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BarCamp Kiel³: Eine kleine Selbstkritik

Gespräche beim BarCamp Kiel 2012
Gespräche beim BarCamp Kiel 2012 | Eigenes Foto. (CC BY 2.0)

Zum Dritten Mal ha­ben si­ch am 10. und 11. August 2012 über 200 Web-Enthusiastinnen und Web-Enthusiasten im Wissenschaftzentrum Kiel zum BarCamp ge­trof­fen. Zur drit­ten Mal ha­ben ich mi­ch an der Organisation be­tei­ligt und zum drit­ten Mal ha­be ich ei­ne Menge ge­lernt. Als Organisator schaut man im­mer an­ders auf ei­ne Veranstaltung als die Teilnehmer – man sieht auch die klei­nen Dinge, die an­ders ge­plant wa­ren. Hier mei­ne klei­ne Selbstkritik.

Ich muss zu­ge­ben, dass ich von den Sessions beim BarCamp nie et­was mit­be­kom­me. In die­sem Jahr ha­be ich nur an Sessions in ei­ge­ner Sache teil­ge­nom­men: Ich ha­be mit über die Zukunft des Landesblogs dis­ku­tiert und ver­sucht mein Halbwissen und mei­ne Vollbegeisterung für den Raspberry Pi zu tei­len. Außerdem ha­be ich mit Anke Johanßon und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ih­rer Session über Social Media in der Politik dis­ku­tiert. Ansonsten ha­be ich zu­ge­se­hen, dass die Veranstaltung läuft und mi­ch mit ein­zel­nen Teilnehmern un­ter­hal­ten.

Anmeldung

Aber zum Ablauf: Auch wenn ich die Anmeldung per Wiki für ei­nen schö­nen BarCamp-Eignungstest ge­hal­ten ha­be, den­ke ich, dass das Ticket-System in vie­ler­lei Hinsicht prak­ti­sch war. Vor al­lem mus­s­te nie­mand von uns aus ei­ner un­struk­tu­rier­ten Wiki-Seite die Namensschilder er­zeu­gen. Ich fand aber scha­de, dass die selbst­aus­ge­druck­ten Namensschilder  sehr wech­seln­de Qualität hat­ten. Das soll­ten wir im nächs­ten Jahr wie­der selbst ma­chen, da­mit je­der ein schö­nes Andenken für sei­ne Sammlung hat und die Namen deut­li­ch zu le­sen sind. Den Checkin soll­ten wir dann nur ma­chen, wenn uns ei­ne net­te Verwendung für die Daten ein­fällt. Auf der re:publica 2011 gab es ei­ne net­te Visualisierung des Twitterverhaltens. So et­was muss al­ler­dings auch er­dacht und pro­gram­miert wer­den. Wer ei­ne Idee hat und sie um­set­zen kann, soll­te si­ch beim Orga-Team mel­den. Bei der Wiki-Anmeldung hat­ten wie auch viel we­ni­ger Mails von Leuten, die si­ch nicht an- und ab­mel­den konn­ten. Das Supportaufkommen ha­be ich als hö­her emp­fun­den. Da müs­sen wir no­ch mal schau­en, ob es et­was zu op­ti­mie­ren gibt.

Vorstellungsrunde

Die Vorstellungsrunde war ein Experiment. Eigentlich ge­hört sie zum Konzept des BarCamps – im­mer­hin geht es pri­mär ums ken­nen­ler­nen und ver­net­zen. Im ers­ten Jahr, mit 80 Anwesenden hat das su­per ge­klappt. Im letz­ten Jahr, mit 300 Anmeldungen ha­ben wir es gar nicht er­st pro­biert. In die­sem Jahr hat­te Stefan Evertz zu­fäl­lig kurz zu­vor an die Regeln des BarCamps er­in­nert. Am Freitag Morgen wer­den ca. 150 Teilnehmer an­we­send ge­we­sen sein. Einige ha­ben si­ch um das Mikro ge­drückt, aber ins­ge­samt hat die Begrüßung, die Vorstellung und die Sessionplanung ge­n­au ei­ne Stunde ge­dau­ert. Das war zu lang. Mal se­hen, wie wir das im nächs­ten Jahr re­geln. Wir kön­nen die „3 Tags“ schon bei der Anmeldung ab­fra­gen und auf die Namensschilder dru­cken. Und nur ei­ne kur­ze Runde zu ma­chen, in der si­ch je­der sei­nen 3-4 Stehnachbarn vor­stellt. Wenn da je­mand Ideen und Erfahrungen hat, wür­den wir uns über Tipps freu­en.

Sessionplanung

Nachdem die von Uli König ver­spro­che­ne Sessionsplanungssoftware in die­sem Jahr no­ch nicht fer­tig ge­wor­den ist, ha­ben wir die Sessionplanung wie­der ver­ein­facht: Nach der Kritik an zu vie­len an­geb­li­chen Überschneidungen von in­ter­es­san­ten Themen im ers­ten Jahr, hat­ten wir 2011 ei­ne Runde mit Klebepunkten ein­ge­scho­ben, nach der die Sessions no­ch ein­mal in pas­sen­de Räume ver­legt wur­den. Auch das hat na­tür­li­ch nicht al­le Überschneidungen ver­hin­dert. Aber da­von lebt das BarCamp. Man muss si­ch ent­schei­den. In die­sem Jahr hat das mir ge­gen­über kei­ner ver­misst.

Begeistert hat mi­ch, wie gut die Selbstorganisation nach der Sessionplanung ge­klappt hat. Ich er­in­ner mi­ch no­ch an ei­ne Situation, in der fast zeit­gleich al­le Türen zu den Sessionräumen ge­schlos­sen wur­den, ich auch die Uhr guck­te und es auf den Punkt ge­n­au die vol­le Stunde war. Nur mit dem Sessionende hat­ten das nicht al­le so. Verständlich, wenn es ge­ra­de span­nend ist.

Essen

Das Essen hat am ers­ten Tag lei­der nicht ge­reicht – da­für ist am zwei­ten Tag ei­ni­ge üb­rig ge­blie­ben. Es ist nicht so ganz ein­fach zu pla­nen, wenn man 300 Anmeldungen hat und über den Daumen ge­peilt ein Drittel oh­ne Abmeldung nicht er­scheint. Wir pla­nen das Drittel im­mer schon aus. Mal ist das Drittel et­was grö­ßer und mal et­was klei­ner. Sonnabend hat die Planung ge­passt. Freitag nicht. Zusätzlich ha­be ich mi­ch am Freitag mit dem Start des Essens ver­plant. Das Frühstück war bis 11 ge­plant. Da kam es mir bei der Absprache mit der Kooperativa sehr früh vor, um 12:30 schon wie­der Mittagessen zu ha­ben. 13:30 stell­te si­ch dann aber doch als recht spät her­aus. Wir mer­ken uns für das nächs­te BarCamp: Essen um 12:30 Uhr… Ich ha­be mir aber von ei­nem aus­ge­wie­se­nen Schnittchen-Experten be­schei­ni­gen las­sen, dass die Schnittchen bun­des­weit zu den bes­ten ge­hö­ren.

Abendgestaltung

In je­dem Jahr über­le­gen wir, wie wir den Freitag Abend at­trak­tiv ge­stal­ten kön­nen. Im ers­ten Jahr hat­ten wir die Bloglesung an der Förde. Im zwei­ten Jahr die Party im Wissenschaftszentrum und jetzt den Filmabend. Der Film ist bei de­nen, die ihn ge­se­hen ha­ben sehr gut an­ge­kom­men. (Wer Indie-Game The Movie no­ch nicht ge­se­hen hat, soll­te das un­be­dingt nach­ho­len!) Leider sind nur we­ni­ge so lan­ge ge­blie­ben. Ich ver­mu­te, dass nach der letz­ten Session die meis­ten gar kein Interesse mehr an wei­te­rem Input ha­ben und lie­ber schnell nach Hause wol­len. Vielleicht soll­ten wir da­zu mal ei­ne Umfrage ma­chen. Dann kön­nen wir uns den Aufwand un­ter Umständen spa­ren.

Abschlussrunde und Feedback

Für die Abschlussrunde su­che ich no­ch nach ei­ner gu­ten Idee, wie wir di­rekt Feedback ein­sam­meln kön­nen. Wir wol­len nicht nur die Lobhudelei – auch wenn sie schön ist – wir hät­ten auch ger­ne Vorschläge und ich kann ver­ste­hen, dass es ei­ne re­la­tiv ho­he Hürde ist, nach dem Mikro zu fra­gen. Wenn da­zu je­mand gu­te Tipps hat, wür­de ich mi­ch über ei­nen Kommentar oder ei­ne Mail freu­en.

Sponsoren

Ein di­ckes Danke möch­te ich an die Sponsoren und Unterstützer rich­ten, oh­ne die das BarCamp Kiel nicht mög­li­ch ge­we­sen wä­re: ADDIX Internet Services, Consist Software Solutions, fat, flinc, Heise Zeitschriften Verlag, Immowelt, KielNET, New Communication, Nitor, onlinedruckkiel.de, Otto Group, Regionalgruppe Schleswig-Holstein der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), 165 EURO, DiWiSH, Ehe + Janneck, en­t­er­ak­tiv, GateWatch, get­Di­gi­tal, ICNH, O’Reilly, Strunk Dirks + Partner, Werksbad.

Feedback

Die er­s­te und die zwei­te Regel des BarCamps lau­ten: „Sprich über das BarCamp!“ – Wer Feedback zum BarCamp hat kann es im Wiki los­wer­den. Wer ge­b­loggt hat, kann sei­nen Artikel dort ver­lin­ken. Schön wä­re es auch, wenn auf Flickr no­ch ein paar mehr schö­ne Fotos mit dem Tag #bcki zu fin­den wä­ren.

Fazit

Ich ha­be mi­ch to­tal ge­freut, so vie­le net­te, span­nen­de Leute mal wie­der auf ei­nem Haufen in Kiel zu ha­ben. Ich hat­te ei­ni­ge sehr gu­ter Gespräche und mi­ch hat sehr ge­freut, auch vie­le an­de­re, to­tal un­ter­schied­li­cher Leute in Gespräche ver­tieft zu se­hen. Ich bin ge­spannt, wel­che Projekte das BarCamp in die­sem Jahr her­vor­brin­gen wird und wir se­hen uns im nächs­ten Jahr wie­der – oder am 20. August beim WebMontags Grillen mit vor­ge­schal­te­tem Jurafunk TV.

Links

Foto: Some rights re­ser­ved by kaf­fee­rin­ge

Pingbacks

  1. Barcamp Kiel: Die Chemie stimmt : Jörn Schaars feine Seite

Kommentare

Jürgen Geerdts

Ich wür­de ger­ne am kom­men­den Webmontag am 20.8. teil­neh­men

Carolina Koehn

Tja, Steffen, so ist das mit den Essensplanungen … das geht ja meis­tens an­ders aus als man denkt … 😉

Trotzdem: ich fand’s wie­der ex­trem ge­lun­gen, auch wenn ich nur am Freitag da­bei sein konn­te. Die Vorstellungsrunde war ex­tremst wich­tig (und hat dann auch gleich den Relaunch der Contao Usergroup Kiel be­flü­gelt). Den Film ha­be ich lei­der ver­passt, weil ich gar nicht mit­ge­schnit­ten hat­te wo der läuft – scha­de­scha­de.

Trotzdem: Dir & Euch ein fet­tes Lob für ei­ne sehr ge­lun­ge­ne Veranstaltung! Danke für’s Engagement!

Jürgen Geerdts

Hat zeit­li­ch lei­der nicht ge­klappt, da­her mei­ne Fragen hier:

Ich se­he vie­le Tools, die wir­ken wie Trompeten: Informationen ‚raus­hau­en und even­tu­ell Kommentare zu­las­sen. Wo sind die Ohren?

Frage: Was ist ei­gent­li­ch Internet?

Ist es ein welt­wei­tes Gebrabbel im Sinne von E.M. Forster: The ma­chine stops?

Wo fin­det die Kommunikation auf 2 Wegen statt: Dialog im Sinne von Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit und von Richard Sennet: Verfall und Ende des öf­fent­li­chen Lebens ?

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