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DiWiSH: Schleswig-Holstein digital

Ganz im Zeichen des Mottos „Schleswig-Holsteins Zukunft ist di­gi­tal“ stand ges­tern im Haus der Wirtschaft in Kiel das Branchenforum „Schleswig-Holstein di­gi­tal“ des DiWiSH – Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein e.V.. Gut ein Dutzend Vertreter der di­gi­ta­len Wirtschaft in Schleswig-Holstein stell­ten ak­tu­el­le Entwicklungen ver­schie­de­ner Branchen vor. In den Branchenforen „IT und Medien“, „Regenerative Energien“, „Maritime Wirtschaft“, „Medizin / Medizintechnik“ und „IT und Finanzen“ gab es Voträge und Diskussionen zu Themen wie „Wie di­gi­tal ist Klimaschutz?“ oder „Der Einstieg in die pa­ti­en­ten­zen­trier­te Gesundheit“.

Ich selbst ha­be am Forum „IT und Medien“ teil­ge­nom­men, in dem es 3 Vorträge gab:

  • „Der Einfluss der Digitalisierung auf Medienangebote und Medienkonsum“ von Dirk von der Loh, Mach3 Marketing
  • „Online Advertising 2.next“ Marc-Michael Braun, new­ten­ti­on tech­no­lo­gies
  • „Das Handy als 3. Bildschirm – di­gi­ta­ler Lifestyle über­all und je­der­zeit“ von Oliver Pfeiffer, MCS SH

Aus den Vorträge ließ si­ch ab­lei­ten, dass die Branche dar­auf setzt, dass wir in Zukunft je­der­zeit und über­all er­reich­bar sein wer­den, rund um die Uhr Medien kon­su­mie­ren und die Firmen durch um­fang­rei­che Datensammlungen ge­zielt Werbung auf un­se­re Bedürfnisse aus­zu­rich­ten. Was die Redner als tol­le Neuerungen ab­fei­er­ten, klang für mi­ch eher be­drü­ckend: Wir ver­su­chen in ei­nen 24 Stunden Tag so viel zu quet­schen, als hät­te der Tag 48 Stunden. Wir wer­den im­mer und über­all von Werbung be­schallt und die Wirtschaft weiß al­les über uns. Der Datenschutz wird eher als läs­ti­ge Hürde be­trach­tet.

Sonst war we­nig Neues zu hö­ren. Die Idee mit di­gi­ta­len Special Interest Radio-Sendern klingt für je­man­den, der si­ch oh­ne­hin sein Programm aus Podcasts und Musik selbst zu­sam­men­stellt eher halb­her­zig.

Und am Ende bleibt die Frage: Wer surft ei­gent­li­ch no­ch oh­ne Werbeblocker?

Interessant war vor al­lem der an­schlie­ßen­de Vortrag „Wohin geht das Suchmaschinenmarketing?“ von Götz Trillhaas, Agency Relationship Manager bei Google. Mit ei­ner Mischung als prak­ti­schen Beispielen und Konzeptionellem zeig­te er aber vor al­lem auch den Status Quo. Wie die Pläne von Google aus­se­hen, blieb ein­mal mehr im Dunkeln.

Die ab­schlie­ßen­de Rede wur­de nicht wie an­ge­kün­digt von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen son­dern von Staatssekretärin Karin Wiedemann ge­hal­ten. Sie stell­te die IT-Strategie des Landes vor. Was die aber au­ßer der Ausweitung des Breitbandnetzes auf al­le Gemeinden und die all­ge­mei­ne Förderung des Mittelstandes aus­macht, wur­de zu­min­dest mir nicht so ganz klar.

Insgesamt war „Schleswig-Holstein di­gi­tal“ ein in­ter­es­san­tes Branchentreffen, bei dem wäh­rend des an­schlie­ßen­den „Get-together“ si­cher no­ch ei­ni­ge in­ter­es­san­te Kontakte ge­knüpft wur­den.

Nächster Termin: 19.11.07 – 23.11.07, Mediatage Nord 2007

Kommentare

Georg

Bedenklich fand ich vor al­lem die Art und Weise, wie die Medienvertreter auf der ei­nen Seite den ge­stie­ge­nen Medienkonsum ab­fei­er­ten und auf der an­de­ren Seite auch no­ch for­der­ten, dass Lehrer den Schüler bei­brin­gen, wie sie no­ch bes­ser ih­re Produkte kon­su­mie­ren kön­nen.

Einmal mehr wur­den Forderungen an die Lehrer ge­stellt no­ch mehr Fokus auf die­ses und je­nes zu set­zen.

Dabei über­se­hen die Herren, dass um­fang­rei­cher Medienkonsum *di­rekt* ei­nen ne­ga­ti­ven Einfluß auf die schu­li­sche Leistung von Kindern hat. Schule muss Kindern nicht bei­brin­gen, wie sie si­ch in Second Life zu­recht­fin­den. Im Besten Fall bringt Schule den Kindern bei, was im Leben wich­tig ist, und dass man si­ch da­von nicht durch Fernsehen, Radio, Internet, Mobiltelefon ab­len­ken las­sen soll­te.

Die Veranstaltung wirk­te wie ei­ne Tagung der Tabakindustrie, die si­ch ge­gen­sei­tig ver­si­cher­te, dass Rauchen ei­ne tol­le Sache ist. Aber viel­leicht kommt man ja auch in 20 Jahren so­weit und rich­tet handy-freie Restaurants ein.

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