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Linux: Ubuntu-Phone angekündigt

Ubuntu auf Smartphones
Ubuntu auf Smartphones

Canonical hat heu­te sei­ne neu­es­ten Pläne prä­sen­tiert: Nach Ubuntu auf Android im letz­ten Jahr, soll jetzt ein ei­ge­nes Ubuntu-Smartphone (und -Tablet) kom­men. Die Firma ver­spricht, ei­ne kon­ver­gen­te Bedienung auf al­len Ubuntu-Geräten – egal ob es si­ch da­bei um ei­nen Desktop-PC, ein Tablet, ein Smartphone oder Ubuntu-TV han­delt. Dank des Cloud-Angebots „Ubuntu One“ soll es ein­fach sein, Inhalte auf al­len Geräten ver­füg­bar zu ha­ben. Ob das et­was wird, bleibt ab­zu­war­ten. Bisher sind gibt es kei­nen Hardware-Partner für die Pläne. Das Bedienkonzept scheint mir aber ei­nen Blick wert.

Canonical ist ei­ne mu­ti­ge Firma: Schon vor Jahren hat si­ch das Unternehmen mit der Bedienungsoberfläche „Unity“ von dem klas­si­schen Paradigma ver­ab­schie­det, mit dem Betriebssysteme im Prinzip seit Windows 95 ar­bei­ten: Start-Button und Taskleiste. Das ist da­mals auf Unverständnis ge­sto­ßen und hat ei­ni­ge Benutzerinnen und Benutzer ge­kos­tet. Canonical aber will die Bedienung mo­der­ni­sie­ren und ord­net die Funktionen nicht mehr um Programme, son­dern um Inhalte an. In der letz­ten Version wur­den nun Webservices di­rekt ins Betriebssystem in­te­griert: Facebook, Twitter, GMail usw. sind nicht mehr nur Tabs im Browser, son­dern Applikationen, die in der Fensterauswahl ste­hen und Benachrichtigungen an­zei­gen las­sen kön­nen. Das Alles hat ein Ziel: Ubuntu soll nicht mehr nur auf Desktop-PCs und Laptops lau­fen – die wich­ti­ger wer­den­den Smartphones aber auch Smart-TVs sol­len mit der glei­chen oder zu­min­dest ei­ner ähn­li­chen Oberfläche lau­fen, da­mit die Nutzenden si­ch zu­recht fin­den.

Das Ubuntu-Smartphone hat nun nicht die Bedienleiste von Unity auf dem Desktop. Das wä­re auch viel zu klein. Es fin­den si­ch aber ge­nü­gend Elemente wie­der, die die Ähnlichkeit doch recht deut­li­ch wer­den las­sen. Und ei­ne Tatsache fällt auf: Während iOS und Android im Prinzip ei­ne Oberfläche ha­ben, die an ei­nen mit Icons voll­ge­stopf­ten Desktop er­in­nern, weicht Ubuntu (wie Windows Phone) da­von ab und bin­det di­rekt die Funktionen der Apps in die Oberfläche ein. Das fin­de ich we­sent­li­ch cle­ver­er als die Krücke über Widgets. Ich bin ge­spannt, wie si­ch Android dar­auf­hin ent­wi­ckelt.

Schade fin­de ich, dass als ers­tes Canonical da­für kri­ti­siert wur­de, dass die Grafiktreiber von NVidia bei den Tablets closed-source sind. Ich den­ke Linux-Gründer Linus Torvalds hat da­für die pas­sen­de Antwort ge­ge­ben. Statt Canonical zu kri­ti­sie­ren, soll­te man lie­ber zu­se­hen, dass es für NVidia Hardware or­dent­li­che, freie Treiber gibt.

Kommentare

Mathias

Oh ja, das sieht wirk­li­ch gut aus. Es wird aber schwie­rig die iOS-verliebeten Betonköpfe zu über­zeu­gen, gu­te Alternativen ins Programm zu neh­men. Das war da­mals bei der Einführung von Android eben­so…

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