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KielWebMontag auf der Suche nach neuem Schwung

Dienstag, 20. Dezember 2011

Seit 2006 tref­fen sich immer am 3. Mon­tag im Monat Web-​Enthusiasten (im wei­tes­ten Sinn), um mit­ein­an­der über aktu­elle Ent­wick­lun­gen in Tech­nik und Gesell­schaft zu dis­ku­tie­ren. Mein Ver­tei­ler umfasst ca. 120 Per­so­nen, die alle mal auf dem Web­mon­tag waren. Mehr als 25 waren davon fast nie gleich­zei­tig beim Web­mon­tag — in letz­ter Zeit waren es eher 10 – 15. Und viel­leicht liegt es an der Win­ter­de­pres­sion, aber offen­bar wün­schen sich meh­rere regel­mä­ßige Teil­neh­me­rIn­nen neue Schwung für die Runde — zumin­dest war das auf den letz­ten Web­Mon­ta­gen immer mal wie­der Thema.

Im Novem­ber konnte ich lei­der nicht am Web­Mon­tag teil­neh­men, aber dort wurde dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es oft zu einem Teu­fels­kreis kommt: Im Wiki ste­hen noch keine Vor­träge, also melde sich nie­mand an. Und wenn nie­mand ange­mel­det ist, will kei­ner einen Vor­trag vor­be­rei­ten. Am Ende sind ja doch immer 15 Leute da und immer auch ein paar neue. Aber rech­nen kann damit keiner.

Ich möchte mal gene­rell anfan­gen: Der Web­Mon­tag soll zu aller­erst beim Netz­wer­ken hel­fen. Und im Gro­ßen und Gan­zen hat sich in den letz­ten 5 Jah­ren tat­säch­lich eine Szene um den Web­Mon­tag gebil­det. Viel­leicht gab es die auch vor­her schon, nur ohne mich, aber ich habe den Ein­druck, dass auch andere Stamm­ti­sche, Run­den und Ver­eine davon pro­fi­tie­ren, dass der Web­Mon­tag so eine the­ma­ti­sche Crossover-​Veranstaltung ist. Die The­men­viel­falt wird von vie­len auch gewünscht. Viele schei­nen sich auch noch mehr Breite zu wün­schen und hät­ten gerne auch sozio­lo­gi­sche oder betriebs­wis­sen­schaft­li­che Ses­si­ons.

Am Prin­zip scheint es also nicht zu lie­gen. Ein Pro­blem scheint aber die Tech­nik zu sein: Einige mögen das Wiki nicht. Und zuge­ge­ben: Schön ist was ande­res und Wikis sind lei­der immer ein Nischen-​Ding geblie­ben. In den Anfangs­zei­ten war es total ein­fach, den Web­Mon­tag mit dem Wiki und Xing zusam­men zu orga­ni­sie­ren. Bei Xing hatte ich die Inter­es­sen­ten und dort stol­perte der Eine oder die Andere über den Ter­min. Xing ist immer noch ein Business-​Netzwerk und viele haben dort einen Account, nut­zen den aber für nichts ande­res als als Adress­buch. Mails von Xing wer­den igno­riert und so fin­den viele die Ein­la­dung zum Web­Mon­tag gar nicht mehr.

Einige sind aktive Twit­te­rer, andere bei Face­book und einige bei Google Plus. Ich habe ver­sucht, einen Facebook-​Termin als neue Anmel­dung und Bewer­bung zu nut­zen — mit mini­ma­lem Feed­back. Diese Seg­men­tie­rung der Kanäle ist zusam­men mit der von Chris­toph ins Gespräch gebrach­ten Kon­su­men­ten­hal­tung töd­lich. Eigent­lich könnte gerade eine Ver­an­stal­tung wie der Web­Mon­tag gut funk­tio­nie­ren — auch mit so vie­len Kanä­len. Dann aber müss­ten sich die Teil­neh­mer mehr betei­li­gen und twit­tern, dass der Web­Mon­tag ange­steht, den Ter­min bei Face­book tei­len und Leute ein­la­den. Das pas­siert bis­her fast nicht. Dass mal jemand über den Web­Mon­tag bloggt, hat es seit 2007 wohl nicht mehr gege­ben.

Ein Lösungs­an­satz

  1. Es müsste eine Web­seite geben, auf der unab­hän­gig von ande­ren Platt­form, Leute die sich für den Web­Mon­tag inter­es­sie­ren, zei­gen kön­nen, dass sie prin­zi­pi­ell dabei sind. Also so etwas wie eine Facebook-​Fanseite, bloß so, dass auch Leute mit Twitter-​Account, Google+, Dia­spora oder auch nur E-​Mail zei­gen kön­nen, dass sie dabei sind. Man müsste die dann idea­ler­weise ein­fach ein­la­den kön­nen. Und die kli­cken dann „bin dabei“, „bin viel­leicht dabei“ oder „bin nicht dabei“. Und dann müsste man natür­lich noch Ses­si­ons ein­tra­gen kön­nen. Wie könnte man so etwas mög­lichst ein­fach erstel­len? Kann man irgend­ein Wiki neh­men und Wid­gets benut­zen? Gibt’s da schon was von Open Source?
  2. Sprich mal Leute an, die sich mit The­men beschäf­ti­gen, die das Spek­trum erwei­tern kön­nen. Gerade an der Uni gibt es sicher noch Leute, die sich mit den Ver­än­de­run­gen durch das Inter­net beschäftigen.
  3. Du musst Dich mehr selbst darum küm­mern, dass der Web­Mon­tag bewor­ben wird. Ein ein­fa­ches Ret­weet oder Tei­len oder so reicht schon. Mehr ist toll!

Was meinst Du? Lohnt es sich, den Web­Mon­tag wei­ter zu füh­ren? Und wenn ja wie? Was soll­ten wir tun, um neuen Schwung hin­ein zu bringen?

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Kommentare

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    Thilo

    20. Dez 2011

    Zunächst mal ganz per­sön­lich zu mir, warum ich nicht mehr komme: Ich bin zum einen in einer ande­ren Gruppe aktiv, die sich immer mon­tags trifft. Das ist aber nicht der ein­zige Grund mei­nes Fern­blei­bens: Mich per­sön­lich haben die gleich­ar­ti­gen Vor­träge irgend­wann gelang­weilt. Deja­vue. Für mich war Web­mon­tag nicht pri­mär Ver­net­zung, son­dern pri­mär Neues ken­nen­ler­nen und Wis­sen tei­len auf Augen­höhe. Ich habe da auch einige inter­es­sante Dis­kus­sio­nen gehabt. Aber ich habe mich selbst auch ver­än­dert — und die Szene hat sich aus mei­ner Sicht lei­der sehr viel mehr kom­mer­zia­li­siert — und viele haben den Web­mon­tag für reine Wer­be­zwe­cke oder zur Selbst­dar­stel­lung genutzt. die tech­ni­schen Details irgend­ei­ner Soft­ware haben mich per­sön­lich nie so inter­es­siert — so lange die nur 5 Minu­ten gin­gen hats mich nicht gestört — aber daran hal­ten sich ja die wenigs­ten. Und dann kanns ein lan­ger Abend wer­den mit 5 Tools die ich nie ein­setz­ten werde. Mich per­sön­lich inter­es­sier­ten immer mehr die poli­ti­schen oder gesell­schaft­li­chen The­men. Da war die Dis­kus­sion aber zuneh­mend zäh und nach mei­nem Gefühl woll­ten die Leute lie­ber ein­fach alles benut­zen — und Technik-​Kritik wurde zuneh­mend (aus mei­ner sub­jek­ti­ven Sicht als Vor­tra­gen­der) als stö­rend emp­fun­den. für mich war es dann irgend­wann keine Ver­an­stal­tung mehr, die mich inter­es­sierte. Kri­tik gabs eher an Tools und Tech­nik aus einer tech­ni­schen Sicht und nicht aus einer gesell­schaft­li­chen. Ich mag da mit mei­ner Sicht­weise nicht alleine sein, aber ich habe irgend­wann auch gar nicht mehr geschaut, was am Web­mon­tag läuft.

    Außer­dem: die Kri­tik am Wiki halte ich für abwe­gig. Sowohl Tech­nik­ver­sierte als auch Laien kön­nen das bedie­nen. Die Wiki­pe­dia sehe ich nicht als Nischen­pro­dukt. Das Doku­wiki ist zwar mist, aber es funk­tio­niert. Kein ande­res Medium ist so unab­hän­gig von Anmel­dun­gen und Mit­glied­schaf­ten . Wenn ich da inzwi­schen auf ZDF, DLF und Pho­enix lese und höre, dass Feed­back nur noch bei Face­book statt­fin­det, dann läufts mir eis­kalt den Rücken run­ter.

    Die Leute, die Wiki ableh­nen sind meist auf eine oder wenige Platt­for­men fixiert, die dann wie­der andere aus­schlie­ßen. Ich sehe da keine tolle Alter­na­tive. Gang­bar für Kiel allen­falls eine eigene Web­site — bitte kein Face­book als zen­tra­les Tool!

    PS: Viel­leicht komme ich ja auch wie­der mal. Wie wäre es denn mal mit einem Meta-​Webmontag im neuen Jahr?

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    Steffen Voß

    20. Dez 2011

    @Thilo: Das Kri­ti­sche ist ja ein wenig Chris­tophs Thema: Der meinte ges­tern auch, dass es frü­her mehr drum ging, Sachen selbst zu machen und heute dis­ku­tie­ren wir drü­ber, ob Face­book oder Google Plus bes­ser ist. Beide sind evil — zumin­dest nach den Maß­stä­ben von vor ein paar Jah­ren. Für eine selbst­be­haup­tete Avand­garde ist das ziem­lich schlafmützig.

    Auf der ande­ren Seite haben z.B. Hin­nerk und Ste­fan immer wie­der The­men rund ums Pro­gram­mie­ren und selbst machen. Ich halte mich selbst immer mit Ses­si­ons zurück, weil ich den Ein­druck habe, dass der Web­Mon­tag schon viel zu sehr von mir abhängt. Aber ich könnte natür­lich zu den Tools, die ich im Blog als freie Alter­na­ti­ven zu Google & Co. vor­stelle, auch mal eine Ses­sion machen.

    Das zen­trale Pro­blem ist aber, dass nicht viel von der prin­zi­pi­el­len Viel­falt eines Web­Mon­tags übrig bleibt, wenn jeder sich von den Sachen abschre­cken lässt, die ihm nicht lie­gen. Der Web­Mon­tag ist das, was seine Teiln­he­me­rIn­nen dar­aus machen ;-)

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    Swen Wacker

    21. Dez 2011

    Was sich über den Web­Mon­tag lese, hat mich immer begeis­tert. Ich habe halt lei­der so gut wie nie Mon­tags Zeit, weil mir das Tan­zen wich­tig ist (was dem Web­Mon­tag egal sein kann).

    Warum muss es _​eine_​Web­seite geben? Meinst Du nicht eher, dass es auch eine Web­seite geben könnte, auf der die Anmel­dun­gen, die dort ein­tru­deln, wo die Inter­es­sen­ten sich auf­hal­ten (Face­book, Twit­ter, … deren guten Pen­dants), wie­der­ge­ge­ben wer­den (für die, die woan­ders nicht sind? Im Prin­zip ist es doch wie Wer­bung. Ich kann von mei­nen Kun­den nicht ver­lan­gen, dass sie Zei­tung A lesen, des­halb „muss“ ich an den Plät­zen B, C und D werben.

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    sma

    21. Dez 2011

    Besag­ter Teu­fels­kreis hat (auch) mich bewo­gen, am Dezember-​Termin nicht teilzunehmen.

    Der Wiki ist in der Tat häss­lich und wenig ein­la­dend, aber sei­nen Namen (oder einen Vor­trag) ein­tra­gen sollte IMHO jeder kön­nen, der schon ein­mal im Web unter­wegs war. Ich glaube auch nicht, dass das Gros der Leute nicht kommt, weil sie den Ter­min nicht ken­nen, son­dern dass es andere Gründe sind, die sie mög­li­cher­weise aus (falsch ver­stan­de­ner) Höf­lich­keit nur nicht nen­nen. Sei es, dass die Ver­an­stal­tung als zu tech­nisch oder nicht tech­nisch genug ange­se­hen wird, sei es, dass die The­men nicht gefal­len oder andere Dinge am 3. Mon­tag in Monat inter­es­san­ter sind.

    Im Gegen­satz zum Vor­red­ner lang­wei­len mich die immer glei­chen sozi­o­po­li­ti­schen The­men, da ich nicht jede Woche dis­ku­tie­ren möchte, ob Face­book oder Google nun böse sind oder wie wich­tig Daten­schutz ist.

    Ich finde wich­tig, das Web nicht nur benut­zen zu kön­nen, son­dern auch zu wis­sen, wie es funk­tio­niert. Ich finde wich­tig, zum sel­ber machen anzu­re­gen und ein­fach selbst zu machen. Dazu biete ich gerne mein tech­ni­sches Wis­sen an — andere machen das sicher­lich auch. Und ich würde gerne von Pro­jek­ten hören, die Leute machen — egal ob als Hobby oder kom­mer­zi­ell. Aber mir scheint immer mehr, die ver­blie­be­nen Leute haben andere Prä­fe­ren­zen, was OK ist, aber dann dazu führt, dass ich nur noch komme, wenn das Pro­gramm für mich span­nend klingt.

    Ich glaube, frü­her gab es im Wiki auch eine Rubrik mit Wün­schen für The­men. Das sollte es IMHO wie­der geben, denn ich glaube, dann fin­den sich mehr Leute, die etwas vor­tra­gen kön­nen, weil sie auf ein­mal ent­de­cken, das sie etwas wis­sen, das auch andere interessiert.

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    Steffen

    21. Dez 2011

    Ich hab das Wiki noch ein­mal auf­ge­räumt und entrümpelt:

    1. Ich habe eine eigene Seite für die FAQ ange­legt — die fin­den Neu­linge jetzt schnell genug, glaube ich und die alten Hasen inter­es­siert das nicht im monat­li­chen Umgang mit dem Wiki.
    2. Ich habe die exter­nen Ter­mine aus­ge­la­gert auf eine eigene Seite gesetzt. Der Web­Mon­tag soll gerne wei­ter­hin Anlauf­punkt für Leute sein, die sich in Kiel für irgend­was mit dem Netz inter­es­sie­ren und Anschluss suchen.
    3. Ich hab die Wunsche­cke wie­der eröff­net. Das hätte natür­lich auch jeder andere machen kön­nen — es ist ein Wiki ;-) Und ihr habt recht: Das kann Vor­tra­gende auf Ideen brin­gen! Tragt Eure Ideen ein! Nehmt Euch The­men!
    4. Ich habe die Anmel­dung ver­ein­facht. Es gibt nur noch Anmel­dun­gen. Die sind ja eh nicht ver­bind­lich — als braucht man auch kein „viel­leicht“ oder „abge­mel­det“. Und man kann sich gerne bei Lanyrd, Xing oder Face­book anmel­den. Ich mach das wie frü­her und über­trag das ab und zu. Es wäre aber schön, wenn jemand die Bewer­bung auf ein­zel­nen Netz­wer­ken über­neh­men könnte. Hin­nerk — magst Du Dich immer um Lanyrd kümmern?

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    Stecki

    21. Dez 2011

    Also ich war ja noch nie auf einem Web­mon­tag in Kiel, bekomme aber dank der mE guten Info-​Arbeit dazu jeden Ter­min mit.

    Bei mir ist es kon­kret so, daß ich fast nie mon­tags kann, weil da ein regel­mä­ßi­ger Sit­zungs­ter­min ist. Die weni­gen Male, wo das nicht so war, habe ich dann aber offen­ge­stan­den im Wiki geguggt, was so los sein wird (per­so­nell aber vor allem the­ma­tisch) und am Ende den Schluß gezo­gen, daß das für mich ja 2,5 – 3 h Fahrt­zeit plus ent­spre­chende Sprit­kos­ten sind und ich in der Zeit so viel ande­res schaffe, daß das in kei­nem Ver­hält­nis steht (eine Abwä­gung, die auf ähnlich gear­tete Kon­stel­la­tio­nen häu­fig zuschlägt). Nicht, weil ich die Leute nicht gern mal wie­der live tref­fen würde, son­dern ein­fach als Kosten-​Nutzen-​Relation.

    Würde ich in Kiel woh­nen, wäre ich (sofern nicht ein Pflicht­ter­min Vor­rang hat) abso­lut sicher bei zumin­dest jedem zwei­ten Ter­min dabei.

    Am Wiki jeden­falls liegt es mE nicht (höchs­tens daran, daß manch­mal (nicht recht­zei­tig) ein inhalt­li­cher Schwer­punkt erkenn­bar ist).

    Just my 0,02 €…

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    Kai

    28. Dez 2011

    Moin!

    Ich war ja bis­her auch noch nie da, obwohl ich immer wollte…wie das dann so ist.

    Inhalt­lich kann ich also nichts zu den Tref­fen sagen, aber meine Sicht von Aus­sen ein­mal äussern:

    Ich schau auch immer vor jedem Ter­min in die Wiki und sehe, dass ich (oft, fast) nichts sehe. Und dann kommt, und ich ver­mute es geht vie­len so, der Blick auf mich selbst und dann sehe ich mich vor­ran­gig als Kon­su­men­ten, der unter­hal­ten wer­den will. Das ist jetzt nicht schön, aber ehr­lich und vor­al­lem auch wert­frei. Das hat ja nichts mit den Betei­lig­ten zu tun. :)

    Das Ganze, spe­zi­ell auch die Wiki, wirkt dann auch auf mich so „unsexy“ und ich glaube eine eigene Web­site könnte dem ent­ge­gen­wir­ken, weils die Sache viel­leicht „rea­ler“ oder ernst­haf­ter macht (in der Aus­sen­wir­kung).

    Ich fände sehr erstre­bens­wert, wenn es auch in Kiel für unser­eins eine zen­trale Anlauf­stelle gäbe, ein ver­binde­nes Glied, dafür ist eine Wiki aber nicht unbe­dingt geeig­net (glaube ich zumin­dest, und ver­weise auch auf dei­nen Arti­kel zu dem Thema).

    Da wäre ich auch bereit mich aktiv zu betei­li­gen, falls Bedarf besteht.

    Dar­über hin­aus, wäre es zumin­dest für mich auch hilf­reich, wenn so ein Abend irgend­ein über­ge­ord­ne­tes Thema hätte bzw. eine grobe Rich­tung.

    Inter­es­sant fände ich es auch, gemein­sam klei­nere Pro­jekte anzu­stos­sen, in deren Ver­lauf sich viel­leicht auch the­ma­tisch für jeden etwas inter­es­san­tes ergibt.

    Viel­leicht sollte ich auch ein­fach mal tat­säch­lich vor­bei­schauen. Ideen und Kri­tik zu haben, ist lei­der immer so ein­fach, wenn man auf dem Sofa sitzt :)

    In jedem Fall spre­che ich aber allen aktiv Betei­lig­ten, und vor­al­lem Dir, mei­nen Respekt aus.
    Die Alter­na­tive zum jet­zi­gen Zustand ist ja quasi „Keine“.

    Lg
    Kai

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    Martin

    05. Jan 2012

    Moin Stef­fen,
    gute Initia­tive. Ich werde meine Ein­drü­cke & Ideen eben­falls bei­steu­ern, weil ich seit län­ge­rem (fast) nicht mehr dabei bin.

    1) Keine Vor­träge im Wiki haben mich per­sön­lich weder frü­her noch heute abge­schreckt, weil ich alles begrüße und unter­stütze, was die Web­szene in Kiel nach vorne bringt. Ich kann aber sehr gut ver­ste­hen, dass viele das stär­ker nach dem Kosten-​Nutzen-​Prinzip abwä­gen – vor allem, wenn sie nie­man­den dort ken­nen, lange Anfahrts­wege haben oder ander­wei­tige Ter­mine.

    2) Einer der Gründe warum ich nicht mehr dabei bin, ist eine andere Gruppe, die inhalt­lich fokus­sier­ter ist und ein­fach näher an dem liegt was mich täg­lich beschäf­tigt. Von die­sen Spezial-​Gruppen gibt es in Kiel mitt­ler­weile eine ganze Reihe, was ja gut ist, aber sicher­lich auch etwas zur Abwan­de­rung beige­tra­gen hat.

    3) Ich weiß von nament­lich mind. 3 Leu­ten, die nicht mehr hin gehen, weil sie davon genervt sind, dass einige der Stamm­leute stän­dig mit dem glei­chen Kram kom­men. Das gilt sowohl inhalt­lich (sehr tech­nisch) als auch argu­men­ta­tiv (Wirt­schaft, Kom­merz, Daten­sam­meln und Fremd­be­stim­mung sind immer evil, Open­Source ret­tet die Welt usw.). Gerade Unter­neh­mer und Hands-​On Leute kön­nen mit so einem dog­ma­ti­schen Ansatz häu­fig wenig anfan­gen und sind in aller Regel vor Ort in der Min­der­heit. Mir geht es auch ein wenig so und ich habe – nach dei­nem rich­ti­gen Motto „der Web­mon­tag ist, was man dar­aus macht“ – versucht, das z.B. mit der Vor­stel­lung des Möbel­Mons­ters etwas auf­zu­lo­ckern. Das hat bestimmt der eine oder andere direkt als Eigen­wer­bung ver­stan­den ( = evil, weil ist ja irgendwo Geld im Spiel), ging mir aber viel mehr darum, mal über Geschäfts­mo­delle, Boot­strap­ping, Online Mar­ke­ting, MVP-​Ansätze u.ä. zu spre­chen.

    4) Der tech­ni­sche Aspekt (eigene Web­site, fb, Wiki oder wha­te­ver) ist aus mei­ner Sicht zweit­ran­gig. Prio 1: Event ist attrak­tiv, Prio 2: Tech­nik funk­tio­niert, Prio 3: Tech­nik sieht schick aus. Aller­dings sollte man sich bewusst sein, dass man mit der Tech­nik natür­lich auch ein Stück weit die Ziel­gruppe beein­flusst: Xing-​Event und –Ein­la­dun­gen = eher busi­ness, fb-​Event und –Ein­la­dun­gen = eher locker, Wiki und Email-​Einladungen = eher Nerd-​Ecke. Und es gilt der Satz: Je unat­trak­ti­ver das Event, desto weni­ger sind die Leute bereit auf dritte Web­sei­ten zu gehen oder dort gar aktiv Ein­träge vor­zu­neh­men (Wiki).

    Ideen:

    1) Web­Mon­tag als Networking-​Event
    Die Vor­trags­liste ganz raus neh­men und es von vor­ne­he­re­rin als Networking-​Event kom­mu­ni­zie­ren. Dazu den Ablauf so ver­än­dern, dass Ein­zel– oder Klein­grup­pen­ge­spräch stär­ker geför­dert wer­den. Also z.B. Steh­ti­sche und Namens­schil­der. Die The­men viel­leicht so inte­grie­ren, dass jeder der mag einen Steh­tisch mit sei­nem Thema (Papp­schild „Rails und Django im Ver­gleich“) bestü­cken kann. Am die­sem Steh­tisch wird dann zu dem Thema dis­ku­tiert bzw. es dient als Star­ter.

    Vor­teile: Gerin­ger Orga-​Aufwand, Teil­neh­mer fin­den bes­ser ihre The­men & Gesprächs­part­ner, Net­wor­king wird gestärkt (für viele wich­tig)

    Nach­teile: Der Web­Mon­tag als Gan­zes zer­fällt evtl. etwas. Außer­dem mind. am Anfang etwas „Wer­be­trom­mel“ nötig, weil sowas mit 10 Leute zu kon­stru­iert wirkt. Dafür wären eher 20 – 30 Leute nötig.

    2) Web­Mon­tag als Mini-​BarCamp
    Jedem Web­Mon­tag ein Thema geben („Open Source im Unter­neh­men“, „Kie­ler Star­tUps stel­len sich vor“, usw.). Diese The­men mög­lichst lange im vor­aus ankün­di­gen (mind. 3 Monate), so dass jeder seine Teil­nahme und evtl. Vor­träge früh­zei­tig pla­nen kann. Ablauf im Prin­zip wie gehabt, also Vor­tag, Dis­kus­sion, Vor­trag, Dis­kus­sion usw. aber sehr viel stär­ker auf die Uhr ach­ten (!) und im Vor­feld aktiv Leute auf Xing & Co pas­send zum Thema ein­la­den. Diese Themen-​WebMontage könnte man sogar in die „Kie­ler Wirt­schaft“ set­zen (heißt das so? Ich meine das Gewerbe-​Blättchen), auf DiWiHS ankün­di­gen o.ä. offi­zi­elle Kanäle nut­zen.

    Vor­teile: Viele neue Leute, auch Old Eco­nomy und von außer­halb wer­den ange­spro­chen; ein viel höhe­rer Nut­zen je Event (Inhalt­lich und Net­wor­king)

    Nach­teile: Orga-​Aufwand steigt deut­lich; wie legt man The­men fest? (Idee: Wer ein Thema bestim­men will, ver­pflicht sich auch die Feder­füh­rung bei Orga und Ein­la­dun­gen für die­sen Abend zu über­neh­men); das „nette“ könnte etwas ver­lo­ren gehen, der Kreis der Teil­neh­mer ist weni­ger ste­tig; evtl. eigene Web­site sinn­voll (Auf­wand)

    Soweit von mir :-)

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    Steffen Voß

    05. Jan 2012

    Danke für das viele Feed­back und die Vorschläge!

    Ich habe gene­rell den Ein­druck, dass die Inter­es­sen sehr unter­schied­lich sind und dass diese Unter­schied­lich­keit aber oft nicht als Wert ver­stan­den wird. Den Einen ist es zu kom­mer­zi­ell, den Ande­ren zu wenig. Den Einen zu tech­nisch, den Ande­ren zu wenig. Und alle kom­men dann nicht mehr und es ent­ste­hen Spe­zia­lis­ten­kreise.

    Das ist natür­lich auch eine span­nende, posi­tive Ent­wick­lung, dass es inzwi­schen sogar genü­gend Rails-​Programmierer in Kiel gibt, um einen eige­nen Stamm­tisch dafür zu star­ten. Und dass das nicht die ein­zige der­ar­tige Gruppe ist. Es gibt die Frei­fun­ke­rIn­nen, die CoWor­ke­rIn­nen, die Typo3-​Leute, die Linux-​UserInnen, Netz­po­li­ti­ke­rIn­nen in ver­schie­de­nen Par­teien usw. Ich fand aber immer char­mant am Web­Mon­tag, dass die Leute so unter­schied­lich sind. Ich hab von allen viel gelernt und vor allem war mir immer wich­tig, Leute mit unter­schied­lichs­ten Schwer­punk­ten zu ken­nen und mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Des­we­gen ist der Web­Mon­tag bei Xing immer schon als „Networking-​Veranstaltung“ geführt.

    Ich beklage die Ver­än­de­rung nicht. Ich frage mich nur, ob der Web­Mon­tag noch gebraucht wird. Inzwi­schen kenn ich ja Viele in Kiel und die ehe­ma­li­gen Teil­neh­me­rIn­nen des Web­Mon­tags schei­nen sich inzwi­schen auch anders ver­net­zen zu kön­nen. Man kann sol­che Sachen auch nicht Zwangs­zen­tra­li­sie­ren und sagen:“ Macht doch die Objekt­stamm­tisch wie­der beim Web­Mon­tag“ oder „Macht doch mal einen Rails-​Schwerpunkt beim Web­Mon­tag“ oder so. Der Objekt­stamm­tisch flo­riert ja und die Rails All Stars lau­fen auch. So wie die ande­ren Kreise. Da würde man mehr mit abwür­gen, als man hin­ter­her erreicht. Und viel­leicht reicht zur Quer­ver­net­zung auch das Bar­Camp ein­mal im Jahr.

    Mehr Auf­wand soll­ten wir mit dem Web­Mon­tag jeden­falls nicht trei­ben. Im Moment hängt die Orga des Web­Mon­tags von Die­ter und von mir ab. Es gibt dann einige Leute, auf die man sich ver­las­sen kann, dass sie Vor­träge machen, wenn sonst nie­mand etwas macht. Das funk­tio­niert ohne Kom­mu­ni­ka­tion. Und das finde ich an sich groß­ar­tig. Würde man mehr Auf­wand trei­ben — The­men vor­ge­ben, Leute orga­ni­sie­ren, ver­schie­dene Ver­tei­ler pfle­gen und ein­la­den usw. — müsste man das im Team machen. Dann müsste man sich mehr abspre­chen usw. ICH hätte da keine Zeit zu. Wenn das jemand machen will, kann er sich gerne mel­den. Ich würds auch unter­stüt­zen.

    Zuge­ge­ben: Das KITZ ist nicht so per­fekt für den „gemüt­li­chen Teil“ und für’s Netz­wer­ken. Man kann so schwer zwi­schen Vor­trags­si­tua­tion und klei­nen Gesprächs­run­den wech­seln. Es ist eine sehr ein­fa­che Lösung, weil Die­ter es uns seit Jah­ren sehr ein­fach macht: Es kos­tet nichts, Die­ter ist immer da und küm­mert sich darum, dass wir rein­kom­men, stellt das WLAN auf und er schleppt immer die Getränke an und ab. Und das jeden Monat.

    Wenn jemand eine Loca­tion kennt, die eine Mög­lich­keit bie­tet, einen Bea­mer zu benut­zen, den kei­ner von uns erst anschlep­pen muss, in der 20 – 30 Leute Platz haben und in der man eher um Tische herum sitzt, bei der man nichts bezah­len muss und wo man sich dar­auf ver­las­sen kann, dass „unser“ Mon­tag immer zu haben ist, möge er es bitte sagen. So wie ich Die­ter beim letz­ten Mal ver­stan­den habe, hängt der nicht daran, IMMER zustän­dig zu sein. ;-)

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    Oliver

    13. Jan 2012

    full ack @Martin

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    NetLektorin

    16. Jan 2012

    Was für tolle Kom­men­tare. Bin sehr gespannt, was wir dar­aus machen.

    Beson­ders inter­es­sant finde ich, wie sich die Bedeu­tung des Web­mon­tags (WM) in Kiel inzwi­schen offen­bar gewan­delt hat. Mit unse­rer Grün­dung vor 5 Jah­ren hat­ten wir ja vor allem die pure Ver­net­zung der Kie­ler Inter­net­szene im Sinn, also das Einander-​Kennenlernen erst mal, wofür das WM-​Konzept ja genial war.

    Inzwi­schen gibt es natür­lich enorm viele regel­mä­ßige Tref­fen, für jeden Geschmack und Bedarf, von der Plog­Bar und 1000 XING-​Gruppentreffen bis zu den gan­zen Spe­cials (OBST, Krea­tiv­stamm­tisch usw.). Und jähr­lich außer­dem nun noch das Bar­Camp :-)

    Was also fehlt in Kiel noch, was gerade der WM bie­ten kann mit sei­nem Kon­zept — wie hat sich der WM eigent­lich woan­ders inzwi­schen ent­wi­ckelt, hat er sich auch geän­der­ten Bedürf­nis­sen ange­passt?, frage ich mich gerade. Danach könnte ich mal schauen …

    BTW, Stef­fen, doch­doch, ich hab auch noch nach 2007 ein biss­chen vom WM geb­loggt ;-)

     – 2010: http://​net​lek​to​rin​.two​day​.net/​2​0​1​0​0420/
     – 2009 http://​net​lek​to​rin​.two​day​.net/​s​t​o​r​i​e​s​/​5​5​2​1289/
     – Aus: „Web 2.0 in Kiel“: http://​net​lek​to​rin​.two​day​.net/​t​o​p​i​c​s​/​W​e​b​+​2​.​0​+​i​n​+​Kiel/

    Bis heut Abend!
    Marion

    ornament

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