kaffeeringe.de

Serien-Tipp: „Treme“ erzählt von New Orleans nach Hurricane Katrina

Treme
Treme

Ich hatte darauf neulich schon einmal hingewiesen. Ich möchte eine so wunderbare Serie wie „Treme“ aber nicht in einem Nebensatz untergehen lassen. Treme beginnt drei Monate nachdem Hurricane Katrina New Orleans zerstört und überflutet hat und die Serie erzählt vom Kampf der Bewohner um einen neuen Anfang. Es geht um korrupte Polizisten, gierige Bauunternehmer und den reichhaltigen, kulturellen Schatz einer ganz besonderen Stadt.

Bis vor Kurzem wusste ich nicht viel über New Orleans – vielleicht ein paar Klischees, wie man sie aus James Bond zum Beispiel kennt. Doch David Simon („The Wire“) leistet mit „Treme“ ganze Arbeit: Neben liebenswerten Charakteren und interessanter Handlung bietet er einen tiefen Einblick in die Kultur der Stadt und weckt das Interesse daran. Ich wollte danach mehr erfahren über diese Stadt, in der offenbar jeder ein Instrument spielen kann und zum Beispiel über diese sonderbaren Indianergruppen.

Vielleicht kennst Du dieses Lied mit diesem komischen, World-Music-Flair und dem unverständlichen Text: The Belle Stars – Iko Iko (1989) – Das basiert mit seinem Getrommel am Anfang auf dieser Version der Dixie Cups von 1965. Die allerdings hatten auch schon den Text nicht richtig behalten: Er beginnt im Original von James ‚Sugar Boy‘ Crawford (1953) nicht mit „My grandma and your grandma…“ sondern mit „My spy-boy and your spy-boy…“ und die Spy-Boys haben in den Gruppen der Black Indians die Funktion des Spähers. In dem Lied geht es um rivalisierende Black Indians Gruppen und der Refrain ist nicht etwa irgendetwas West-Afrikanisches, sondern größtenteils Südstaaten-Creole. Wenn man einmal damit begonnen hat, in dieser Kultur zu graben, dann ist es schwer, wieder damit aufzuhören. Denn all das, was die USA heute musikalisch ausmacht, hat eigentlich hier begonnen.

Wenn man sich die Kommentare unter einigen der Videos zu Treme bei Youtube durchliest, merkt man wie dicht die Erzählung an der Realität ist:

„Unless you lived and survived Katrina you can never truly understand the devastation and the heartbreak of so many of the folks from the Gulf Coast region. Love the show it reminds you of life and in one minute sets you’re soul soaring and in the next moment it breaks you’re heart. It is indeed one Hellofashow to watch period.“

Die Serie beeinflusst sogar die Realität: Eine der Figuren, der wunderbare Radio-DJ Davis McAlary, ist angelehnt an den echten Musiker Davis Rogan. Den findet man jetzt als „Real Davis“ auf Youtube.

Mit guter Musik in Filmen kriegt man mich ja immer, aber Treme erzählt dazu noch ein paar großartige Geschichten mit tollen Charakteren. Mittlerweile läuft in den USA die vierte Staffel – die voraussichtlich letzte.

Trailer

Kommentare

Nils Courvoisier

Ich habe mal in den Trailer geschaut: Jawoll, der Bunk ist wieder dabei! Und Lester auch, unter der Maske sofort erkannt, ohne Maske dann aber nicht mehr 😉
(beide aus „The Wire“)

Da muss ich dann wohl im Frühjahr doch mal reinschauen. Danke für den Tipp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?