklas Luhmann erklärt den Zettelkasten

Kommentare

K.P.
K.P.:

Ich find citavi ein ganzes Stück hübscher, einen Picker für Zitate und andere Gimmicks gibts auch dazu.

7.11.2007 um 21:46
Steffen
Steffen:

Das Problem mit Citavi ist aber, dass es keine Linux-Version gibt. Synapsen ist in Java geschrieben und von daher Plattformunabhängig. Wer also meint, dass er in Zukunft auch mal auf einem Mac oder unter Linux und dann wieder unter Ubuntu arbeiten könnte, ist mit Synapsen auf der sicheren Seite.

8.11.2007 um 09:19
Anonymous
Anonymous:

Ich persönlich war bis jetzt von Synapsen überzeugt, nicht zuletzt wegen der plattformunabhängigkeit – aber jetzt kämpfe ich doch schon seit längerem mit synapsen und der installation auf linux (ubuntu-dapper) die ja prinzipiell ohne weiters funktioniert. doch die installation von synapsen in kombi mit mysql, die wahrscheinlich unumgänglich ist wenn ich meine bisherige datenbank auf windows auch unter ubuntu wieder verwenden will, funktioniert nicht um die burg und klappt einfach nicht und ich bin langsam am verzweifeln.
aber vielleicht liest das ja jemand da draußen und kann mir irgendwie helfen.

16.11.2007 um 21:18
Anonymous
Anonymous:

Liebe Holle der Heide,

Synapsen läuft inzwischen standardmäßig ohne mySQL mit einer internen Datenbank, dadurch kann man das Programm ohne Schwierigkeiten gleichzeitig unter Win, Mac, Ubuntu, Linux und sogar auf einem USB-Stick betreiben….
Schöne Grüße,
Amanda

11.4.2008 um 18:15
Citavi-unter-wine-Nutzer
Citavi-unter-wine-Nutzer:

Es gibt einen neuen Eintrag in der AppDB von wine. DIe aktuelle Version von Citavi mit der aktuellen Version von wine (1.1.17) scheint zu funktionieren, wenn man die entsprechenden DLLS mit „winetricks“ installiert hat (Befehl: winetricks vcrun2005 dotnet20 corefonts jet40 mdac28 riched30).

Es existieren aber ein paar Bugs. Daher wäre es gut, wenn Citavi innerhalb der wine-Community „gepusht“ werden würde, damit die wine-Entwickler sich mehr um das Programm bemühen. Dazu wurde auf winehq.org das „Vote“-Feature eingeführt.

Citavi@wine: http://appdb.winehq.org/objectManager.php?sClass=version&iId=15989

Die Citavi-Leute sind immernoch der Meinung, dass es keinen Markt für Linux gibt (siehe FAQ usw. auf citavi.org). Vielleicht ist es auch mal sinnvoll, wenn jeder und jede sich bei denen melden…

18.3.2009 um 20:31
Marcus Kober
Marcus Kober:

Auch wenn der Artikel schon ein wenig älter ist… Der letzte Kommentar ist es ja nicht.

Versuche schon seit Ewigkeiten, Citavi mittels Wine zum Laufen zu bringen, da ich ausschließlich auf Linux arbeite und deshalb auch keine Windows-CDs mehr habe. Leider funktioniert es entweder nur schleppend langsam oder gar nicht. Habe gevotet und harre der Dinge, die da kommen. 🙂

12.5.2009 um 18:48

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