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Ausprobiert: Ubuntu Experiment 2: Mein Hauptrechner

Nachdem ich mein Laptop schon vor ei­nem Monat auf Ubuntu um­ge­stellt ha­be, war es jetzt Zeit für Teil 2 des Experiments. Das Windows XP auf mei­nem Desktop-Rechner hat si­ch in den letz­ten Monaten in ein schlep­pen­des, ner­ven­des Etwas ver­wan­delt. Wie das bei Windows XP nach 2 Jahren eben so ist. Da ich aber ab und zu doch no­ch ein­mal ei­ne Runde zo­cke, kann ich nicht ganz auf Windows ver­zich­ten. Die Anforderung war al­so et­was kom­pli­zier­ter als auf dem Laptop. Dafür dach­te ich, wä­ren die Komponenten in mei­nem Hauptrechner ein­fa­cher zu kon­fi­gu­rie­ren als die sehr spe­zi­el­len in mei­nem Laptop: Dachte ich…Ausgangspunkt: AMD 64 3500 mit ei­nem SATA RAID 1 mit 2 160GB Platten und so­wohl ei­ner 160GB und ei­ner 80GB IDE Platte. Auf dem RAID war mein al­tes Windows und da sind auch ei­ne Reihe Dateien drauf, die ich ger­ne be­hal­ten woll­te. Das RAID soll­te aus­schließ­li­ch zur Speicherung der Daten lau­fen, Windows soll­te auf die 160GB IDE und Ubuntu auf die 80GB IDE. Dabei ist mir re­la­tiv egal, ob die Systeme ge­gen­sei­tig zu­grei­fen kön­nen. Das Windows soll wirk­li­ch nur zum Spielen sein.

1. Das Ubuntu Wiki emp­fiehlt er­st Windows dann Ubuntu zu in­stal­lie­ren. Also mach ich das. Ich zieh die RAID Festplatten ab, da­mit ich die nicht aus­ver­se­hen über­schrei­ben. Ich ver­ges­se aber den USB Stick ab­zu­zie­hen und prompt löscht ich die merk­wür­di­ge Mini-Partition… Ich Idiot. Egal. Ich ha­be ein Backup.

Windows braucht ewig, bis es auf der 80GB IDE Platte in­stal­liert ist und boo­tet dann nicht. Im Nachhinein wür­de ich sa­gen, ich hät­te ein­fach die Bootreihenfolge än­dern müs­sen. Die Idee hat­te ich aber nicht und in­stal­lie­re des­we­gen Window no­ch ein­mal neu auf der 160er Platte. Als das läuft, be­gin­ne ich Ubuntu zu in­stal­lie­ren.

Die Live-CD er­kennt al­le wich­ti­gen Komponenten, so dass ich wäh­rend der Installation ein we­nig im Internet sur­fen kann. Am Ende der Installation ein Reboot: Grafik funk­tio­niert nicht. Ich hab kei­ne Lust mi­ch durch ir­gend­wel­che Config-Dateien zu wüh­len, al­so in­stal­lie­re ich ein­fach no­ch ein­mal neu. Danach läuft es auch. Allerdings nur bis ich das RAID wie­der an­stöp­sel. Mit ein­ge­leg­ter Live-CD und dem Menüpunkt „Von ers­ter Festplatte star­ten“ klappt es aber. Auch das Window im GRUB star­tet nicht.

2. Der Kampf ge­gen den Error 17 be­ginnt: GRUB fin­det den Linux-Kernel nicht. Ich ha­be al­les mög­li­che aus­pro­biert, was am Ende ge­hol­fen hat, war die Änderung der Bootreihen… Ich dach­te im­mer, Linux in­ter­es­sie­ren BIOS-Einstellungen nicht. Egal. Es läuft. Hat aber 4 Stunden ge­dau­ert. Wieder zu­rück zu Windows.

3. Spaß mit Windows: Ich in­stal­lie­re die Mainboardtreiber, das RAID wird wie­der­er­kannt und ich ha­be ein neu­es Problem: Installiert ist Windows nach ei­ge­nem Empfinden auf c: – In dem Moment aber, in dem die RAID-Treiber ge­la­den wer­den, ist das RAID c: und die IDE-Platte e:. Es be­ginnt al­so mein neu­es Windows zu boo­ten, lädt die RAID-Treiber und setzt dann den Bootvorgang mit mei­nem al­ten Windows auf dem RAID fort.

Ich bin si­cher, dass si­ch das auch nicht da­durch lö­sen lässt, dass ich das al­te Windows lö­sche. Dann hat das neue Windows nur ein Problem, kom­plett zu star­ten. Also stel­le ich die ur­sprüng­li­che Konfiguration wie­der her und las­se un­ter Windows RAID RAID sein. Wie ge­sagt: Von Windows muss ich auf die Partition nicht un­be­dingt zu­grei­fen.

4. Nach ei­ni­gen Basiskonfigurationen un­ter Ubuntu stel­le ich fest, dass die Entscheidung für doe AMD64-Version ein bö­ser Fehler war: Ich hat­te ge­hofft mit Ubuntu die vol­le Leistung mei­nes Prozessors zu be­kom­men, doch lei­der müs­sen na­tür­li­ch auch al­le Anwendungen für amd64 kom­pi­liert sein. Das sind die nicht. Die Liste in der Paketverwaltung ist we­sent­li­ch kür­zer und wenn schon Programme wie Bluefish feh­len, mach ich mir kei­ne Hoffnung, dass ich auf Dauer glück­li­ch da­mit wer­de. Ich la­de mir al­so die 386er Version von Ubuntu und bin be­geis­tert vom in­te­grier­ten Bittorrent-Client: Minimal und flott das Teil. Außerdem schon vor­in­stal­liert. Am Ende in­stal­lie­re ich Ubuntu no­ch ein­mal. Diesmal oh­ne Probleme.

Vorläufiges Fazit
Jetzt lau­fen grund­sätz­li­ch Windows und Ubuntu auf mei­nem Rechner. So ein­fach wie ich dach­te, wars aber da­fi­ni­tiv nicht. Und so stan­dard wie ich dach­te, ist mein Rechner doch nicht. Die Logitech G15 Tastatur funk­tio­niert nur grund­sätz­li­ch – die gan­zen Zusatztasten und das LCD-Display lau­fen un­ter Ubuntu nicht. Das glei­che Problem hat­te ich mit mei­ner Maus: An der Logitech MX510 funk­tio­nier­ten die Zusatztasten nicht. Für die hat aber MaYO in sei­nem Blog ei­ne ein­fa­che Anleitung.

Ich muss glau­be ich no­ch ei­ni­ges tun, da­mit das System wie­der so rund läuft wie es soll. Aber das ist ja im­mer nach ei­ner Neuinstallation so. Ich wünsch­te, ich könn­te den Rechner ein­fach je­man­dem in die Hand drü­cken und sa­gen: Installier mal!

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