kaffeeringe.de

Vier Minuten

„Vier Minuten“ – Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung in einem Film über den Umgang Talenten und Gefühlen: Die fast 90 jährige Frau Köster (Monica Bleibtreu) gibt schon seit mehr als 60 Jahren Klavierunterricht in einem Gefängnis, das zu Anfang noch von den Nazis betrieben wurde. Jenny (Hannah Herzsprung) ist 20 und sitzt wegen Mordes – und sie kann großartig Klavier spielen. Warum beide Frauen da sind, wo sie sind und was die Musik damit zu tun hat, erfährt man nicht in 4 sondern in 125 Minuten.Unterschiedlicher könnten die zwei Frauen nicht sein: Die strenge, alte Klavierlehrerin und die junge, aufbrausende Inhaftierte. Auch wenn die Konstellation zunächst so aussieht: Es geht nicht darum, Jenny zu zähmen und bei einem renomierten Vorspielen groß rauszubringen.

Natürlich gibt es die üblichen Erfolge und Rückschläge und dann verkrachen die zwei sich auch noch einmal richtig. Aber die Thematik geht tiefer. In Rückblenden erfährt der Zuschauer Dinge aus der Vergangenheit der Klavierlehrerin, die überraschen. Über Jenny Vorgeschichte erfährt man dagegen nur aus zweiter Hand und man weiß nie was stimmt und was nicht.

Die beiden Frauen vereint die Liebe zur Musik – aber es ist offenbar nicht die gleiche Art Musik. Und so ist das Verhältnis labil und spannend. Großartig kommen die beiden Hauptdarstellerinnen ohne männliches Pendant aus. Selbst Ayse (Jasmin Tabatabai mal wieder in einem Knastfilm) ist als Jennys „Gegenspielerin“ kraftlos und überflüssig.

Ich mag Filme, die von Musik handeln. Und ich war lange nicht mehr so gefesselt von einem Film.

Deutschland 2006

Regie: Chris Kraus
Darsteller: Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung, Richy Müller, Jasmin Tabatabai, Nadja Uhl

Länge: 112 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 J.

Kommentare

Delphine

mir hats auch sehr ge­fal­len. ob­wohl ich die mu­si­ka­li­sche ein­la­ge zum schluss nicht ga­anz über­zeu­gend fand. ei­ni­ges ha­be ich im film nicht ganz zu­sam­men ge­puz­zelt be­kom­men. da mus­s­te ich er­st mal kri­ti­ken le­sen hin­ter­her um zu ver­ste­hen was da frü­her vor­ge­fal­len war (vie­le kur­ze rück­blen­den). zu vie­le ge­schich­ten wer­den rein­ge­puz­zelt, das hät­te auch so ge­reicht.

wahn­sinn, dass die schau­spie­le­rin gar kein kla­vier spie­len konn­te bis zum film?!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?