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Quelltext

Open SourceWas ist eigentlich ein Fork?

Freitag, 01. Oktober 2010

Das Bei­spiel des Open­Of­fice Forks zeigt eine der Stär­ken von freier Soft­ware: Der Quell­text steht zur Ver­fü­gung und wem die Stra­te­gie eines Pro­jek­tes nicht passt, der kann ihn neh­men, sich Mit­strei­ter suchen und ein Kon­kur­renz­pro­jekt starten.

Andrea Mül­ler stellt die Vor­züge von Open Source den Pro­ble­men mit pro­prie­tä­rer Soft­ware gegen­über: Im Fall, dass der Anbie­ter eine Soft­ware nicht mehr wei­ter ent­wi­ckelt, müs­sen sich gerade Fir­men­kun­den auf­wen­dig um Alter­na­tive küm­mern — suchen, tes­ten, ver­glei­chen, kau­fen und migrie­ren, Mit­ar­bei­ter schu­len usw.

Diese Gefahr besteht beim Ein­satz von Open-​Source-​Software nicht: Ob die Ent­wick­ler die Lust ver­lie­ren oder das Unter­neh­men hin­ter einem Pro­jekt die Ent­wick­lung ein­stellt, hat nur wenig Aus­wir­kun­gen auf den Fort­be­stand der Soft­ware. Wäh­rend pro­prie­täre Anwen­dun­gen gemein­sam mit ihrem Her­stel­ler ster­ben, wenn nicht ein ande­res Unter­neh­men die Pro­dukte aus der Insol­venz­masse her­aus­kauft, bleibt von freien Lösun­gen zumin­dest immer der Code. Im bes­ten Fall fin­det sich eine enga­gierte Com­mu­nity, die ein sol­ches ver­wais­tes Pro­jekt unter ihre Fit­ti­che nimmt; wenn nicht, bleibt die Mög­lich­keit, eigene Ent­wick­ler oder einen Dienst­leis­ter auf die Code-​Pflege und Wei­ter­ent­wick­lung anzusetzen.“

Sie nennt als Bei­spiel zwei große, teils von kom­mer­zi­el­len Spon­so­ren getra­ge­nen Pro­jekte: Open Sola­ris und Man­driva. Sie wer­den jetzt von ihren Com­mu­nities unter ande­rem Namen weiterbetrieben.

Cle­men­tine vs. Ama­rok

Ein klei­ne­res Bei­spiel ist die Cle­men­tine — Ein Fork des Linux-​Medienplayer Ama­rok 1.4. Ama­rok gibt es wei­ter­hin in einer Ver­sion 2, die von Grund auf neu pro­gram­miert wurde. Dabei sind aller­dings viele Funk­tio­nen ver­än­dert wor­den. Eini­gen Benut­zern hat das nicht gefal­len, sie haben sich die Ver­sion 1.4 genom­men und ent­wi­ckeln diese jetzt unter dem Namen Cle­men­tine weiter.

PHP­Nuke, Post­nuke, Zikula

Bei Zikula, dem CMS, das ich viel­fach benutze, hat das übri­gens eine viel län­gere Geschichte: Soweit ich weiß, gab es am Anfang That­Ware, aus dem PHP­Nuke her­vor­ging. Davon spal­tete sich Post­nuke und einige andere Sys­teme ab. Von Post­nuke haben sich dann Xaraya und Envo­lu­tion abge­spal­ten. Zikula 1.0 war nur eine Neu­ent­wick­lung des Post­nuke Teams, die per Import Daten aus Post­nuke über­neh­men konnte — damit ist es so eine Art Nachfolger.

Die meis­ten die­ser Forks haben sich in der Folge von Rich­tungs­ent­schei­dun­gen erge­ben. Die Envolution-​Anhänger waren nicht vom Template-​Konzept von Post­nuke .723 bzw. .750 über­zeugt und woll­ten die Aus­ga­be­lo­gik nicht von der Appli­ka­ti­ons­lo­gik trennen.

Man kann also sagen, dass sich bei einem Fork zwar die Kräfte auf­tei­len und zwei Teams im Prin­zip das glei­che machen. Es geht aber auch um die Kon­kur­renz von Ideen. Und da kann sich zum Einen die stär­kere Idee durch­set­zen. Zum Ande­ren gibt Open Source aber auch der ande­ren Idee eine Nische.

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