Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Kampagne : Recht auf Remix

Leonhard Dobusch: "Recht auf Remix!" | Foto: Steffen Voß
Leonhard Dobusch: "Recht auf Remix!" | Foto: Steffen Voß

Steffen Voß

Der Verein Digitale Gesellschaft präsentierte auf der re:publica seine neue Kampagne zu einer kleinen Reform des Urheberrechts, das die Arbeit mit Remixen vereinfachen würden: Recht auf Remix. Normalerweise trifft sich der Verein immer am 1. Dienstag im Monat in der c-base in Berlin. Anlässlich der re:publica hat man den Termin in die Stage 2 verlegt.

Die meisten Kampagnen der Vergangenheit waren Reaktionen auf ungewollte politische Vorgänge: Gegen Netzsperren, gegen Vorratsdatenspeicherung, gegen ACTA. Die Digitale Gesellschaft will nun selbst in die Offensive gehen und fordert ein „Recht auf Remix“. Mit einigen kleineren Änderungen am Urheber- und Zitatrecht könnten Remixe ähnlich wie Coverversion behandelt werden. Das aktuelle Beispiel von Heinos Album mit Coversongs bekannter, deutschsprachiger Bands zeigt, wie einfach das zur Zeit ist: Statt mit jeder Künstlerin und jedem Künstler einzeln die Rechte klären zu müssen, konnte Heino die Songs einfach aufnehmen und ist nur verpflichtet einen bestimmten Betrag dafür zu bezahlen.

Gelöst werden soll auch das Problem, dass Amateurvideos zum Beispiel auf Youtube gesperrt werden, wenn im Hintergrund der Aufnahme geschützte Musik läuft. Ein bekanntes Beispiel waren die Videos von russischen Autofahrern, die den Komenteneinschlag kürzlich filmten. Im Hintergrund war die Musik aus dem Autoradio zu hören.

Ich finde, dass das einige sehr sinnvolle und machbare Forderungen sind, die Amateuren wie Profis mehr Freiheiten geben und die Urheber fair beteiligen. Außerdem kommt die Netzpolitik damit tatsächlich ein Stück aus der Defensive.

Fördermitglied werden

Seit ein paar Wochen bin ich Fördermitglieder bei der Digitalen Gesellschaft – obwohl ich nach der Gründung des Verein ziemlich skeptisch war. Inzwischen habe ich meine Meinung geändert: Der Verein macht, was der Verein macht. Und das macht er gut. Er ist eine Ergänzung zu dem, was Netzpolitikerinnen und Netzpolitiker in den Parteien auf demokratische Weise erarbeiten. Der Verein macht aus einigen abstrakten, politischen Konzepten Kampagnen und sorgt für Materialien, mit denen man nicht so netzaffine Menschen überzeugen kann.

Für die Fördermitgliedschaft musste ich nicht mehr Seele verkaufen und ich kann jederzeit wieder austreten. Im Moment bin ich aber sehr zufrieden und unterstütze gerne. Vielleicht siehst Du das ja auch so, und probierst es mal aus: Fördermitglied werden.

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