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Douglas Coupland: jPod

Douglas Coupland - jPod
Douglas Coupland - jPod

Ethan ist ein Geek und sei­ne Kollegen in der Computer-Spiele-Firma sind auch Geeks: Sie pro­gram­mie­ren an ei­nem mä­ßig gu­ten Skateboard-Spiel, in­ter­es­sie­ren si­ch für Science Fiction und die neus­ten, cool Turnschuhe. Alles läuft gut bis ei­nes Tages Ethans Chef die Idee hat, das Skateboard-Spiel mit ei­ner läs­si­gen Schildkröte na­mens Jeff auf­zu­pep­pen.Ethans Mutter züch­tet Haschisch im Keller – und zwar im gro­ßen Stil. Ethans Vater ist Hobby-Tänzer und Berufsschauspieler. Allerdings war­tet er im­mer no­ch auf sei­ne er­s­te Sprechrolle. Stattdessen hat er ei­ne Affäre mit ei­ner we­sent­li­ch jün­ge­ren Frau. Ethans Bruder macht Geschäfte mit ei­nem chi­ne­si­schen Menschenhändler und parkt ein Dutzend il­le­ga­ler Einwanderer in Ethans Wohnung.

Aber auch das Leben von Ethans Kollegen ist nicht so lang­wei­lig wie man mei­nen könn­te: John Doe ver­sucht nach ei­ner Jugend in ei­ner hip­pies­ken Lesben-Kommune oh­ne Fast-Food, Fernsehen und Männer mög­lichst durch­schnitt­li­ch zu sein. Cowboy ist Sex-süchtig. So ähn­li­ch wie Bree. Sie hat ei­nen Mann nach dem an­de­ren – al­ler­dings nur ein­mal. Seit „Evil“ Mark ein­mal 3 Tage aus ver­se­hen in ei­ner Garage ein­ge­schlos­sen war, sorgt er da­für, dass er mög­lichst stän­dig von ess­ba­rem um­ge­ben ist. Kaitlin hält al­le Kollegen für Autisten und baut ih­nen ei­ne Umarmungsmaschine.

jPod ist ei­ne wirk­li­ch lus­ti­ge Reise durch das frü­he 21 Jahrhundert. Wie auch schon bei „Microserfs“ oder „Generation X“ ge­lingt es Douglas Coupland den Geist der Zeit zu tref­fen. Die Art wie si­ch Coupland al­ler­dings selbst als Unsympathen in die Geschichte schreibt, ist ein we­nig plump: „Ihr be­nehmt Euch wie Typen aus nem Douglas Coupland Roman“ Das ha­ben an­de­re Autoren schon bes­ser ge­macht. Interessant ist aber ein­mal mehr Couplands bun­te Mischung ver­schie­de­ner Erzählstile und sein col­la­gen­haf­ter Umgang mit Typografie.

Die ers­ten 5 Romane von Douglas Coupland ha­be ich da­mals ziem­li­ch ver­schlun­gen – mit Miss Wyoming hat er mi­ch dann ver­lo­ren, doch als ich jetzt im Buchladen sah, dass es ei­ne Art Fortsetzung von „Microserfs“ gibt, konn­te ich nicht wi­der­ste­hen. Ich je­den­falls ha­be beim Lesen ei­ne Menge Spaß ge­habt.

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Kommentare

Simon

Ohhh! Ich ha­be mir im­mer ei­ne Fortsetzung von Microsklaven ge­wünscht, da es so schön le­bens­nah die Welt der Geeks an der ame­ri­ka­ni­schen Westküste in den 90ern er­zählt hat – und ich mir im­mer dach­te „wie wür­de er die heu­ti­ge Zeit be­schrei­ben?“. Von Generation X hin­ge­gen ist nicht viel bei mir hän­gen­ge­blie­ben, soll­te ich noch­mal le­sen. Aber erst­mal muss ich mir jPod be­sor­gen. 😉
Danke für den Hinweis, wär son­st nicht drauf ge­kom­men, noch­mal nach neu­en Coupland-Büchern zu stö­bern.

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