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ownCloud 2Meine Daten bleiben bei mir

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Seit ges­tern gibt es das offi­zi­elle Release von own­Cloud 2. Auf einem nor­ma­len Webs­pace las­sen sich damit ein Dropbox-​artiger Web­spei­cher, ein Kalen­der, ein Kontakt-​Manager und ein Online-​Musikplayer betrei­ben. Nach­dem ich fest­ge­stellt habe, dass bei mei­nem Webs­pace noch 80 GB unge­nutzt waren, habe ich mich an die Instal­la­tion gemacht.

Die Instal­la­tion von own­Cloud 2 ist vor­bild­lich ein­fach: Hoch­la­den, im Brow­ser auf­ru­fen und schon hat man den Login-​Screen vor sich. Own­Cloud will dann einen ers­ten User — Als Daten­bank nimmt es zur Not auch SQLite, wenn man keine Ver­bin­dungs­da­ten für MySQL oder Post­gres angibt.

Nach dem Login hat man dann eine nor­male Datei­ver­wal­tung vor sich. Man kann Ver­zeich­nisse anle­gen und Dateien hoch­la­den. Soweit so unspek­ta­ku­lär. Aber:

  1. Own­Cloud 2 lässt sich auch per Web­Dav wie ein nor­ma­les Lauf­werk ins Betriebs­sys­tem ein­hän­gen. Man muss dann nicht mehr per Brow­ser han­tie­ren und kann sich belie­bige Backup-​Skripte aus­den­ken, die auch auto­ma­ti­siert Daten auf den Ser­ver schie­ben. Da es WebDav-​Clients für alle mög­li­chen Sys­teme — auch z.B. Android-​Telefone — gibt, kann man von über­all aus auf das Netz­lauf­werk zugrei­fen. Die Dateien und Ver­zeich­nisse kann man auch per Token–URL öffent­lich oder auch wie­der pri­vat machen.
  2. Musik­da­teien wer­den von own­Cloud als sol­che erkannt und geson­dert behan­delt. Zum einen kann man sie online per Web­player anhö­ren. Zum ande­ren bie­tet own­Cloud einen Ampa­che–Ser­ver, mit dem man die Dateien zum Bei­spiel mit Ama­rok auf den hei­mi­schen Rech­ner strea­men las­sen kann.
  3. Der ein­ge­baute Kalen­der lässt sich per CalDav zum Bei­spiel mit Thun­der­birds Kalender-​Plugin Light­ning ver­hei­ra­ten. So rich­tig habe ich das noch nicht zum Lau­fen bekom­men. Prin­zi­pi­ell soll das aber gehen.
  4. Das glei­che gilt für die ein­ge­baute Ver­wal­tung von Kon­tak­ten. Auch die kön­nen auto­ma­tisch mit Thun­der­bird abge­gli­chen werden.
  5. Own­Cloud ver­fügt dann noch über eine Bookmark-​Verwaltung, die ich mir aber noch nicht ange­schaut habe. Da bin ich zur Zeit mit Seman­tic Scut­tle und dem Firefox-​Sync ganz gut bedient. Tes­ten wer­den ich aber mal.

Das Pro­jekt own­Cloud exis­tiert seit Anfang 2010 und hat noch nicht ein­mal Sei­ten in der Wiki­pe­dia — weder in der deut­schen noch in der eng­li­schen. Dafür wirkt es aber sehr ernst­haft. Die ges­tern ver­öf­fent­lichte Ver­sion 2 zeigt vor allem, was zukünf­tig alles mög­lich sein wird. Man hat sich auf eine hand­voll Basis­funk­tio­nen kon­zen­triert und die ordent­lich zum Lau­fen gebracht.

Die Bedie­nung ist noch nicht über­all so ein­fach und prak­tisch, wie sie sein könnte. Den Musik­player könnte man zum Bei­spiel in einem Popup öffnen, damit die Musik nicht bei jedem Sei­ten­auf­ruf kurz unter­bro­chen wird. Die Ein­rich­tung von Web­Dav und CalDav könnte noch mehr von own­Cloud unter­stützt werden.

Per­spek­ti­visch wäre es schön, wenn das Sha­ren mit einer Com­mu­nity wie Dia­spora mög­lich wäre. Ich hab neu­lich schon drü­ber geb­loggt, dass Ubuntu One Dia­spora anbin­den sollte. Man müsste das als gene­relle Schnitt­stelle ent­wi­ckeln.

Effek­tiv wäre es ja so, dass mein Diaspora-​Login eben­falls mein ownCloud-​Login ist. Dia­spora könnte dazu ein­fach als OpenID-​Provider auf­tre­ten. Own­Cloud kann ja schon OpenID — soweit ich das im backend ver­stan­den habe.

Als zwei­ten Schritt müsste man seine Freunde und Aspekte bei Dia­spora abfra­gen kön­nen, um Dateien mit ihnen sha­ren zu kön­nen. Die Prü­fung der Frei­habe beim Abruf könnte dann wie­der über die OpenID-​Funktionen laufen.

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