Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Team Fortress 2

Steffen Voß

Team Fortress war damals das erste Computerspiel, das ich im Internet gespielt habe. Ich kam auf den Server und es wimmelte um mich herum. Überall liefen Typen rum und schossen aufeinander. Und hinter jedem dieser Typen steckte ein echter Mensch! Das ist eine Herausforderung wie Schach, Tennis oder Monopoli und nicht bloßes Einkloppen auf dumm programmierte Monster. Nach fast 10 Jahren kommt jetzt endlich der Nachfolger des Fun-Shooters und das Warten hat sich gelohnt.Im Gegensatz zu den meisten Spielen dieses Genres kommt Team Fortress 2 im Comic-Design daher: Quietschbunte Charaktere, übertriebene Waffen und eine überdrehte Ansagerin, die den Spielablauf regelt. Außerdem ist das Spiel ein reiner Multiplayer – es gibt also keine Story.

Kommt man auf dem Server an, wählt man entweder Team Rot oder Team Blau und entscheidet sich dann für eine der 9 Klassen. Jede Klasse hat Stärken und Schwächen. Der Heavy Guy ist zumindest gut gepanzert und mit einer dicken Minigun ausgestattet. Leider macht ihn das ganze Gewicht unbeweglich und langsam. Für die schnellen Aktionen ist eher der Scout zu haben. Der flitzt über die Karte wie kein zweiter, darf aber auch nach einem richtigen Treffer wieder vom Start losflitzen.

Während einer Runde (5 Minute) kann man immer wieder spawnen und muss entweder Geheimakten aus dem gegnerischen Lager entwenden oder bestimmte Punkte einnehmen. Dabei gibt es noch einen Modus in dem ein Team nur verteidigen und das andere nur angreifen muss. Am Ende eine unentschiedenen Runde gibt es ein SuddenDeath – Wer stirbt, bleibt tot – der letzte Überlebende gewinnt die Runde für sein Team.

Die Steuerung ist ziemlich direkt, allerdings wird bei Team Fortress 2 eher mit der groben Kelle verteilt. Allein der Sniper muss genau treffen, um sein Ziel zu erreichen.

Die vielen Klassen ermöglichen zahlreiche Taktiken. Ein Heavy Guy mit einem Arzt, der ihn ständig heilt, sind schon eine hart zu knackende Kombination. 2 Techniker, die gegenseitig ihre Selbstschussanlagen pflegen, können ein echtes Ärgernis für den Gegner werden. Und der Spion, der sich als Gegner tarnen kann, sorgt immer wieder für böse Überraschungen. Und: Es gibt es den Rocketjump wieder. Der Soldier kann im Sprung vor sich schießen und dadurch große Distanzen überwinden.

Die Orientierung auf den Karten läuft nicht mehr In-Game-Map, sondern über eine gute Ausschilderung. Da muss man sich aber erst einmal dran gewöhnen. Wenn man das weiß kann man aber auch als Newbie gut mitlaufen.

Die Stärke des Spiels ist der detailverliebte Humor. Die Grafik ist comic-haft und die Spieler können immer wieder auf ihren Charakter abgestimmte coole Sprüche ablassen („Der letzte der stirbt, macht die Tür zu.“) So ein fettes Grinsen, wie der Heavy Guy beim Abfeuern seiner MiniGun zeigt, hat man das letzte Mal bei Kater Karlo gesehen.

Team Fortress 2 wird es schwer haben, als ernsthaftes Liga-Spiel anerkannt zu werden. Dazu ist auf den Public-Server einfach zu viel Chaos. Und eine straff geplante 5on5 Strategie widerspricht eigentlich dem spaßigen Ansatz des Spiel. Aber wir ein lustiges Spiel zwischendurch ist Team Fortress 2 sicher ein guter Kandidat.

Es ist allerdings zu befürchten, dass die Vermarktungstaktik, TF2 nur in der sogenannten „Orange Box“ mit Halflife 2 sowie den Erweiterungen Episode 1 und Episode 2 sowie dem Multiplayer Spiel „Portals“ zu verkaufen, nach hinten losgeht. Viele potentielle Kunden werden HL2 und EP1 ohnehin schon besitzen. Und dann sind 49,95$ (-5$ Frühbucherrabatt) nicht mehr so ein tolles Schnäppchen. Valve ermöglicht es aber, nach der offiziellen Veröffentlichung der Orange Box die doppelt vorhandenen Spiele an andere Spieler weiterzugeben.

Team Fortress 2 erscheint offiziell am 10. Oktober – wer es schon jetzt kauft, kann bis dahin die Beta spielen. So 100% stabil ist das Spiel noch nicht und man sollte darauf achten wirklich die aktuellsten Grafikkarten-Treiber zu benutzen.

Links:
The Orange Box
Team Fortress Portal

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