Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Ubuntu 12.10 : Web-Apps werden ins Desktop integriert

Ubuntu 12.10
Ubuntu 12.10 | Eigener Screenshot

Steffen Voß

Ende Oktober steht die neue Version von Ubuntu an. Ubuntu 12.10 soll vor allem eine verbesserte Unterstützung für Web-Apps wie GMail, Facebook, Last.FM & Co. bringen. Auf den ersten Blick sah es so aus, als könnte man nur Bookmarks in der Startleiste speichern. Wer das Video aber weiter schaut, kann sehen, dass die Dienste auch voll in die Kommunikations- und Multimedia-Menüs von Ubuntu integriert sind. So kann man über das normale Menü bei Last.fm Tracks weiterschalten und die Lautstärke regeln. Ich gehe davon aus, dass das auch über die Multimedia-Tasten an der Tastatur funktioniert.

Facebook, Twitter, Google+, GMail, Youtube, Yahoo Mail. Pandora, BBC, Reddit – die Liste der schon beim Start unterstützten Webanwendungen liest sich wie ein Who-is-Who der Web-Plattformen. Leider ist mit Ausnahme von Libre.FM keine einzige freie Software dabei. Ich würde vielleicht auch gerne mein Roundcube als Mailer, OpenPhoto als Online-Fotoalbum oder ownCloud als Online-Musikplayer einbinden.

Zum Teil liegt das natürlich daran, dass Canonical besser verkaufen kann, wenn es bekannte und viel genutzte Dienste unterstützt. Zu einem anderen Teil liegt es aber auch daran, dass Open Source Projekte viel zu selten entsprechende APIs zur Verfügung stellt. Meistens werden sie als Einzellösung entwickelt.

Bisher hätte es überhaupt keine Anwendung dafür gegeben, einen Mailer, den ich alleine benutze mit einer Programmierschnittstelle auszustatten. Wenn Open Source Projekte gut programmiert sind, verfügen sie für die internen Abläufe ohnehin über eine API. Die muss, geschützt vor unautorisiertem Zugriff, nach außen erreichbar sein.Das ist mir eigentlich nur von Projekten bekannt, die kommerzielle Plattformen nachahmen: Status.NET imitiert die Twitter-API, Libre.FM imitiert die Last.FM API und Open Photo orientiert sich an Flickr. Alle Open Source Projekte sollten solche Schnittstellen anbieten oder sich nicht darüber wundern, wenn andere Projekte sie nicht anbinden.

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Kommentare

Jan
Jan:

„Lei­der ist mit Aus­nahme von Libre.FM keine ein­zige freie Soft­ware dabei.“
Soll das heißen, dass Applikationen wie Reddit Geld kosten werden!?

20.7.2012 um 13:19
Steffen Voß
Steffen Voß:

Frei im Sinn von Freie Software https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software – nicht im Sinn von „kostenlos“.

20.7.2012 um 14:14

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