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Gefangen im Netz

Ein Bekannter erzählte mir letztens von seiner jüngst online-gegangenen Mutter, die sich ob dieses Anlasses überlegte, dass sie ja in ihrem Bekanntenkreis wohl die letzte wäre, die noch keine E-Mail-Adresse hatte. Dabei ist das doch nur der Anfang. Kommunikation auf allen Kanälen!Eine E-Mail-Adresse habe ich seit 1992. Da gab es das World Wide Web noch gar nicht. Aber man konnte schon E-Mails schreiben und die waren schon fast genauso schnell wie heute. Nur dass mein E-Mail-„Anbieter“ (Mailbox einen Ort weiter) die Mails nur 2x am Tag bei seinem Anbieter abholte…

Eigentlich hat mir E-Mail immer gereicht. Naja, bis auf die Zeiten, als ICQ als erster richtiger Instant Messenger nötig war, um Leute endlich auch direkt zu kontaktieren (IRC konnte ja keiner…). Und während der Gaming-Zeit musste man auch immer im IRC sein. Per ICQ kam da nämlich nur noch Spam.

Dann kamen Leute an und meinten: Skype! Damit kann man auch gleich noch telefonieren. Das kann ich schon vom Teamspeak ausm Clan. Da musste man nämlich zumindest beim Daddeln auch immer (Headset auf) mit anderen Quatschen. Das war aber ein Gruppen-Voice-Chat. Bei Skype konnte man telefonieren – und sogar richtige Festnetz- und Handy-Anschlüsse anrufen. Muss man aber nicht. Mann kann auch ganz einfach chatten.

Oh ja. Und dann kam OpenBC – Der „Open Business Club“. Hier kann man Business-Kontakte finden. Sehr interessant. Einige Leute haben es dann mehr dazu genutzt, ihre Schulfreunde wiederzufinden und festzustellen, dass auch die alle älter geworden sind. Bei einigen fragt man sich dann sogar, wie man das wohl 14 Jahre lang in der Schule ausgehalten hat. Aber als Kind ist das ja normal mit völlig verschiedenen Leuten zusammengesteckt zu werden. Vielleicht auch ganz gut – dann weiß man jedenfalls hinterher, wen man nicht mag.

Mittlerweile nimmt diese ganze ge-network-e ziemlich überhand: E-Mail, Skype, OpenBC, mySpace, StudiVZ und dazu noch die ganzen speziellen Communities, in denen man sich beteiligen kann: kiel4kiel.de, pn-cms.de usw. Und ständig kommt irgendetwas Neues und Leute drängen einen, sich da auch noch anzumelden. iWorker, ilias.de … Der einzige gute Grund, sich bei StudiVZ anzumelden: Man kann man „politische Richtung“ „kronloyal“ angeben. Was auch immer das für Deutschland bedeutet – es klingt super.

Ich könnte jeden Morgen eine Stunde damit verbringen, alle meine „Postfächer“ abzuklappern. Ich werde schon nervös, wenn das Telefon klingelt: „Auch das noch“ – kann man verstehen, dass ich meinen Anrufbeantworter ausgeschaltet habe?

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