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Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von Toban Black

FlattrEine gute Idee am Ende

Dienstag, 13. September 2011

Basic Thin­king hat heute die These auf den Markt gewor­fen, dass Flattr tot sei. Ich hab meine Flattr-​Buttons vor ein paar Tagen ent­fernt, als ich den Diaspora-​Button ein­ge­baut habe. Ich wollte keine exter­nen Auf­rufe mehr auf der Seite haben aber es tat mir auch nicht Leid um den But­ton und ich hatte es nicht eilig, eine eigene Lösung zum flattrn zu bauen. Jetzt weiß ich auch warum.

Die Idee der Flattr-​Gründer finde ich eigent­lich char­mant: Die meis­ten Bezahl­sys­teme im Inter­net stel­len eine rela­tiv hohe Hürde dar. Man muss sich anmel­den, regis­trie­ren, einen Waren­korb anle­gen, abschi­cken usw. Flattr wollte nie belie­big große Beträge ermög­li­chen, son­dern das Dan­ke­schön im Blog­ger­all­tag mit einem klei­nen Geld­be­trag verbinden.

Lei­der ver­än­dert Geld die Moti­va­tion der Men­schen: Wenn man etwas für Geld machen kann, was man vor­her auch schon ohne Geld gemacht hat, dann macht man das lie­ber für Geld. Und wenn man sich fürs Blog­gen bezah­len las­sen kann, dann nimmt man das gerne mit. Ich muss zuge­ben, ich wollte gerne bei ande­ren Leu­ten danke sagen und des­we­gen habe ich mir auch einen Account zuge­legt. Ich hätte mich aber auch dar­über gefreut, nen­nens­werte Beträge über Flattr zu bekom­men. Ich hab mich auch so über die weni­gen Klicks gefreut — aber mei­nen Lebens­stil konnte ich dank der Beträge nicht ver­än­dern. Die Ein­nah­men haben unge­fähr die Hälfte der Aus­ga­ben für Flattr gedeckt.

Irgend­wie kommt die ursprüng­li­che Moti­va­tion, etwas zu geben der Moti­va­tion, dass man ja auch Geld ver­die­nen könnte, in die Quere, wenn man zum fünf­ten Mal Geld ein­zahlt und nur Kle­cker­be­träge zurück kom­men. Viel­leicht hätte ich den But­ton nie in meine Seite ein­bauen sol­len, denn ich habe mir nie die Hoff­nung gemacht, dass ich damit Geld ver­die­nen könnte.

Für mich fol­gen dar­aus zwei Gedanken:

  1. Es ist sinn­los für kleine Blog­ger wie mich: Wenn Peter, Paul und ich jeweils einen inter­es­san­ten Blog­bei­trag schrei­ben und wir uns gegen­sei­tig flattrn, ist das ein Null-​Summenspiel.
  2. Und zum Geld ver­die­nen taugt Flattr mei­ner Ein­schät­zung nach nicht. Die Benut­zer sind nur schnell bereit zu kli­cken, wenn ein Klick nicht viel kos­tet — und dann kommt dabei nichts rum. Und wenn sie mehr Geld pro Klick bezah­len, wür­den sie über jeden Klick wie­der mehr nach­den­ken und dann eher wie­der nicht mehr klicken.

Ich finde, Flattr war ein inter­es­san­tes Expe­ri­ment, bei dem man sich für die Zukunft eini­ges abgu­cken kann. Im Prin­zip ent­spricht es der Sofort­kul­tur, Flattr ent­schei­det sich aber nicht, ob es an den mensch­li­chen Ego­is­mus oder an die Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft gerich­tet ist.

Ab heute blogge ich wie­der ohne die vage Hoff­nung, dass mir jemand ein paar Cent schi­cken könnte. Ich habe mich aber auch vor­her schon mehr dar­über gefreut, wenn Lese­rin­nen und Leser meine Arti­kel auf Face­book, Twit­ter & Co. tei­len.

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