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Foto: Some rights reserved by tonyhall

Web-HostingKomm, wir gründen eine Kooperative!

Dienstag, 17. Januar 2012

Eine Koope­ra­tive, die ver­schie­dene Web-​Applikationen zur Ver­fü­gung stellt — das war Svens Idee auf dem gest­ri­gen Web­Mon­tag in Kiel. Jeder hat sei­nen eige­nen Webs­pace. Jeder betreibt ein Blog­sys­tem. Viele haben wei­tere Tools wie Web­Mai­ler, URL–Shor­te­ner, Wikis usw. Und jeder muss sich selbst um die Pflege küm­mern. Warum nicht ein­fach die glei­chen Tools gemein­sam nutzen?

Neben mei­nem Blog hier, betreibe ich noch

Viel­leicht hab ich noch etwas ver­ges­sen. Tat­sa­che ist aber, dass die meis­ten die­ser Tools auch von meh­re­ren genutzt wer­den könn­ten. Man könnte sich die Arbeit teilen.

Web­ser­vices per Genos­sen­schaft

Mich hatte das schon vor zwei Jah­ren auf die Idee gebracht, so ein Ange­bot koope­ra­tiv zu erstel­len. Aller­dings eine Num­mer grö­ßer und kom­mer­zi­ell — als Genos­sen­schaft. Der Gedanke dahin­ter war: um das nötige Ver­trauen zu schaf­fen, müsste die Unter­neh­mung für die Kun­den so trans­pa­rent wie mög­lich sein. In einer Genos­sen­schaft sind die Kun­den am Unter­neh­men betei­ligt. So wären die Kun­den selbst Teil des Unter­neh­mens und sie könn­ten selbst Ein­blick in die Arbeits­weise nehmen.

Da durch­weg mit Open Source Soft­ware gear­bei­tet wer­den sollte, könn­ten inter­es­sierte Kunde jeder­zeit selbst die ver­wen­dete Soft­ware über­prü­fen. Bei der Benut­zung der ver­schie­de­nen Dienste sol­len nur die Daten erho­ben wer­den, die zur Auf­recht­er­hal­tung des Ser­vices nötig sind. Dar­über­hin­aus bie­ten sich natür­lich die übli­chen Zer­ti­fi­zie­run­gen für die Ein­hal­tung der Stan­dards zur Qua­li­täts­si­che­rung an oder Aus­zeich­nun­gen wie Datenschutzsiegeln.

Genos­sen­schaf­ten gel­ten als solide, seriös und boden­stän­dig. Die Zah­len unter­mau­ern das posi­tive Image: Die Insol­venz­quote liegt bei unter einem Pro­zent. Eine Genos­sen­schaft hat den Vor­teil, dass sie von den Mit­glie­dern zur Not auch unwirt­schaft­lich wei­ter betrie­ben wer­den kann: Sollte also nach eini­ger Zeit der wirt­schaft­li­che Erfolg aus­blei­ben, könn­ten die Mit­glie­der der Genos­sen­schaft die bereits ein­ge­rich­te­ten Dienste aus eige­ner Tasche wei­ter betrei­ben. Wer sich in die Genos­sen­schaft ein­bringt, müsste also nicht befürchte, mit einer Insol­venz des Dienst-​Anbieters auch seine Soft­ware zu verlieren.

Es gibt auch schon im IT-​Bereich ver­schie­dene Genos­sen­schaf­ten: Eine bekannte Genos­sen­schaft der IT-​Branche ist die DATEV eG - Dienst­leis­ter für 38.000 Steu­er­be­ra­ter, Wirt­schafts­prü­fer und Anwälte. Bei der Host­sha­ring eG kann man ein genos­sen­schaft­li­ches Hos­ting­an­ge­bot nut­zen. Und es genos­sen­schaft­li­che Zusam­men­schlüsse von IT-​Experten wie zum Bei­spiel Jariva.

Star­ten wir eine Num­mer kleiner

Wir soll­ten das Pferd aber nicht von hin­ten auf­zäu­men und ein paar Num­mern klei­ner anfan­gen. Das Schöne ist doch, dass man sich stu­fen­weise zusam­men­tun kann.

Zunächst kann man sich einen oder zwei Ser­ver tei­len, auf denen man ver­schie­dene Dienste lau­fen lässt. Die kann man noch ein­fach anmie­ten. Viel­leicht direkt bei Host­Sha­ring. Dann geht es schon in die rich­tige Rich­tung. Dazu kann man zum Bei­spiel ein­fach dem „Ver­ein für Neue Medien e.V.“ bei­tre­ten oder dem „Top­point e.V.“, um eine solide und demo­kra­ti­sche Rechts­form zu haben.

Und dann kann man das Ange­bot nach und nach aus­wei­ten — so wie sich Teil­neh­mer fin­den. Man kann spä­ter eigene Hard­ware kau­fen und unter­stel­len. Und ganz zum Schluss ein eige­nes Rechen­zen­trum ein­rich­ten und reich und berühmt werden.

Und man könnte auch schauen, ob die Host­sha­ring eG viel­leicht Inter­esse an neuen Mit­glie­der und so einem Ser­vice­an­ge­bot hat.

Foto: Some rights reser­ved by tony­hall

Update 29.1.2012

Hier ist das Pla­nungs­pad: https://​pad​.tumelum​.de/​p​/​i​n​t​e​r​n​e​t​k​o​o​p​e​r​ative

Kommentare

  • gravatar
    Thilo

    17. Jan 2012

    Hallo, Koope­ra­ti­ven klingt gut. Lei­der sind Genos­sen­schaft in Deutsch­land höchstre­strik­tiv und teuer. Die ein­fachste Mög­lich­keit ist der n.e.V. (also nicht-​eingetragener Verein)

    Oder man kann Koope­ra­ti­ven auch gewerb­lich als GbR betrei­ben (was wir bei Bio­Gaar­den machen als Bio-​Mitgliederladen wollen).

    ornament
  • gravatar
    Swen Wacker

    18. Jan 2012

    Ich finde das prin­zi­pi­ell gut, stelle mir aber die Frage, ob es wirk­lich eine eigene Ser­ver­farm sein sollte.

    Zum einen hätte das sehr viel mit Kapi­tal­ein­satz zu tun. Das muss man erst mal haben, refi­nan­zie­ren und wert­er­hal­tend nut­zen.

    Des­halb käme für mich dann auch nur eine Rechts­form in Frage, die die Haf­tung der Mit­glie­der begrenzt.
     – Der e.V. hat kein wirt­schaft­li­che Ver­ein zu sein (§ 21 BGB), fällt also weg.
     – Die GbR haf­tet gesamt­schuld­ne­risch — da kann es dann auch gleich eine OHG sein — fällt also aus.
     – Eine eG ist nicht bil­lig (Thilo wies schon auf die Kos­ten hin), da sie geprüft wer­den muss (durch einen Prü­fungs­ver­band oder so was ähnli­ches, so genau kenne ich mich da nicht aus).

    Dann wäre da die tech­ni­sche Geschichte. So ein Ser­ver will ja auch stets sicher admi­nis­triert sein, muss also per­ma­nent aktu­ell gehal­ten wer­den. Das kos­tet immens viel Zeit, die m.E. bes­ser auf der Appli­ka­ti­ons­ebene genutzt wer­den könnte.

    Über­haupt wäre es m.E. aus Sicht der Publi­kums­ori­en­tie­rung ziel­füh­ren­der, die Tech­nik im Hin­ter­grund lau­fen zu haben. Denn Ver­eine, Ver­bände, Initia­ti­ven. Men­schen locken wir schwer­lich mit hüb­schen Ser­ver­racks son­dern eher mit einem “out-​of-​the-​box“, das die von uns poli­tisch gewoll­ten open-​source-​Lösungen oder selbst­ver­wal­te­ten dezen­tra­len Anwen­dun­gen feil hält.

    Ein Ein­kau­fen in die von Stef­fen genannte eG könnte diese Pro­bleme lösen.

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  • gravatar
    Sebastian Schack

    18. Jan 2012

    Finde ich sehr spannend.

    Was das Juris­ti­sche angeht, da bin ich ziem­lich unbe­leckt und keine große Hilfe, lasse mich auf die The­ma­tik also auch lie­ber gar nicht erst ein.

    Auf tech­ni­scher Seite kann ich ein RZ in Kiel anbie­ten, des­sen Betrei­ber ich (als des­sen Ange­stell­ter) nahezu bedin­gungs­los ver­traue.
    Auch habe ich selbst Erfah­rung mit dem Aufsetzen/​Betreiben von Web­ser­vern.

    Außer­dem bin ich schon län­ger auf der Suche nach einem sinn­vol­len „IT-​Hobby“, also einer Sache, die ich nicht nur für mich zusam­men­schus­tere und die dann nie­man­den inter­es­siert. :)

    Also, Stef­fen, wenn du Ernst machen willst, sag gerne Bescheid.

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  • gravatar
    Jörg

    21. Jan 2012

    Wir sind gerade am Grün­den einer Genos­sen­schaft (keine für die hier ange­spro­che­nen Dienste, son­dern was ganz ande­res). Grün­dungs­kos­ten über 1.500 EUR.

    Ich glaube, dass für die ange­spro­che­nen Ziele das ne Haus­num­mer zu hoch ist. Ver­ein (egal ob ein­ge­tra­gen oder nicht — ein e.V. hat mehr Rechte) klingt hier sinnvoller.

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  • gravatar
    Steffen

    22. Jan 2012

    Es gibt mitt­ler­weile ein Planungs-​Pad: https://​pad​.tumelum​.de/​p​/​i​n​t​e​r​n​e​t​k​o​o​p​e​r​ative

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  • gravatar
    Jörn

    23. Jan 2012

    Bin ich der ein­zige, bei dem der Link nicht funktioniert?

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  • gravatar
    Swen Wacker

    23. Jan 2012

    Die­ser Link funk­tio­niert bei mir https://​pad​.tumelum​.de/​p​/​i​n​t​e​r​n​e​t​k​o​o​p​e​r​ative

    Alter­na­tive: Folge oben im Arti­kel dem ver­link­ten Wort Sven. Er ver­weist in dem Arti­kel, den Du dann fin­dest, zum Schluß auf das Dokument.

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