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Foto: codswollop / photocase.com

GPLFreies Tablet scheitert an chinesischen Herstellern

Donnerstag, 06. Oktober 2011

Einen Tablet–PC, der kom­plett mit freier Soft­ware läuft, wollte der Pole Tomasz Sterna her­stel­len. 300 Euro sollte so ein Gerät kos­ten und aus Betriebs­sys­tem soll­ten Meamo, Meego oder Android benutzt wer­den kön­nen. Doch wie golem berich­tet fand Sterna kei­nen Tablet-​Hersteller in ganz China, der bereit war seine Kernel-​Sourcen frei­zu­ge­ben — obwohl sie laut GPL dazu ver­pflich­tet sind.

Hard­ware ist oft das Haupt­pro­blem bei Community-​Projekten — zumin­dest dann, wenn sie nicht mit Stan­dard–PC–Kom­po­nen­ten aus­kom­men. Ein Tablet, an dem man nach Her­zens­lust her­um­bas­teln kann, ist so ein Pro­jekt. Einen Her­stel­ler zu fin­den, ist nicht leicht, wenn man kein bekann­ter, gro­ßer Auf­trag­ge­ber ist. Und so hat auch gleich der erste Her­stel­ler ver­sucht, Sterna unter Druck zu setzen:

Nach­dem er sich auf der siche­ren Seite wähnte, machte er sei­nen Plan öffent­lich: Wenn 250 Vor­be­stel­lun­gen vor­lä­gen, würde er den Auf­trag ertei­len und die Geräte dann für 300,- EUR ausliefern.

Erst jetzt stellte der Her­stel­ler in China neue For­de­run­gen: Sterne solle einen Vor­schuss bezah­len, der erst ver­rech­net würde, wenn ganze 10.000 Geräte ver­kauft seien — reich­lich illu­so­risch für ein Community-​Projekt.

Aber auch kei­ner der ande­ren chi­ne­si­schen Her­stel­ler war bereit, das Geräte her­zu­stel­len, wenn sie dann der Com­mu­nity die Kernel-​Sourcen frei­ge­ben müss­ten. Damit ver­sto­ßen diese Fir­men klar gegen die Lizenz­be­stim­mun­gen der GNU Public Licence (GPL) unter denen das ori­gi­nale Linux-​Kernel steht, von dem sich ihre Soft­ware ableitet.

Wäh­rend andere Fir­men eher die Erfah­rung machen, dass in China Pro­dukte kopiert wer­den und inzwi­schen auch bei der Poli­tik das Pro­blem mit der Pro­dukt­pi­ra­te­rie bekannt ist, sieht es für die Durch­set­zung der GPL wohl eher düs­ter aus. Sterna macht sich ent­spre­chend auch wenig Hoffun­gen und ver­legt sich zunächst auf die Wei­ter­ent­wick­lung des Betriebs­sys­tems.

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