Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Gut gecovert…

Steffen Voß

Angeblich ist „Yesterday“ von den Beatles der am häufigsten gecoverte Song aller Zeiten. Auch wenn es sich nicht belegen lässt wird immer wieder gehauptet, dass es mittlerweile über 3000 verschiedene Versionen dieses Pop-Klassikers gibt. Selbst wenn es nur 10% davon tatsächlich gibt, fragt sich, wieviel Imitation und wie viel wirkliche Neuinterpretation dabei ist. Ich bin aber in letzter Zeit über einige nette Coversongs gestolpert, die ich nicht für mich behalten möchte.Für Aug‘ und Ohr bietet KT Tunstall „I Want You Back“ – im Original von den Jackson 5. Hier in einer abgespeckten aber nicht weniger groovigen Version. Naja, ein wenig kuscheliger macht’s die leichte Reibeisenstimme der Schottin dann doch.

Der Amerikanische Jazzpianist Brad Mehldau zeigt, wie viel Virtuosität in Radioheads Exit Music (For a Film) steckt. Genial. Original wie Interpretation.

Eher in den Bereich „Parodie“ fällt Alanis Morissettes Version von „My Humps“ – sie überzieht den Hit der Black Eyed Peas mit einer zuckrigen Pathossoße. Lustig. Irgendwie.

Ben Fold covert den Postal Service Song „Such Great Heights„. Im Original vielleicht bekannt vom Soundtrack von „Garden State“ hier gespielt natürlich auf dem Klavier. Am erstaunlichsten ist an der Aufnahme für mich die Ähnlichkeit von Ben Folds und seinem Klavier-Kollegen Elton John (in jung!!).

Folk ist wieder da! Männer, die aussehen wie Grizzly Adams und auf ihrer Gitarre traurige Lieder spielen. Hier inszeniert Mat Weddle von der bisher eher unbekannten Band Obadiah Parker den OutKast-Hit „Hey Ya. Wie geil. Wer bekommt da keine feuchten Augen?

Apropos „feuchte Augen“ – „Teardrop“ von Massive Attack. Wer hätte gedacht, dass man das alleine auf einer Gitarre covern kann? Angesichts dessen, was Newton Faulkner hier macht, sollte jeder Gitarrist feuchte Augen bekommen, der sein Instrument nicht genauso beherrscht.

Bad Cover Version von Pulp passt hier nicht ganz in die Reihe – immerhin ist der Song tatsächlich aus der Feder Jarvis Cockers. Das Video aber errinnert ein wenig an We Are the World. Nur sind bei Bad Cover Version alle Stars unecht. Bei dem Paul McCartney-Double aber fällt man echt vom Glauben ab. Der Typ sieht mehr als wie Paul McCartney als Paul McCartney selbst. Der einzige echte Star ist Jarvis Cocker, der gegen Ende des Videos als Brian May die Gitarre schwingt.

Links:
coverinfo.de – Datenbank mit 140,000 Cover Versionen

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