kaffeeringe.de

Gebastel: Raspberry Pi als externe WLAN-Antenne

Raspberry Pi Symbolbild
Raspberry Pi Model B 512Mb / CC BY-ND 2.0

So ein Raspberry Pi ist ein vielseitiges Ding. Und die beiden kleinen Geräte haben bei mir schon einiges gemacht – Vom Webserver bis zum Multimedia-Center. Vor allem haben sie mir aber viel über die Funktionsweise von Linux beigebracht. Neuerdings dient ein Raspberry Pi bei mir als Ersatz für die schwache Antenne in der OUYA.

Der Empfang der OUYA im Wohnzimmer liegt immer so bei 35-40%. Da kann man schon einiges mit machen. Es dauert aber lange und manchmal bricht ein Stream einfach zusammen. Da passte es ganz gut, dass der zweite Raspberry Pi gerade arbeitslos geworden war. Die Antenne des Belkin Surf N300 XR USB-Sticks ist schon länger als die OUYA hoch ist und dazu kann ich den Raspberry Pi so positionieren, dass er besser zum Router ausgerichtet ist. Dazu habe ich noch einen alten Switch ausgegraben, über den ich die OUYA mit dem Raspberry verbinde.

Auf der einen Seite ist also der Raspberry Pi mit dem USB-WLAN-Adapter. Von dem geht ein LAN-Kabel zum Switch und eines vom Switch zur Ouya. Die Herausforderung ist es jetzt, das Raspbian-Betriebssystem des Raspberry Pis so zu konfigurieren, dass die eingehenden Daten zwischen WLAN und LAN hin- und hergereicht werden. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Immer aber loggt sich der Raspi normal im WLAN ein. Er wird also kein Access Point und kein WLAN-Repeater.  Für die Lösung, die ich gewählt habe, gibt es eine sehr gute Schritt-für-Schritt-Anleitung im Blog von Robin Newman. Deswegen will ich hier nur einen kurzen Überblick geben. In dem Kommentaren von Robins Artikel gibt es eine Reihe Hinweise auf andere Lösungen.

Raspbian hat die nötigen Treiber für meinen USB-WLAN-Stick dabei. Der funktioniert also „aus der Tüte“. Es bleiben fünf Dinge zu tun:

  1. In der /ect/network/interfaces müssen WLAN und LAN jeweils mit einer fixen IP eingestellt werden. Die feste IP des WLAN-Adapters sollte man dem Router mitteilen, damit der Raspi diese Adresse auch tatsächlich immer bekommt.
  2. Die /etc/network/iptables muss so konfiguriert werden, dass die Daten vom WLAN zum LANund umgekehrt gegeben werden.
  3. Die Kernel-Funktion dafür muss in der /etc/sysctl.conf aktiviert werden.
  4. Dadurch, dass auf dem LAN-Port des Raspberry Pi jetzt ein anderer IP-Bereich konfiguriert ist, als im WLAN, bietet es sich an, den Raspberry Pi dort als DHCP-Server die IPs zuteilen zu lassen.
  5. Da ich auf den OUYA per Smartphone-App zugreifen will, muss der Router wissen, wie er diese anderen IP-Adressen überhaupt findet. Dazu musste ich eine statische Route in meiner Fritzbox eintragen.

Nachdem das alles läuft und zusammengestöpsel ist, schaltet die OUYA ihr WLAN ab und nutzt das LAN. Das funktioniert jetzt wesentlich stabiler als vorher.

Tipp: Mit dieser Methoden lassen sich auch alte Drucker oder andere Geräte, die nur einen LAN-Anschluss haben, in ein WLAN bringen.

Kommentare

Stefan M

Wieso nicht ein­fach ein Crossover-Kabel zwi­schen den bei­den Geräten statt ei­nem Switch?

Steffen

Hatte ich nicht zur Hand. Geht aber auch. Außerdem kann ich jetzt no­ch an­de­re Geräte dort an­schlie­ßen. 😉

Hypfer

Wieso nicht ein­fach die bei­den Interfaces brid­gen? Das gin­ge leich­ter und man bräuch­te kei­ne an­de­ren IP Adressen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?