Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Eurovision Song Contest : Wozu eigentlich Grand Prix?

Foto: David Jones - CC BY 2.0

Steffen Voß

Seit der Schlager nicht mehr das große Publikum hat, wie vor 20-30 Jahren, scheint der Grand Prix oder „Eurovision Song Contest“, wie er mittlerweile heisst, nach einer neuen Ausrichtung zu suchen. Dazu kommt noch die Öffnung nach Osten, die plötzlich die Zahl der Teilnehmer verdoppelte und dem Ereignis eine neue musikalische Facette hinzufügte.

Auch in diesem Jahr in Athen, schwankten die Beiträgen zwischen klassischen Grand Prix-Lieder wie die aus Irland und Frankreich, dem Ostpop aus Armenien oder der Ukraine und solchen albernen Sachen wie aus Finnland oder Litauen – da haben uns Stefan Raab und Guildo Horn vielleicht etwas eingebrockt.

Wenn auch Nana Mouskouri ein wenig verwirrt wirkte, brachte sie auch ohne Lied ein wenig von dem alten und altmodischen Flair des Grand Prix in einen sonst ziemlich verkorksten Abend. Als ihr dabei noch fast die Eieruhr an die Birne gedotzt ist, war das fast wie eine Mahnung: „Deine Zeit ist vorbei!“ Der Zuschauer war wieder im hier und heute.

Sonst war die Musik wieder scheiße wie immer – ich weiß auch gar nicht, warum ich mir das immer wieder antu. Texas Lightning hatten wirklich den einzigen Song, den man gut hören konnte. „Mit dem Alter fängt man an, sich für Country-Musik zu interessieren“ – Die Aeronauten haben recht. Für alle, die das auch so sehen und über Texas Lightning hinaus nicht gleich zu Truck Stop greifen wollen, hier zwei Tipps:

Cow – Feeding Time
Cow sind eine Art „All-Star Band Country Side Project“ mit Peta Devlin von den mittlerweile aufgelösten „Die Braut Haut Ins Auge“ Thomas Wenzel von „Die Sterne“ und „Die Goldenen Zitronen“, Thomas Butteweg von „Incredible Sinalco Bums“ und Ecki Heins der einst bei Fink den Geigenbogen schwang. 2001 zogen sich die vier in die Dithmarscher Provinz zurück, um ein echtes kleines Country Album aufzunehmen. Mit viel Liebe und einem angemessenen Augenzwinkern sind dabei 13 großartige Songs entstanden.
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Bernd Begemann und Dirk Darmstädter – This Road doesn’t lead to my House anymore
Ziemlich genau ein Jahr nach Cow bringen die zwei Hamburger Haudegen Bernd Begemann und Dirk Darmstädter ein Minialbum mit Country-Coversongs heraus. Begemann könnte man als soetwas wie einen der Altväter der Hamburger Schule bezeichnen und Dirk Darmstädter feierte mit den Jeremy Days im letzten Jahrtausend sogar Chartserfolge – Die beiden duettieren sich erstaunlich ernsthaft durch 10 Songs wie wie „I got a Name“ (Jim Groce) oder „Thank God I’m a Country Boy“ (John Denver)
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