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Anzeige: Computerfreak vs. Beckstein

Gestern hat ein 44-jähriger Kölner Strafanzeige ge­gen den baye­ri­schen Innenminister Dr. Günther Beckstein ge­stellt. Hintergrund sind die Äußerungen Becksteins, in de­nen er an­geb­li­ch „Killerspiele-Spieler“ mit Kinderschändern gleich­ge­setzt hat.„Hiermit er­stat­te ich für mi­ch und stell­ver­tre­tend für ei­ne gro­ße Anzahl von Betroffenen Strafanzeige we­gen Beleidigung, üb­ler Nachrede und Volksverhetzung […]. Herr Beckstein hat­te mehr­mals und in ver­schie­de­nen Medien die Gleichstellung von Computerspielen mit Kinderpornografie ge­for­dert. Des Weiteren wür­den Spieler durch die Spiele zu Mördern aus­ge­bil­det und sei­en töd­li­che Zeitbomben. Damit hat er mi­ch und et­li­che Millionen Menschen in die­sem Land mit Kinderschändern und Psychopathen gleich­ge­stellt!“
Quelle: pcaction.de

Die PC Games Hardware hat dar­auf­hin ei­nen Anwalt nach den Chancen der Anzeige be­fragt. Die sind wohl nicht so ro­sig.

Und wo ge­n­au Beckstein so­et­was ge­sagt ha­ben soll, konn­te zu­mi­ned­st ich nicht fin­den. Am dich­tes­ten dran war ei­ne Aussage in ei­nem Interview in der Zeit mit dem Titel „Auch im Netz gibt es Grenzen„. Dort sagt er al­ler­dings nur auf den Einwand, dass si­ch Jugendliche die zu ver­bie­te­nen Spiele oh­ne­hin aus dem Internet lü­den:
„Das ist rich­tig, aber schau­en Sie si­ch das Thema Kinderpornographie an. Auch hier ist heu­te das vor­wie­gen­de Medium das Internet und trotz­dem greift das Verbot. Kinderpornographische Angebote wer­den we­gen ih­rer Strafbarkeit viel we­ni­ger ge­nutzt, als wenn sie frei auf dem Markt ver­füg­bar wä­ren.“

Zumindest DAS ist kein Vergleich von Computerspielern mit Kinderschändern. Das ist höchs­tens Ausdruck des nai­ven Glaubens, dass si­ch hun­dert­tau­send Jugendliche ge­nauso über­wa­chen und durch­drin­gen las­sen wie die Pädophilen-Szene, wel­che hof­fent­li­ch klei­ner als die Gamer ist.

Aber ne lus­ti­ge Meldung ist es trotz­dem. Kann mir je­mand sa­gen, ob man Beckstein als Minister ei­gent­li­ch straf­recht­li­ch ver­fol­gen kann? Der hat doch ei­ne Immunität, oder? Und ist die nicht ge­ra­de da­für da, Politiker vor Leuten mit ei­ner an­de­ren Meinung zu schüt­zen?

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