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Technik: Technische Qualitätsüberprüfung für Bloginhalte II

In einem früheren Artikel habe ich mit dem Gedanken gespielt, wie man dem Vorwurf begegnen soll, dass die Qualität von Blogs stark schwankt und oft nicht journalistischen Ansprüchen genügt. Frank Hunck hat diese Idee in seinem Blog aufgegriffen und zurückgewiesen.

Frank: „Mediennutzung setzt Medienkompetenz voraus. Das ist im Printbereich so, und wird auch weiter im Internet der Fall sein. Der Leser beurteilt anhand des Presseorgans und dessen Umfeld die Qualität der Schreibe. Zur Zeit funktioniert es doch auch in der Blogosphäre, warum soll es zukünftig anders sein?“

Der Unterschied ist, dass Blogs zur Zeit ein Nischenangebot sind und nur wenige Menschen – vor allem in Deutschland – sich die Mühe machen, (vermeintlich) schlaue Sachen in Blogs zu schreiben. Die „Early Adopter“ sind sicher eher die gutmeinenden, die die neue Technik toll finden. Aber es wird auch immer mehr Spam unter den Blogs geben. Sicher kann auch dann Technik nicht den gesunden Menschenverstand ersetzen. Aber vielleicht kann man sie ja „assistiv“ einsetzen.

Wie ich ja auch schrieb, ist das ja in Teilen genau das, was Google ohnehin macht: Relevanz von Inhalten bewerten und dann entsprechend aufbereitet anzeigen.

Meine Idee war ja nur, dazu mehr Quellen anzuzapfen und nicht nur zu sagen: Das ist der relevanteste Artikel auf der relevantesten Site zu deinem Suchbegriff. Sondern eine differenziertere Darstellung, die einem vielleicht Pro- und Contra-Artikel zum Thema Atomkraft anzeigt.

Denn: Natürlich muss ich immer noch selbst bewerten, was ich von einem Artikel halte, aber ich muss ihn ja auch erst einmal finden. Und wenn ich das erste Mal Frank Huncks Blog besuche, weil Google mir das als 4. Treffer zum Thema XY ausgeworfen hat, weiß ich nicht, ob der Typ Quatsch schreibt und ich gleich weitersurfen sollte, oder ob das Hand und Fuß hat. Und ich hab keine Lust erstmal 5 Einträge zu lesen, bis ich das weiß. Neben der Bewertung, die Google ohnehin schon vornimmt, gibt es ja auch schon Systeme, die die Verknüfungen zwischen Blogs darstellen. Wenn es jetzt noch eine Xing-API gäbe, die auch noch checkt, ob Leute die ich persönlich kenn irgendwie etwas positives über ein Blog sagen, hätte man schon eine Reihe Daten, mit denen sich etwas basteln ließe.

Soweit ich weiß, macht tailrank.com soetwas ähnliches. Da bestimmt eine Community über die Relevanz von Blog-Posts.

Die deutsche Lösung wäre übrigens eine staatliche Prüfung für Blogger – so eine Art Meisterbrief, den man nach 4 Jahren Ausbildung und 10.000¤ bekommt.

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Kommentare

Frank Hunck

Es gibt schon jede Menge Spam unter den Blogs. Und das Verhältnis zwischen guten und spammigen wird sich weiter verschlechtern. Ich misstraue technischen Lösungen immer ein bisschen, weil es einem Kampf gegen Windmühlenflügeln gleicht – die Spammer setzen ordentlich Kapital ein, um trotzdem ihre Zwecke verfolgen zu können 🙁

Aber ich merke gerade selbst, dass ich noch zu wenig in den Kategorien des Social Networking denke, dass Dein Ansatz doch Vorteile mit sich bringen, für Web2.0er, die sich an Xing,… beteiligen, die early-adopters eben.

Für die breite Masse wird sich wenig verschieben, die lesen auch B**D, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten…

Steffen

B**D-Leser ist ohnehin nicht zu helfen. Und B**D ist ja auch etwas total anderes. Die holt man sich morgens mit der Stulle und überfliegt sie in der Kaffeepause, damit man sich danach mit den Kollegen drüber aufregen kann. Dabei geht es ja nicht um Informationen.

Frank

…würde ich mal sagen. Wie oft höre ich in Diskussionen hier opn Dörp – „stand doch in der B**D“. Die Zeitung ist, ob es uns gefällt oder nicht, Meinungsmacher Nr. 1 in D.

Soviel zu meiner Meinung zu Medienkompetenz.

Nu ma kiekn, was Dein System heute zu mir sacht 😉

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