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Amazon Kindle: eBooks kann man nicht kaufen, die werden nur verliehen

Kindle, noch mit Inhalt | Bestimmte Rechte vorbehalten von sarowen
Kindle, noch mit Inhalt | Bestimmte Rechte vorbehalten von sarowen

Ich trau die­sen Endgeräten nicht, auf die Hersteller mit ei­ner re­strik­ti­ven Nutzungspolitik je­der­zeit auch in­halt­li­ch zu­grei­fen kön­nen. In ei­nem ak­tu­el­len Fall hat Amazon oh­ne ge­naue­re Angabe von Gründen den Account ei­ner Kundin ge­löscht und ihr da­mit den Zugang zu ih­rer die di­gi­ta­le Bibliothek ge­sperrt. Auch wenn Amazon auf Grund ei­ner Welle der Empörung den Account wie­der frei­ge­schal­tet hat, für Amazon gilt in den Nutzungsbedingungen: „Ihre di­gi­ta­len Inhalte wer­den durch den Anbieter von Inhalten li­zen­ziert, nicht aber ver­kauft.“ Wie si­ch das mit ei­ne EuGH-Urteil aus dem Sommer ver­trägt, scheint ent­we­der no­ch nicht klar zu sein, oder Amazon fühlt si­ch nicht da­von be­trof­fen.

Ein Bekannter kom­men­tier­te bei Facebook: „Das Produkt Ebook ist in der „Raubkopier“-Variante qua­li­ta­tiv bes­ser.“ Und er hat recht: Raubkopie sind be­freit vom Zugriff durch die Anbieter. Dazu muss man si­ch die Bücher nicht ein­mal il­le­gal be­sor­gen. Man kann auch nach dem le­ga­len Kauf das DRM ent­fer­nen. Schön wä­re al­ler­dings ei­ne recht­li­che Regelung, die das eBook auch nur an­satz­wei­se mit der Freiheit ei­nes ge­druck­ten Buchs gleich­stel­len wür­de.

Auch Verleger und Autoren, die auf iPad s& Co. set­zen sind mit dem Klammerbeutel ge­pu­dert: Die freie Presse war über Jahrhunderte stolz dar­auf, den kom­plet­ten Produktionsprozess ih­res Mediums, fast vom Anpflanzen der Bäume über die ei­ge­ne Druckerei bis zum Zeitungsjungen zu kon­trol­lie­ren und auf nie­man­dens Gnade an­ge­wie­sen zu sein. In der di­gi­ta­len Welt ge­hört ih­nen nichts mehr. Sie kön­nen froh sein, wenn die AGB ih­res CMS-Herstellers ih­nen er­laubt, dass sie be­lie­bi­ge Inhalte hin­ein ko­pie­ren dür­fen. Sie kön­nen froh sein, wenn ihr Hoster sie hält und der sei­ne Leitung nicht ver­liert, weil der Leitungsanbieter et­was nicht gut fin­det. Sie kön­nen froh sein, wenn ih­re Apps auf al­len Endgeräten in­stal­liert wer­den dür­fen und die Nutzer ei­nen Tarif ge­bucht ha­ben, bei dem nicht ein Konkurrent be­vor­zugt wird (Siehe Spotify bei Telekom) oder sie ganz blo­ckiert (Siehe VoIP auf Smartphones).

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Kommentare

Karsten Voß

Schön, dass Du Dich die­ses Themas an­ge­nom­men hast.
Eigentlich dürf­ten die „ge­kauf­ten“ Bücher nur ei­nen Bruchteil der in Papierform her­aus­ge­ge­ge­ben Bücher kos­ten, weil der „Käufer“ nicht Eigentümer wird.
Wenn es so bleibt, Finger weg von ama­zon!

Wie sieht das ei­gent­li­ch bei an­de­ren e-book- Anbietern aus, z.B. li­bri?

vielvielkoffein

Wie sieht das gan­ze ei­gent­li­ch mit den bei Amazon ge­kauf­ten MP3’s aus?

Markus Ritter

„Das Pro­dukt Ebook ist in der „Raubkopier”-Variante qua­li­ta­tiv bes­ser.”

Das ist nicht nur mit dem Produkt Ebook so. Einen Zwangsvorspann bei BluRay ken­nen „Alternativ-Besorger“ eben­so­we­nig wie das Problem, dass man die ge­kauf­te Musik nicht von der CD auf den MP3-Player bringt.
Gegängelt wer­den ehr­li­che Kunden, die ir­gend­wann die Nase voll ha­ben und Musik/Filme kos­ten­los bei Nachbarn und Freunden ho­len, statt im Geschäft. Primär nicht, weil sie es um­son­st ha­ben wol­len, son­dern weil man dann da­mit ma­chen kann, was man frü­her auch mit Medien ge­tan hat.

Ebook Fan

Danke für die­sen Artikel. Will man ein Buch kau­fen kann man die­ses an­schlies­send je­der­zeit wei­ter­ver­kau­fen. Leider gilt dies nicht beim E-Books kau­fen. Leute, die si­ch E-books kau­fen kön­nen die­se nur auf ihr ei­ge­nes Gerät über­spie­len. Wer ein Ebook aus­lei­hen will, muss so­mit das gan­ze Gerät sei­nem Freund aus­lei­hen 😀

Benjamin Lebsanft

Wer si­ch aber auch ei­nen Kindle kauft, ist halt auch sel­ber schuld. Ist ja nicht so, dass es nicht schon DRM-freie EBooks gibt oder die Auswahl dar­an ge­ring wä­re. Ich sel­ber kau­fe nicht in E-Shops, son­dern le­se mi­ch er­st mal durch gutenberg.org und kau­fe Sachen wie die von sto­ry­bund­le und hum­ble­bund­le, da be­kommt man über­all DRM-freie ePubs, die man pro­blem­los wei­ter­ge­ben kann. Gibt auch Online-Shops die DRM-freie eBooks ver­kau­fen, hab nur grad ver­ges­sen wo. Hab über mei­nen Reader auch er­st vor kur­zem ge­schrie­ben:
http://www.lebsanft.org/?p=11

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