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Resümee : So war’s beim BarCamp Kiel 2014

Sven Rohweder hält einen Vortrag
Sven Rohweder erklärt wie man mit Haushaltsgegenständen Flugzeuge trackt.

Schon ist wie­der ein BarCamp zu Ende. So schnell geht das. Und ich will hier­mit ger­ne mei­ne Pflicht er­fül­len und über mei­ne Erfahrungen blog­gen: Das war jetzt das er­s­te BarCamp in Kiel, zu dem ich in der Organisation gar nichts bei­ge­tra­gen ha­be. Aber ich hab of­fen­sicht­li­ch auch nicht ge­fehlt, denn es hat al­les su­per ge­klappt.

Das BarCamp in Kiel ist in­zwi­schen ein ech­tes Familientreffen ge­wor­den – vie­le Leute tref­fe ich nur dort. Gleichzeitig schafft es das BarCamp auch im­mer wie­der, neue Leute an­zu­lo­cken. Und wir Frau Schröder vom Wissenschaftszentrum be­ob­ach­te­te: Es wer­den mehr Frauen und ich ha­be auch we­sent­li­ch mehr Jugendliche und Kinder ge­se­hen – viel­leicht wer­de ich auch nur alt. Dabei hat das BarCamp Kiel schon im­mer ein brei­tes Publikum an­ge­spro­chen. Ich er­in­ne­re mi­ch an die Session „Wie Senioren das Internet nut­zen“ beim ers­ten BarCamp. Vielleicht hal­te ich die im nächs­ten Jahr.

Für mi­ch ste­hen dann auch im­mer die Gespräche mit mög­lichst vie­le Leuten im Mittelpunkt. Die Sessions sind da­bei eher Mittel zum Zweck. Wobei ich durch­aus ei­ni­ge in­ter­es­san­te Sessions mit­ge­macht ha­be:

  1. Toll fand ich das Angebot von Jörg Nickel von der Staatskanzlei, über das Thema Bürokratie und Bürokratieabbau nach­zu­den­ken. Nach dem ers­ten Reflex: „Es gibt zu viel Bürokratie – das muss weg.“ wur­de schnell klar, dass all die­se Regeln ir­gend­wann ein­mal ein­ge­führt wur­den, um ir­gend­et­was zu re­geln. Die Kunst ist es, zu er­ken­nen, wann das nicht mehr ge­re­gelt wer­den muss, ob es viel­leicht Varianten der Regelung gibt, die ein­fa­cher sind und was zum Beispiel die Digitalisierung bei­tra­gen kann.
  2. Ein schö­nes Nerd-Thema hat­te si­ch Sven Rohweder aus­ge­dacht: Verkehrsflugzeuge sen­den ein Signal aus, das man mit ei­ner be­stimm­ten – sehr bil­li­gen – Art DVB-T-Sticks emp­fan­gen kann. Über die­ses Signal er­fährt man, was für ein Flugzeug das ist und wo es si­ch be­fin­det. Mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Tool kann man die Bewegungen der Flugzeuge in der Umgebung auf ei­ner Karte dar­stel­len. Die Fernbedienung des DVB-T-Sticks hat al­ler­dings kei­nen Einfluss auf die Flugzeuge.
  3. Spannend war Christoph Jahnkes Einblick in die Welt von Youtube. Das muss ich mal aus­pro­bie­ren. Die Präsentation gibt es in Christophs Blog.
  4. Bei Frühstück hab ich ei­ni­gen Jugendlichen bei der Vorbereitung ih­res Vortrags über eS­ports zu­ge­hört. Den woll­te ich mir dann ei­gent­li­ch auch an­schau­en. Ich bin dann aber im fal­schen Raum ge­lan­det und ha­be mir dann die Session von Michael Martens zu „Service Design Innovation“ an­ge­hört und viel neu­es ge­lernt. Es gibt of­fen­bar vie­le Wege von der Idee übers Konzept zum Produkt.
  5. Aleksandra Sowa hat ei­nen in­ter­es­san­ten Vortrag zu IT-Security und dem ge­plan­ten IT-Security-Gesetz ge­hal­ten. Ich ha­be ein we­nig ge­braucht, um in das Thema hin­ein zu fin­den. Am Ende ha­be ich auch dank der Beiträge von Stefan Mehne ei­ne Menge ge­lernt.
  6. Im Nachbargebäude des Wissenschaftszentrums wird ge­ra­de ein Gemeinschaftsbüro/Coworking-Space für Startups aus dem Uni-Umfeld ein­ge­rich­tet. Bisher ist dort ein klei­nes Team da­bei, Software zu ent­wi­ckeln, mit der man spie­le­ri­sch Klavierspielen ler­nen soll und ein an­de­res, das un­ter dem Namen „My Boo“ nach­hal­ti­ge Fahrräder aus Bambus pro­du­ziert und ver­treibt.
  7. Eine ei­ge­ne Session ha­be ich auch an­ge­bo­ten: Seit Längerem ha­be ich den Eindruck, dass 80% des­sen, was all­ge­mein an Transparenz in der Politik ein­ge­for­dert wird, durch po­li­ti­sche Bildung ge­löst wer­den könn­te. Vieles ist be­reits ziem­li­ch trans­pa­rent und so­bald je­der da­mit um­ge­hen kann und dann no­ch Fragen hat – DANN kann man über no­ch mehr Transparenz dis­ku­tie­ren. Da ich selbst in den par­la­men­ta­ti­schen Abläufen nicht so ganz firm bin, ha­be ich mir den Abgeordneten Uli König von der Fraktion der Piratenpartei ge­grif­fen und zu­sam­men ha­ben wir er­klärt, wie Regierung und Parlament zu­sam­men­spie­len. Vor al­lem ha­ben wir er­klärt, wie der Landtag funk­tio­niert, wel­chen Weg Anträge neh­men, um zu Beschlüssen zu wer­den und wie man all die Informationen fin­det, die es da­zu im Internet be­reits gibt. Aus der Qualität der an­schlie­ßen­den Fragen, möch­te ich schlie­ßen, dass zu­min­dest ei­ni­ge der 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ver­stan­den ha­ben, was wir er­klä­ren woll­ten. Ich schau mal, wie ich die 45 Minuten in ei­nen ver­ständ­li­chen Blogartikel ver­wan­del.

Ein di­ckes Danke an das Orga-Team! Gut zu wis­sen, dass die Idee in gu­ten Händen ist. Danke an al­le, die ihr Wissen ge­teilt ha­ben. Und ganz wich­tig: Danke an al­le Sponsoren!

Und dran den­ken: Nach dem BarCamp ist vor dem Stadthack!

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  2. Veranstaltung: WebMontag, mal anders?

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