Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Geschichte Roms : Der Anfang vom Ende

Foto: Fabian Reus - CC BY-SA 2.0

Steffen Voß

„The Storm Before the Storm: The Beginning of the End of the Roman Republic“ heißt das aktuelle Buch von Mike Duncan. Darin geht es um die Zeit, bevor die Römische Republik untergegangen ist – um all das, was damals falsch gelaufen ist und sich dann nicht mehr aufhalten ließ. In einer Episode von Hardcore History Addendum unterhält sich Geschichts-Podcaster Dan Carlin mit seinem Kollegen. Und sie stellen überraschende Parallelen zur Gegenwart fest.

„Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie wiederholt ihre Lehren.“ — Richard von Weizsäcker

Ungeheuren Reichtum haben die Eroberungsfeldzüge aus dem ganzen Mittelmeerraum nach Rom gebracht. Es entstand eine Klasse von Superreichen. Und auf der anderen Seite wurde der Staat immer mehr strapaziert. Sorgte zunächst der Römische Staat für die Sicherheit der Bürger, verschob sich diese Verantwortung immer mehr zu den Reichen.

Für den Staat war es verlockend, wenn einer von ihnen eine private Armee für die nächste Eroberung anbot. Das allerdings verschob auch die Loyalität der Bürger. Der Staat verlor an Einfluss – Korruption griff um sich. Eine Zeitlang waren sogar die Gesetze für Reiche praktisch ausgesetzt, wenn ich das alles so richtig verstanden habe. Die haben dann ihre Widersacher einfach umbringen lassen.

Ganz so weit sind wir heute natürlich nicht, aber wenn man etwas daraus lernen will, dann dass sich nur reiche Menschen einen schwachen Staat leisten können. Ein bestimmter Grad an privatem Reichtum sorgt auch immer dafür, dass der Staat nicht allzu übergriffig wird, weil es Menschen gibt, die unabhängig genug sind und das nicht brauchen. Das aufstrebende Bürgertum später in Europa konnte es sich irgendwann leisten, Rechte von Adel und Klerus zu fordern. Die Sozialisten haben es dann schlicht per Masse an Menschen geschafft, gleiche Bürgerrechte für alle durchzusetzen.

Wir haben heute eine winzige Clique von Superreichen: 62 Menschen gehört so viel, wie der gesamten ärmeren Hälfte der Menschenheit. Die haben ihren Superreichreichtum um die ganze Welt verteilt und sind von Steuern praktisch freigestellt. Bill Gates, der reichste Mensch der Welt ist praktisch der Chef der Weltgesundheitsorganisation – einfach nur, weil er das Geld dafür hat.

Natürlich ist „der Westen“ nicht das Römische Reich und von Privatarmeen und Kopfgeldjägern sind wir noch weit entfernt. Trotzdem regt der Podcast zum Nachdenken an. Mike Duncan und Dan Carlin öffnen in ihrem Podcast Seiten im Geschichtsbuch, die bisher selten aufgeblättert werden. Das Gespräch der beiden Historiker lohnt sich nicht nur für Geschichts-Interessierte.

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