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OSMFreie Geodaten werden immer genauer

Samstag, 07. Januar 2012

Eine Stu­die hat fest­ge­stellt, dass Open­Street­Map nur noch 9% der Daten feh­len, die kom­mer­zi­elle Her­stel­ler von Navi­ga­ti­ons­sys­te­men haben. In ande­ren Berei­chen liegt die freie Geo­da­ten­bank sogar in Füh­rung. Damit hat sich Open­Street­Map in weni­gen Jah­ren durch ehren­amt­li­che Mit­ar­beit zu einem ernst­haf­ten Kon­kur­ren­ten für die bis­he­ri­gen Platz­hir­sche ent­wi­ckelt. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Tom­Tom & Co. den Weg des Brock­hau­ses gehen.

Auf einer GIS–Ver­an­stal­tung vor ein paar Jah­ren habe ich ein­mal den Satz gehört, dass die Behör­den in Deutsch­land seit 150 Jah­ren immer genaue­rer Kar­ten pro­du­zie­ren und gar nicht ganz klar sei, wofür man diese hoch­ge­nauen Kar­ten eigent­lich benötigt.

Gleich­zei­tig begann Open­Street­Map sich zu ent­wi­ckeln. Als ich mir 2006 ein GPS–Gerät im Geo­gra­fi­schen Insti­tut aus­lieh, war von Kiel noch nicht viel erfasst: Die Stadt­au­to­bahn, die Küs­ten­li­nie und Bruch­stü­cke der Hol­ten­auer Straße. Nie­mand konnte sich vor­stel­len, dass diese Karte irgend­wann man ein rich­ti­ger Stadt­plan wer­den könnte und dass der auch noch hin­rei­chend genau wer­den. Immer­hin hat nor­ma­les GPS keine beson­ders hohe Genauigkeit.

Tat­säch­lich aber sind die Kar­ten genau genug für alle all­täg­li­chen Anwen­dun­gen. Wer wis­sen will, wie er von A nach B kommt, und per Karte navi­giert, muss nur wis­sen, dass es an der drit­ten Kreu­zung rechts wei­ter geht. Da ist es egal, ob die Kreu­zung 500 oder 503 Meter ent­fernt ist.

Wer wis­sen will, wo der nächste Post­kas­ten oder die nächste Apo­theke ist, muss nur die Kreu­zung ken­nen. Auch Anfahrts­pläne für Geschäfts­home­pages las­sen sich damit genau genug gestal­ten. Da wäre es viel zu auf­wen­dig, sich eine Lizenz für eine amt­li­che Karte zu besor­gen. Und für den nächs­ten Anwen­dungs­fall müsste man sich dann schon wie­der über­le­gen, ob die Lizenz das noch erfasst.

Aus­wir­kun­gen für die GIS–Bran­che

Vor ein paar Jah­ren hieß es immer, dass GIS die Zukunft­tech­no­lo­gie schlecht­hin sei. Das habe ein ähnli­ches wirt­schaft­li­ches Poten­tial, wie die Bio­tech­no­lo­gie — nur ohne die ethi­schen Pro­bleme. Google Maps und Open­Street­Map haben die­sen Markt inzwi­schen ziem­lich umge­krem­pelt und tat­säch­lich gibt es heute viel mehr Geo­da­ten­ba­sierte Anwen­dun­gen als frü­her — aber nicht so, wie sich die alten Player das vor­ge­stellt haben. Die Leute sit­zen dazu nicht vor den Pro­duk­ten der alten GIS–Her­stel­ler. Sie nut­zen ganz selbst­ver­ständ­lich Geo­da­ten auf Web­sei­ten und in Mobil­te­le­fo­nen. Denn auch hier gilt: Die meis­ten Fra­ge­stel­lun­gen, die man mit Geo­da­ten beant­wor­ten kann, sind so sim­pel, dass man keine kom­ple­xen GIS–Pro­gramme benötigt.

Ich finde es immer noch schade, dass das Pro­jekt „Open­Street­Map“ heißt. Denn es geht nicht um die Stra­ßen­karte. Die ist nur eine Anwen­dung für die freien Geo­da­ten. Wenn ich mir anschaue, wie viele Spe­zi­al­kar­ten mitt­ler­weile gene­riert wer­den, bin ich gespannt, was da in Zukunft noch alles kommt. Denn es ist so ein­fach: Die Open­QueerMap zum Bei­spiel benö­tigt nur ein gay=yes als Attri­but bei Cafe, Clubs und Läden und schon ist die Karte ein wenig bun­ter. Und das kann jeder von zu Hause aus wei­ter­ent­wi­ckeln.

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